MdL Ruth Müller (SPD) im Gespräch mit Stefan Mirbeth (BGZ).

MdL Ruth Müller (SPD) informierte sich über das Zwischenlager Isar

Landshut – Die sichere Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle gehört für die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD) zu den „verantwortungsvollsten Aufgaben, denen wir uns gesamtgesellschaftlich stellen müssen.“ Im Austausch mit BGZ-Standortkommunikator Stefan Mirbeth informierte sie sich kürzlich über das Brennelemente-Zwischenlager Isar (BZI), das seit 1. Januar 2019 von der BGZ betrieben wird.

Die Hauptsorge der niederbayerischen SPD-Abgeordneten, die Mitglied im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags ist: „Das Zwischenlager unweit von Niederaichbach darf kein ‚de facto‘-Endlager werden!“ Auch wenn durch das Konzept der trockenen Zwischenlagerung der Schutz von Mensch und Umwelt gewährleistet werden könne, sei die Lagerung der Abfälle am Standort Isar nur bis zu deren Ablieferung an ein Endlager bestimmt. „Das ist Teil der vereinbarten Strategie für den Atomausstieg und diese Zusagen müssen eingehalten werden“, so MdL Ruth Müller.

„Der Ausstieg aus der Atomkraft war gesellschaftlicher Konsens und ich bin froh, dass der Ausbau der regenerativen Energien voranschreitet“, zeigt sich die Abgeordnete zufrieden. Allerdings sollte allen bewusst sein, dass der entstandene atomare Abfall für eine lange Zeit zuerst sicher zwischengelagert und dann in ein tiefengeologisches Endlager entsorgt werden müsse. „Und auch dafür muss unsere Generation Verantwortung übernehmen!“

Deshalb müsse man neben der rein wissenschaftlichen Auswahl des  Endlagerstandortes auch zur völkerrechtlichen Verpflichtung zur Rücknahme von Abfällen aus dem Ausland stehen. „Deutschland hat hier nicht nur eine moralische Pflicht, sondern muss verlässlich seine Verträge erfüllen. Schließlich hat auch unsere Region ihre positive Wirtschaftsentwicklung der Bereitstellung von Energie zu verdanken“, ist sich die niederbayerische Abgeordnete bewusst.

Vor dem Hintergrund einer notwendigen verlängerten Zwischenlagerung am Standort Isar informierte sich MdL Ruth Müller auch darüber, mit welchem Zeithorizont die BGZ als Betreiberin der Anlage rechnet. Nach dem Atomgesetz ist die Genehmigung für die Aufbewahrung von Brennelementen im Zwischenlager auf 40 Jahre befristet, am Standort Isar demnach bis 2047.

Gemäß Standortauswahlgesetz soll das Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Mitte des Jahrhunderts seinen Betrieb aufnehmen. Dazu erklärte BGZ-Sprecher Stefan Mirbeth, dass man sich schon heute darauf vorbereite, die Sicherheit der Zwischenlagerung auch über das Jahr 2047 hinaus nachzuweisen. Unter anderem ist die BGZ an Forschungsprojekten zur verlängerten Zwischenlagerung beteiligt.

Abschließend informierte Mirbeth darüber, dass die BGZ den offenen Dialog mit allen an der Zwischenlagerung Interessierten künftig ausbauen und intensivieren werde. „Einen regelmäßigen Austausch mit einem direkten Ansprechpartner begrüße ich sehr“, freute sich die Abgeordnete über das Kommunikationsangebot der BGZ.

Biblis: Meldepflichtiges Ereignis im Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive (LAW/MAW) Abfälle

Im Rahmen der Auslagerung von Behältern aus dem LAW/MAW-Abfallzwischenlager 1 in Biblis ist es zum Absturz eines Betonbehälters gekommen. Es gibt keine Freisetzung von Radioaktivität. Eine Gefährdung für Mensch und Umwelt besteht nicht.

Der sichere Einschluss des radioaktiven Inventars ist gegeben. Die Kontaminationsfreiheit des abgestürzten Behälters wurde durch so genannte Wischtests und weitere Messungen kontrolliert und festgestellt. In dem Behälter aus Beton befindet sich ein 400l-Edelstahlfass gefüllt mit Verdampferkonzentrat aus dem Atomkraftwerk Biblis.

