Brokdorf: Einlagerung aller CASTOR-Behälter im Zwischenlager abgeschlossen

BROKDORF – Im Juni wurden sieben CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Großbritannien nach Brokdorf transportiert. Alle Behälter stehen nun im Zwischenlager und sind an das Behälterüberwachungssystem angeschlossen. Somit ist die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle in Brokdorf beendet, weitere CASTOR-Behälter kommen nicht hinzu.

Mitte Juni 2026 erreichten die Behälter aus Sellafield das Zwischenlager. Nach deren Überprüfung und der Herstellung des Doppeldeckel-Dichtsystems durch BGZ-Fachleute wurden diese an ihren jeweiligen Stellplatz gebracht. „Die Abfertigung innerhalb des Zwischenlagers verlief, wie auch die gesamte Rückführung, reibungslos und ohne Störungen“, betont Standortleiter Marco Paschen. „Mit der Einlagerung der sieben Behälter ist die Rückführung radioaktiver Abfälle abgeschlossen. Da das Kernkraftwerk brennstofffrei ist, werden hier dann auch keine weiteren CASTOR-Behälter mehr eingelagert.“

Im Brennelemente-Zwischenlager sind 83 von 100 genehmigten Behälterstellplätzen belegt. In 76 Behältern befinden sich Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Brokdorf. „Wir als Standortkommune tragen somit einen Teil der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die nukleare Entsorgung“, so Brokdorfs Bürgermeister Jörg Schmidt. „Ich begrüße es sehr, dass die Einlagerung nun abgeschlossen ist und keine weiteren Transporte in das Zwischenlager erfolgen. Als Bürgermeister sehe ich aber auch, dass mit der andauernden Suche nach einem Endlager eine mehrere Jahrzehnte anhaltende Belastung durch das Zwischenlager verbunden ist. Hier erwarten wir Lösungen für unsere Gemeinde.“

Hintergrund:
Bis 2005 wurden Brennelemente aus dem Betrieb deutscher Atomkraftwerke zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen müssen die Betreiber ihre noch im Ausland lagernden Wiederaufarbeitungsabfälle nach Deutschland zurückführen. Zur Rücknahme hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet. Im Jahr 2015 haben Bund, Länder und AKW-Betreiber das Rückführungskonzept im Konsens beschlossen. Dieses sieht eine bundesweit ausgewogene Verteilung nach dem Verursacherprinzip vor. Damals sind vier Standorte für die Rückführung festgelegt worden: Biblis in Hessen, Brokdorf in Schleswig-Holstein, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg. Bereits 2020 wurden sechs Behälter aus Großbritannien (Sellafield) nach Biblis zurückgeführt, 2024 folgte der Transport von vier Behältern aus Frankreich (La Hague) nach Philippsburg. Im Anschluss an die Rückführung nach Isar 2025 wurde 2026 die Rückführung nach Brokdorf abgeschlossen. Nun werden die hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in den Bundesländern zwischengelagert, aus deren Atomkraftwerken anteilig die größte Menge an Kernbrennstoff zur Wiederaufarbeitung ins Ausland verbracht wurde.

Die BGZ hat von Beginn an proaktiv über die Rückführung informiert, unter anderem bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen in Brokdorf. Weitere Informationen finden sich hier: https://rueckfuehrung.bgz.de/