Austausch von Industrie und Wissenschaft in Garching

GARCHING – Wo steht die internationale Forschung im Bereich hochradioaktiver Abfälle aktuell? Wie kann die Industrie diese nutzen und welchen weiteren Forschungsbedarf gibt es? Darüber haben internationale Expert*innen auf dem Forschungscampus der Technischen Universität (TU) München in Garching diskutiert. Die BGZ stellte als Co-Host bei der Veranstaltung ihr Forschungsprogramm vor.

Einen Überblick der BGZ-Forschung gab Dr. Maik Stuke, Leiter des BGZ.lab auf dem Forschungscampus der TU München in Garching, im Rahmen des EPRI Used Fuel & High Level Waste Programm Workshops (UF&HLW).  EPRI (Electric Power Research Institute) ist eine 1972 gegründete, unabhängige Non-Profit-Organisation mit Sitz in den USA, die weltweit unter anderem zu Themen der nuklearen Sicherheit forscht. Mitglieder sind vorwiegend Energieunternehmen, Regierungsbehörden und andere Organisationen, die praxisnahe Forschung finanzieren.

Zwei Tage lang diskutierten 25 Fachleute aus elf Mitgliedsorganisationen des EPRI Used Fuel & High Level Waste Programs in Garching über den Stand der Forschung im Bereich hochradioaktive Abfälle, tauschten sich über Betriebserfahrungen und technische Anforderungen aus und teilten ihr Wissen. „Neben dem Überblick der EPRI-Forschung ist für uns der direkte Austausch mit den europäischen Kolleg*innen sehr wichtig“, sagt Dr. Maik Stuke. „Das gibt uns einen Überblick über den Stand der Forschung und darüber, wohin die Reise geht.“

Als Co-Host des EPRI-Workshops habe die BGZ die Gelegenheit, die aktuellen Forschungsprioritäten der europäischen Nachbarn zu verstehen und einzuordnen, welche Erkenntnisse in den nächsten Jahren für die gesamte Branche relevant werden und wo es Synergien gibt. Von besonderem Interesse für die BGZ war der Austausch über Themen wie beispielsweise geplante Behälteröffnungen in den USA sowie Erfahrungen mit Druckschaltern in der Schweiz.

Hintergrund:
Die Aufbewahrung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigungen für die Zwischenlager der BGZ laufen ab 2034 sukzessive aus. Eine verlängerte Zwischenlagerung ist notwendig, da erst Mitte des Jahrhunderts ein Endlagerstandort benannt werden soll. Anschließend wird es noch mehrere Dekaden dauern, bis alle Behälter mit hochradioaktiven Abfällen an das Endlager abgegeben sind. Auf die verlängerte Zwischenlagerung bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung im Jahr 2017 vor. Zentraler Baustein dafür ist ihr 
Forschungsprogramm, in dem unter anderem das Langzeitverhalten von Brennelementen und Behältern untersucht wird.