Jeweils bis zu drei Behälter stehen im Zwischenlager übereinander gestapelt. Während des Abhebens eines in der dritten Lage stehenden Behälters durch einen Gabelstapler kam es zum Absturz auf den Hallenboden. Dabei wurde der Beton des abgestürzten Behälters sowie die darunter stehenden beiden Behälter beschädigt, ebenso wie der Hallenboden am Aufprallpunkt. Es wurde niemand verletzt.

Die BGZ hat bis zur vollständigen Klärung der Absturzursache veranlasst, dass in dem Abfallzwischenlager 1 in Biblis keine weiteren Abfallgebinde bewegt werden. Eine Expertengruppe wird die Handlungsabläufe und Handhabungseinrichtungen analysieren und bewerten.

Die BGZ hat das hessische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde über das meldepflichtige Ereignis (Kriterium N 2.2.3 der Anlage 6 der atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV)) informiert. Es handelt sich um ein Ereignis der Stufe 0 auf der achtstufigen INES-Meldeskala („keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“). Die BGZ wird die Öffentlichkeit fortlaufend informieren.

Ein CASTOR-Behälter für Wiederaufarbeitungsabfälle vor dem Zwischenlager Biblis (hier beim Probelauf der Einlagerung im November 2019). Foto: C. Mick/BGZ

Biblis: CASTOR-Behälter aus Sellafield am Standort eingetroffen

Sechs CASTOR-Behälter mit verglasten hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente sind am Standort Biblis eingetroffen. Mit der Einlagerung in das Zwischenlager Biblis setzt die BGZ den gesetzlichen Auftrag um, Wiederaufarbeitungsabfälle in kraftwerksnahen Zwischenlagern aufzubewahren. Die Sicherheit bei der Zwischenlagerung wurde zuvor umfassend überprüft und in einem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren bestätigt.

Der Transport der sechs Behälter war Ende Oktober in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield gestartet, wo hochradioaktive Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Kraftwerken angefallen sind, in Glas eingeschmolzen und in Edelstahlkokillen abgefüllt in CASTOR-Behälter verladen worden sind. Organisiert und durchgeführt wurde der Transport im Auftrag der kernkraftwerksbetreibenden Energieversorgungsunternehmen.

Derzeit befinden sich die Behälter auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks Biblis. In den kommenden Tagen steht die Übergabe der Behälter an das Brennelemente-Zwischenlager Biblis der BGZ bevor, das sich auf dem gleichen Werksgelände befindet. Fachleute der BGZ überprüfen die Behälter dann noch einmal auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und bereiten sie technisch auf die Einlagerung im Zwischenlager vor, die voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann. Die hierfür erforderlichen Arbeitsabläufe hat die BGZ bereits im Herbst 2019 mit einem unbeladenen Behälter praktisch erprobt und der hessischen Atomaufsicht demonstriert.

„Mein Dank gilt den Kolleg*innen aller beteiligten Institutionen, die die Einlagerung professionell vorbereitet haben und jetzt gemeinsam durchführen“, sagt Dirk Jonas, Leiter des Zwischenlagers Biblis. Jonas weiter: „Besonders profitieren wir dabei von der Unterstützung durch die erfahrenen Kolleg*innen der BGZ Gorleben, die im dortigen Zwischenlager bereits 108 Behälter mit verglasten Wiederaufarbeitungsabfällen erfolgreich eingelagert haben.“ Dass alle Sicherheitsanforderungen für die Aufbewahrung der Behälter auch im Zwischenlager Biblis erfüllt sind, hat die BGZ gegenüber dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im Rahmen eines atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens dargelegt und mit Erteilung der Aufbewahrungsgenehmigung durch das BASE bestätigt bekommen.

Mit der Einlagerung der Behälter in Biblis setzt die BGZ im Rahmen des Atomausstiegs einen Auftrag um, der sich aus dem Atomgesetz ergibt. Dieses sieht vor, die noch im Ausland verbliebenen Behälter mit verglasten Abfällen aus der seit 2005 beendeten Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente dezentral in Zwischenlagern an Atomkraftwerksstandorten aufzubewahren. Nach Abschluss des Transports in das Zwischenlager Biblis (Hessen) betrifft dies noch weitere 19 Behälter, die in den kommenden Jahren in die Zwischenlager an den Standorten Philippsburg (Baden-Württemberg), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) verbracht werden. Damit wird die Rückführung hochradioaktiver Abfälle aus dem Ausland abgeschlossen sein.

