Ahaus: Regelmäßiger Informationsaustausch mit dem Rat der Stadt

Mitglieder des Rates und der Stadtverwaltung Ahaus haben sich am gestrigen Abend zu ihrem regelmäßigen Informationsaustausch mit Vertretern der BGZ am Zwischenlager Ahaus getroffen.

Im Informationshaus gab zunächst Burghard Rosen den Ratsmitgliedern einen Überblick über die Entwicklung der BGZ seit dem letzten Treffen vor gut einem Jahr. Bedingt durch die Übernahme zahlreicher Zwischenlager in Deutschland hat sich die Belegschaft der BGZ auf heute gut 350 Beschäftigte verdoppelt. Aktuell betreibt die BGZ 21 Zwischenlager an 16 Standorten.

Für das Zwischenlager Ahaus gingen mit diesem Wachstum personelle Veränderungen einher: Die Presse- und Standortkommunikation Ahaus hat zum 1. Januar 2020 Dr. David Knollmann von Burghard Rosen übernommen, der in dieser Funktion für alle BGZ-Standorte in Deutschland tätig ist. Zudem stellte sich Uwe Wolf als neuer Leiter des Zwischenlagers Ahaus vor. Er folgt auf Markus Röder, der die Leitung der BGZ-Standorte in Nordwestdeutschland übernommen hat und der den Ratsmitgliedern die aktuellen Projekte am Standort Ahaus erläuterte. Hierzu gehören weit fortgeschrittene Nachrüstungsmaßnahmen ebenso wie die Aufbewahrung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle oder die geplante Zwischenlagerung von Forschungsreaktorbrennelementen im Zwischenlager Ahaus.

Detaillierte Informationen zu den Hintergründen des vorgesehenen Transports der Brennelemente des Forschungsreaktors der Technischen Universität München (FRM II) vermittelte Dr. Heiko Gerstenberg als dessen stellvertretender technischer Direktor. Er beschrieb die Art des verwendeten Kernbrennstoffs, seine Anwendungsgebiete im Forschungsreaktor und zeigte auf, welche technischen und genehmigungsrechtlichen Schritte bis zu einer Einlagerung der Brennelemente im Zwischenlager Ahaus zu absolvieren sind. Im Anschluss an die Einführungsvorträge tauschten sich die Vertreter von BGZ und TU München mit den Ratsmitgliedern über ihre Fragen und Positionen zur Zwischenlagerung in Ahaus aus.

„Ungeachtet unterschiedlicher Auffassungen in einigen Fragen bleibt der persönliche Austausch und der offene Umgang miteinander weiterhin richtig und wichtig“, erklärte Karola Voß, Bürgermeisterin der Stadt Ahaus. Voß dankte der BGZ wie der Delegation der TU München für die Informationen aus erster Hand. „Diesen Dialog hier am Standort möchten wir auch in Zukunft aufrechterhalten“, so Voß weiter.

BGZ übernimmt Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

In wenigen Tagen wird die nächste Etappe bei der Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung erreicht: Zum 1. Januar 2020 übernimmt die BGZ auch die Betriebsführung bei sechs Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Diese befinden sich an den Standorten Biblis (zwei Lager), Obrigheim, Unterweser, Stade und Würgassen.

Die dort aufbewahrten Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung, wie zum Beispiel Schutzkleidung, Filter oder Anlagenteile, stammen aus Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke und werden ab dem Jahr 2027 an das Endlager Konrad bei Salzgitter abgegeben. Weitere Zwischenlager an den Standorten Brunsbüttel, Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg, Grafenrheinfeld und Unterweser werden derzeit von den Energieversorgungsunternehmen errichtet und nach erfolgter Inbetriebnahme ebenfalls auf die BGZ übertragen.