Hintergrund:

Für die Rückführung der verglasten radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland in kraftwerksnahe Zwischenlager besteht seit 2015 ein Konzept, das von der Bundesregierung, den beteiligten Landesregierungen und den Energieversorgungsunternehmen als Abfallverursachern gemeinsam getragen wird.

Informationen hierzu sowie zum Ablauf bei der Einlagerung der Behälter im Zwischenlager Biblis und zur Sicherheit bei der Zwischenlagerung bietet die BGZ auf ihrer Themenseite im Internet: https://rueckfuehrung.bgz.de/

Zwischenlager Gorleben: Klimatisierung liegt im Zeitplan

Vertreter der BGZ haben auf einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und atomare Angelegenheiten in der Samtgemeinde Gartow über die Umsetzung der Projekte im Zwischenlager informiert

Dr. Klaus-Jürgen Brammer, Bereichsleiter Zentrale Dienste, berichtete über die Fortschritte der geplanten Klimatisierung des Abfallzwischenlagers Gorleben (AZG): „Das Überwachungs- und Klimatisierungskonzept wurde mit unserer Aufsichtsbehörde, dem Niedersächsischen Umweltministerium, abgestimmt. Wir liegen im Zeitplan und setzen die einzelnen Maßnahmen wie vorgesehen um.“ Die BGZ-Vertreter informierten außerdem über den Fortschritt bei der Nachrüstung der Transportbehälterlagerhalle. Dr. Brammer machte deutlich, dass die Einhaltung der Sicherungsziele des Lagers für hochradioaktive Abfälle unabhängig vom Baufortschritt sei und die Sicherung des Transportbehälterlagers jederzeit durch temporäre Maßnahmen gewährleistet ist.

Besonders interessierte die Ausschussmitglieder die notwendige Verlängerung der Genehmigung des Zwischenlagers Gorleben. Diese ist befristet und läuft im Jahr 2034 aus. Da ein Endlager für hochradioaktive Abfälle erst Mitte dieses Jahrhunderts in Betrieb gehen wird, bereitet sich die BGZ schon heute darauf vor, die Genehmigung zu verlängern. „Die BGZ hat für die Nachweisführung der Sicherheit über den bisher genehmigten Zeitraum hinaus ein Forschungsprogramm initiiert“, erklärte Dr. Brammer: „Wir werden in diesem Programm sowohl die Behälter selbst als auch die eingelagerten hochradioaktiven Abfälle hinsichtlich der Auswirkungen auf die Sicherheitsnachweise für die verlängerte Zwischenlagerung bewerten.“ Die BGZ stehe hierzu in kontinuierlichem Austausch mit Aufsichts- und Genehmigungsbehörden sowie nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen.

Abgerundet wurde die Ausschusssitzung durch die Vorstellung von Torsten Bornschein als neuem Leiter des Zwischenlagers. Er tritt die Nachfolge von Lutz Oelschäger an, der die Leitung der BGZ-Standorte in Norddeutschland übernommen hat.

Der Ausschussvorsitzende Hans-Udo Maury freute sich über die Beantwortung der Fragen durch die BGZ und zog nach der Sitzung ein positives Fazit: „Seit dem Betreiberwechsel vor drei Jahren hat sich der regelmäßige Dialog mit der BGZ etabliert. Wir möchten diesen offenen Umgang miteinander gerne fortsetzen.“

BGZ Gorleben stellte Umgebungsüberwachungsbericht vor

Informationsveranstaltung der BGZ am 09.10.2020 in Gartow zur Dosisleistung am Anlagenzaun

„Wir freuen uns, dass wir die interessierten Bürger*innen und unsere kommunalen Vertragspartner*innen nun auch persönlich vor Ort unter Einhaltung eines Hygienekonzepts über die Ergebnisse der Umgebungsüberwachung informieren konnten“, so Heinz Engelmann, Fachbereichsleiter Strahlenschutz der BGZ in Gorleben. „Der Austausch ist uns sehr wichtig.“ Der Bericht wurde im April veröffentlicht; eine ursprünglich im Mai geplante Informationsveranstaltung musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

„Der Umgebungsüberwachungsbericht bestätigt, dass die Anlagen am BGZ-Standort Gorleben keine radioaktiven Stoffe emittiert haben“, erklärte der stellvertretende BGZ-Strahlenschutzbeauftragte Wolfgang Busse. „Die Strahlung liegt erneut deutlich unterhalb des Genehmigungswertes von 0,3 Millisievert (mSv).“

Für das Jahr 2019 ist an der Stelle mit der höchsten Strahlung am Zaun des Zwischenlagers ein Jahreswert von 0,13 mSv ermittelt worden. Heinz Engelmann erläuterte den Sachverhalt: „Wenn sich eine Person ein Jahr lang an dieser Stelle aufhielte, würde sie diese Dosis erhalten.“ Zum Vergleich: Bei einem Flug von Frankfurt nach San Francisco erhält man ca. 0,1 mSv, bei einem Wechsel des Wohnortes von Norddeutschland in ein deutsches Mittelgebirge ca. 0,18 mSv.

In dem Vortrag mit anschließender Diskussion beantworteten die BGZ-Vertreter Fragen zum Bericht und den Berechnungsmethoden der Jahresdosisleistung. „Die BGZ hat uns Datenmaterial zur Verfügung gestellt und unsere Rückfragen beantwortet“, so Volker Schürg von der Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. „Wir können die Berechnung der Jahresdosisleistung nachvollziehen.“

Hintergrund:

Bereits seit 1983 werden am Zwischenlagerstandort Gorleben im Rahmen der Genehmigungen nach festgelegten Vorgaben umfangreiche Messungen durchgeführt. Neben der permanent überwachten Strahlung werden regelmäßig Proben aus Luft, Niederschlag, Boden, Grundwasser und Vegetation auf radioaktive Stoffe untersucht. Die Auswertung dieser Proben aus der Umgebung hat auch für 2019 keine aus dem Betrieb des Zwischenlagers stammende Radioaktivität ergeben. Lediglich aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl und von oberirdischen Kernwaffentests stammende Nuklide sowie natürliche radioaktive Stoffe wurden nachgewiesen.

Der Umgebungsüberwachungsbericht kann hier heruntergeladen werden.

Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (m.) kam zum Fachgespräch an den Standort Isar, um sich mit BGZ-Standortkommunikator Stefan Mirbeth (l.) und Markus Luginger (r.), Leiter des Zwischenlagers Isar, auszutauschen.

MdL Radlmeier informierte sich über das Zwischenlager Isar

Den kürzlich vorgelegten Zwischenbericht Teilgebiete zur Endlagersuche nahm der Stimmkreisabgeordnete für die Region Landshut, Helmut Radlmeier (CSU), zum Anlass, um sich direkt vor Ort über das Brennelemente-Zwischenlager Isar (BZI) zu informieren. Dieses wird seit 1. Januar 2019 von der BGZ betrieben.

Bei seinem Standortbesuch brachte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier auch die Befürchtungen der Region zu Sprache, zu einem Endlagerstandort zu werden. „Seit längerem gibt es die Sorge, dass das bestehende Zwischenlager Isar ein faktisches Endlager wird“, so Radlmeier. Hier führte der BGZ-Standortkommunikator Stefan Mirbeth aus: „Das Zwischenlager Isar ist als Zwischenlager genehmigt, und die Zwischenlagerung bleibt zeitlich befristet.“

Radlmeier machte sich im Austausch mit Mirbeth auch ein eigenes Bild von der Betriebsführung des Zwischenlagers. Es verfügt über eine genehmigte Gesamtkapazität von 152 Behälter-Stellplätzen. Aktuell sind 76 davon belegt. Der Abgeordnete informierte sich konkret über das genehmigte Reparaturkonzept der Transport- und Lagerbehälter sowie über die umfangreichen Schutzmaßnahmen, die regelmäßig neuen Lagebeurteilungen angepasst werden.