Nachdem die BGZ bereits zu Beginn des Jahres 2019 die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle von den Energieversorgungsunternehmen übernommen hatte und seitdem sicher betreibt, wird nun mit der Übertragung der Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf die BGZ die durch das Entsorgungsübergangsgesetz vorgesehene Neuordnung in der kerntechnischen Entsorgung weiter umgesetzt. Danach sind die Betreiber der Kernkraftwerke für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes, der zum Zwecke der sicheren Zwischenlagerung im Jahr 2017 die BGZ gegründet hat. Die finanziellen Mittel für die Zwischen- und Endlagerung haben die Betreiber dem Bund in einem öffentlich rechtlichen Fonds zur Verfügung gestellt, in den sie rund 24 Milliarden Euro eingezahlt haben.

„Die Übertragung der Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf die bundeseigene BGZ ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der gesetzlich vorgesehenen Neuordnung der Aufgaben in der kerntechnischen Entsorgung. Wir haben durch unser motiviertes und fachkundiges Personal die Übertragung sehr gut vorbereitet und werden zusammen mit unseren neuen Mitarbeitern weiterhin dafür Sorge tragen, dass die radioaktiven Abfälle bis zu deren Endlagerung unter den höchsten Sicherheitsstandards aufbewahrt werden“, macht Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung, deutlich.

Krümmel: Einlagerung hochradioaktiver Abfälle abgeschlossen

Krümmel: Einlagerung hochradioaktiver Abfälle abgeschlossen

Im Zwischenlager Krümmel hat die BGZ die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle abgeschlossen. Begleitet durch unabhängige Sachverständige der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht transportierte das Team der BGZ einen letzten CASTOR-Behälter auf seinen Stellplatz in der Zwischenlagerhalle. Zuvor hatte der Betreiber des Kernkraftwerks Krümmel den Behälter mit Brennstäben aus dem Lagerbecken des Reaktors beladen.

Genehmigt ist das Zwischenlager Krümmel für die Aufbewahrung von bis zu 65 CASTOR-Behältern. Mit dem jetzt eingelagerten 42. CASTOR-Behälter wird die Kapazität des Zwischenlagers lediglich zu zwei Dritteln genutzt. Die am Standort gelagerte Menge an hochradioaktiven Abfällen fällt damit aufgrund des Atomausstiegs deutlich geringer aus als ursprünglich geplant. Neben den Zwischenlagern Gorleben und Unterweser ist Krümmel damit der dritte Standort der BGZ, an dem die Einlagerung von hochradioaktiven Abfällen beendet ist.

„Die sichere und zuverlässige Aufbewahrung radioaktiver Abfälle bis zu ihrer Endlagerung ist unsere Kernkompetenz“, erklärt Dr. Henning Knigge. Gemeinsam mit derzeit sechs weiteren Kolleginnen und Kollegen der BGZ führt der Ingenieur als Leiter des Zwischenlagers den Betrieb vor Ort. Künftig wird die Mannschaft der BGZ in Krümmel weiter wachsen. Entsprechend der gesetzlichen Regelungen zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung wurde der BGZ das Zwischenlager Krümmel am 1. Januar 2019 vom bisherigen Betreiber übertragen. Ein weiteres Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Betrieb und Rückbau wird derzeit geplant und wird nach Inbetriebnahme ebenfalls auf die BGZ übertragen.

Übung im Zwischenlager Ahaus

Im Zwischenlager Ahaus findet am 24. Oktober 2019 eine routinemäßige Feuerwehrübung statt.

Derartige Übungen werden in regelmäßigen Abständen in allen kerntechnischen Anlagen durchgeführt. Hierdurch ist in Notfallsituationen eine reibungslose Zusammenarbeit des Anlagenbetreibers mit externen Einsatzkräften gewährleistet.

BGZ bereitet Zwischenlager Grafenrheinfeld auf den unabhängigen Betrieb vor

Am Donnerstag hat die BGZ als Betreiberin des Zwischenlagers Grafenrheinfeld den persönlichen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern in der Kulturhalle der Gemeinde fortgesetzt.