Besonderes Interesse zeigte MdL Radlmeier daran, mit welchen Zeitplänen die BGZ als Betreiber der Anlage rechnet. Nach dem Atomgesetz ist die Genehmigung für die Aufbewahrung von Brennelementen im Zwischenlager auf 40 Jahre befristet, am Standort Isar demnach bis 2047. Gemäß Standortauswahlgesetz soll das Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Mitte des Jahrhunderts seinen Betrieb aufnehmen. Dazu erklärte Mirbeth, dass sich die BGZ schon heute darauf vorbereite, die Sicherheit der Zwischenlagerung am Standort Isar auch über das Jahr 2047 hinaus nachzuweisen. Unter anderem ist die BGZ an Forschungsprojekten zur verlängerten Zwischenlagerung beteiligt.

Eine große Herausforderung sei es laut Standortkommunikator Mirbeth, das Zwischenlager Isar in den kommenden Jahren in einen autarken, also unabhängigen Betrieb vom Kernkraftwerk zu überführen. Dafür werde die Zahl der Mitarbeiter schrittweise aufgebaut. Dass die BGZ die künftigen Prozesse möglichst transparent gestalten möchte und deshalb proaktiv vorangehe, begrüßte MdL Radlmeier: „Gerade die Standortkommunen müssen mit eingebunden werden. Es ist gut, dass es nun einen festen Ansprechpartner vor Ort dafür gibt.“

 

Bürgermeister*innen der Zwischenlagerstandorte treffen sich in Gorleben

Die in der Arbeitsgemeinschaft von Standortgemeinden mit kerntechnischen Anlagen (ASKETA) organisierten Bürgermeister*innen haben erneut das Informationshaus der BGZ am Standort Gorleben für ihre regelmäßige Tagung genutzt. Dabei informierten sie sich auch über aktuelle Projekte und Entwicklungen an den BGZ-Zwischenlagern ihrer jeweiligen Standortgemeinden.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Ewold Seeba als Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung gab Burghard Rosen, Leiter Presse und Standortkommunikation, den Gästen einen Überblick über aktuelle Projekte bei der BGZ, beispielsweise über das in Würgassen geplante Logistikzentrum für das Endlager Konrad.

Dr. Michael Hoffmann, Bereichsleiter Betrieb, stellte den Bürgermeister*innen den aktuellen Planungsstand für die Überführung der Zwischenlager in einen autarken Betrieb vor. Hierbei gibt es zahlreiche Schnittstellen zu den Standortgemeinden, etwa bei der Wegeführung für künftige Zufahrten oder bei den organisatorischen Regelungen für den Brandschutz. „An allen Standorten sind wir dazu in Gesprächen mit den Gemeinden wie auch mit den zuständigen Behörden“, erläuterte Dr. Hoffmann.

„Wir haben hier vor Ort einen guten Draht zur BGZ, das ist gelebte Nachbarschaft“, freute sich Christian Järnecke, Bürgermeister der Samtgemeinde Gartow, der das Treffen mit seinen Amtskolleg*innen in Gorleben organisiert hatte. Die Bürgermeister*innen der Zwischenlagerstandorte nähmen wahr, dass sich die BGZ beispielsweise mit dem Logistikzentrum für das Endlager Konrad für eine konsequente Umsetzung des Atomausstiegs einsetze. Das Logistikzentrum werde es ermöglichen, die bestehenden Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle so zügig wie eben möglich zu räumen. Järnecke weiter: „Jetzt kommt es für uns Standortgemeinden darauf an, auch die weiteren Schritte beim Atomausstieg so wie geplant voranzutreiben, also auch die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.“

Logistikzentrum Konrad: BGZ veröffentlicht Baugrundgutachten und standortspezifisches Konzept

In Vorbereitung auf das im zweiten Halbjahr 2021 anstehende Planungs- und Genehmigungsverfahren für das Logistikzentrum Konrad in Würgassen hat die BGZ weitere Unterlagen fertiggestellt. Die Dokumente stehen allen Interessierten ab sofort auf http://www.logistikzentrum-konrad.de/ zur Verfügung.

Mit einem standortspezifischen Konzept für das Logistikzentrum hat die BGZ die technische Umsetzung des bisher standortunabhängig geplanten Vorhabens am nun festgelegten Ort in Würgassen konkretisiert. Informationen aus diesem Konzept sind Grundlage für die Beauftragung der technischen Planung in den kommenden Monaten.