BGZ-Geschäftsführer Dr. Ewold Seeba erklärte: „Die Übertragung des Zwischenlagers für Brennelemente zu Beginn dieses Jahres hat gut geklappt, der Betrieb läuft reibungslos. Im nächsten Schritt werden wir auch die Verantwortung für das Abfall-Zwischenlager übernehmen, das derzeit gebaut und mit seiner Inbetriebnahme auf die BGZ übertragen wird.“

Der Leiter des Zwischenlagers, Jürgen Bruder, gab einen Überblick über den bisherigen Betrieb des Zwischenlagers sowie zu den weiteren Planungen der bundeseigenen BGZ am Standort Grafenrheinfeld. Er erläuterte, wie das BGZ-Team derzeit das Zwischenlager Grafenrheinfeld auf den autarken Betrieb vorbereitet, damit es künftig unabhängig vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld betrieben werden kann. „Hierzu gehören Bauprojekte ebenso wie organisatorische Änderungen“, erklärte Bruder. So plant die BGZ beispielsweise den Neubau eines Funktionsgebäudes, das unter anderem Büroräume für die wachsende Belegschaft am Standort bieten wird. Dazu gehört auch ein neues Brandschutzkonzept für das Zwischenlager. Da die Werkfeuerwehr des Kraftwerksbetreibers mittelfristig nicht mehr zur Verfügung steht, hat BGZ bei der bayerischen Atomaufsicht beantragt, die öffentliche Feuerwehr mit dieser Aufgabe zu betrauen und steht hierzu im Gesprächen mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden.

Christian Keller zeigte sich als neuer Bürgermeister der Gemeinde Grafenrheinfeld zufrieden über den offenen Austausch. „Die BGZ sucht hier vor Ort das persönliche Gespräch und schafft dabei Transparenz über ihre Planungen. Dies sollte auch in Zukunft so beibehalten werden.“

Kreis Borken: Senioren Union besucht Zwischenlager Ahaus

Die Senioren des CDU Kreisverbandes Borken haben sich ein eigenes Bild von der sicheren Aufbewahrung radioaktiver Abfälle im Zwischenlager Ahaus gemacht.

Nach einem Vortrag durch Burghard Rosen zur Neuordnung der Zuständigkeiten bei der Zwischen- und Endlagerung sowie den aktuellen Themen am Standort Ahaus besichtigte die Gruppe das Zwischenlager und die Baustelle zur Nachrüstung der zusätzlichen Schutzwand.

Stefan Hegering fasste den Besuch als Vorsitzender der Senioren-Union zusammen: „Durch die mit breiter Mehrheit im Bundestag verabschiedeten Gesetze gibt es einen klaren Fahrplan zur Zwischen- und Endlagerung der radioaktiven Abfälle in Deutschland. Wir konnten uns heute davon überzeugen, dass die BGZ als Gesellschaft des Bundes die Zwischenlager sicher und zuverlässig betreibt und dabei transparent kommuniziert.“

Besuchen Sie uns im Informations­haus Ahaus

Besuchen Sie uns im Informationshaus, wo zu allen Themen rund um die sichere und zuverlässige Zwischen­lagerung klar Stellung bezogen wird und der persönliche Austausch im Vordergrund steht. Alle Bürgerinnen und Bürger sind nach wie vor herzlich eingeladen, sich hier vor Ort über die sichere Zwischenlagerung zu informieren.

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Besuchen Sie uns im Informations­haus Gorleben

Gerne informieren wir Sie vor Ort über unsere Arbeit. Machen Sie sich auch gerne selbst ein Bild insbesondere von der sicheren und genehmigungskonformen Zwischenlagerung von Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung in unserem ALG. Behördliche Auflagen für eine Betriebsführung erfordern eine frühzeitige Terminabsprache für Ihren Besuch, das rechtzeitige Vorliegen der ausgefüllten Teilnehmerlisten sowie einen gültigen Personalausweis zum Besuchstermin. Neben dem Besuch unseres Werksgeländes vermitteln in unserem Informationshaus in Gorleben zahlreiche Modelle, Schautafeln und Kurzfilme einen Eindruck von unserer Arbeit.

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