Zum standortspezifischen Konzept für das Logistikzentrum Konrad

Ebenfalls abgeschlossen ist die Erstellung eines Baugrundgutachtens für den geplanten Standort des Logistikzentrums in Würgassen. Das jetzt vorgelegte Gutachten zur Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens bildet eine wichtige Grundlage für die weiteren bautechnischen Planungen sowie für die Überprüfung des Vorhabens durch die Genehmigungsbehörde.

Zum Baugrundgutachten für das Logistikzentrum Konrad

Spannende Aufgaben, sichere Perspektive: Ausbildungsstart bei der BGZ

Vier junge Leute starten in dieser Woche bei der BGZ ins Berufsleben. Das wachsende Unternehmen bietet seinen Mitarbeiter*innen ein ganz besonderes Tätigkeitsfeld sowie krisensichere Jobs. Angesichts ihrer Aufgaben plant die BGZ in Sachen Personal weit voraus.

Zum Team der BGZ gehören ab sofort Max Bauriedel aus Essen (angehender Industriekaufmann), Leon Groth aus Dannenberg (Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik am Standort Gorleben), Lucy Holzmann aus Essen (angehende Kauffrau für Büromanagement) sowie Felix Pöppinghaus aus Essen, der den Beruf des Fachinformatikers für Systemintegration erlernt. Lars Köbler als kaufmännischer Geschäftsführer und Britta Fuhrmann als Ausbildungsleiterin begrüßten die jungen Kolleg*innen heute bei ihrem ersten gemeinsamen Treffen in der Essener Unternehmenszentrale.

„Wir freuen uns sehr über die neuen Kolleginnen und Kollegen“, sagt Lars Köbler. „Mit unserem Engagement in der Berufsausbildung übernehmen wir Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs und sichern uns gleichzeitig die Kompetenz und das Know-how, die das Fundament bilden für unsere Arbeit in den kommenden Jahrzehnten.“

Die BGZ ist ein bundeseigenes Unternehmen mit Hauptsitz in Essen. Nach dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung fällt der BGZ die Aufgabe zu, Zwischenlager für radioaktive Abfälle der Energieversorgungsunternehmen sicher und zuverlässig zu betreiben, bis die Abfälle zur Endlagerung abgegeben werden können. Gegenwärtig betreibt die BGZ zehn Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und 13 Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle. Weitere kommen künftig noch hinzu. Die Zwischenlager befinden sich überwiegend an den Standorten der Atomkraftwerke in Deutschland. Als junges Unternehmen befindet sich die BGZ weiter im Aufbau. Waren bei Übernahme der ersten Zwischenlager am 1. August 2017 rund 150 Beschäftigte für die BGZ tätig, hat sich die Belegschaft drei Jahre später auf gut 400 Kolleg*innen mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend.

„Unser wichtigstes Projekt in den kommenden Jahren wird sein, die Zwischenlagerstandorte technisch, organisatorisch und personell so aufzustellen, dass wir sie auch nach dem Rückbau der benachbarten Atomkraftwerke vollständig autark betreiben können“, erklärt Lars Köbler. „Das fängt bei der Umzäunung an, geht über die Wasser-, Strom- und IT-Anbindung, den Einkauf, das Gebäude- und Fuhrparkmanagement bis hin zu den zahlreichen atom- und strahlenschutzrechtlichen Anforderungen, die wir mit fachkundigem Personal vor Ort und in der Zentrale umsetzen.“ Spannende Aufgaben, auch für die neuen Auszubildenden in Essen und Gorleben.

Ahaus: Ratssitzung zur Zwischenlagergenehmigung für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

Auf Einladung der Stadt Ahaus hat die BGZ am 30.07.2020 an einer Sondersitzung des Rates teilgenommen.

Im Rahmen der Sitzung erläuterten Fachleute der BGZ den Ratsmitgliedern erneut die Hintergründe zur kürzlich durch die Bezirksregierung Münster erteilten Genehmigung für die weitere Aufbewahrung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen im Zwischenlager Ahaus. Auch die Bezirksregierung Münster als zuständige Genehmigungsbehörde nahm an der Sitzung teil.

Zur Pressemitteilung der Bezirksregierung Münster