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Schutz- und Sicherheitskraft mit Auszeichnung: BGZ-Mitarbeiter Kai von Oesen in Köln geehrt
/in Aktuelles, Pressemitteilung, StartseiteUNTERWESER/KÖLN – Im Rahmen einer Feierstunde hat die IHK Köln die erfolgreichsten Absolvent*innen der beruflichen Weiterbildung des Jahres 2025 gewürdigt. Zu den Geehrten zählt auch BGZ-Mitarbeiter Kai von Oesen. Die Prüfung zur „Schutz- und Sicherheitskraft“ absolvierte er als einer der Besten seines Jahrganges.
Seit 2023 ist der Beverstedter Teil des BGZ-Teams Unterweser und unterstützt hier bei der Wartung und Instandhaltung von sicherheitstechnischen Geräten und Systemen. Die Weiterbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) ist Teil der Qualifikation zum Leiter vom Dienst (LvD). Im Schichtdienst ist der LvD rund um die Uhr Bindeglied zwischen BGZ-Fachkräften und dem externen Wachschutz. Die berufliche Fortbildung absolvieren die LvD-Anwärter*innen bei der IHK Köln.
Nach dem Fachabitur im Bereich Elektrotechnik und einer Ausbildung zum Elektroniker war Kai von Oesen in der Schaltanlagenfertigung tätig. Parallel erwarb er einen Meister der Elektrotechnik. Anschließend wechselte er in den Schiffbau und arbeitete für wechselnde Kunden in der Konstruktion von Mega-Yachten. „Nach mehr als zehn Jahren in meinem bisherigen Beruf, die ich fast ausschließlich am Schreibtisch gesessen habe, wollte ich mich noch einmal verändern und wieder einen aktiveren Arbeitsalltag verbringen“, erläutert von Oesen seine Entscheidung für die BGZ.
„Dabei freue ich mich über die gute Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen, einen abwechslungsreichen Job und den stetigen Wissenstransfer,“ erklärt der 41-Jährige. Dafür durchlief er gerne die mehrmonatige berufliche Fortbildung, die er nun als einer der besten zwei Prozent der rund 3.300 Absolvent*innen der Weiterbildungskurse an der IHK Köln abschloss.
Auch in seiner Freizeit ist Kai von Oesen voll im Einsatz: Er engagiert sich ehrenamtlich als Ortsbrandmeister in der Freiwilligen Feuerwehr, als Zugführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft, als Sanitäter und Gruppenführer im Katastrophenschutz des Deutschen Roten Kreuzes, zudem spielt er Schlagzeug in einem Spielmannszug.
Staatssekretär des baden-württembergischen Umweltministeriums und Bürgermeister besuchen Zwischenlager Neckarwestheim
/in Aktuelles, Pressemitteilung, StartseiteNECKARWESTHEIM / GEMMRIGHEIM – Staatssekretär und Landtagsabgeordneter
Dr. Andre Baumann informierte sich bei einer Besichtigung des Standorts über das Konzept der sicheren Aufbewahrung radioaktiver Abfälle. Im Fokus des Austauschs stand die verlängerte Zwischenlagerung.
Bei einem Rundgang durch das Tunnellager im ehemaligen Steinbruch erläuterten die BGZ-Vertreter Wolfgang Arnold und Thomas Taschke dem Staatssekretär, den beiden Standort-Bürgermeistern Jochen Winkler und Mario Dittmann sowie Dr. Jörg Frauhammer (Bürgermeister a.D.) wie die Behälter mit hochradioaktiven Abfällen sicher aufbewahrt werden. Aktuell lagern im Brennelemente-Zwischenlager 104 Behälter aus dem ehemaligen Betrieb der Kernkraftwerke Neckarwestheim und Obrigheim. Die Einlagerung ist noch nicht beendet, wie Arnold als BGZ-Hauptabteilungsleiter Betrieb im Südwesten, erklärte. 24 Behälter werden noch aus dem stillgelegten Kraftwerk Neckarwestheim ins Zwischenlager gebracht.
„Wir werden alle Behälter sicher aufbewahren, bis sie an ein Endlager abgegeben werden können“, betonte Taschke als Leiter des Zwischenlagers. „Auf die Zwischenlagerung über den bislang genehmigten Zeitraum hinaus bereiten wir uns schon seit Gründung der BGZ intensiv vor und werden die Sicherheit in den zu führenden Genehmigungsverfahren nachweisen.“
Staatssekretär Baumann zeigte sich von der Sicherheit der Zwischenlagerung überzeugt. Er hob die hohe Belastung hervor, die die beiden umliegenden Gemeinden tragen. „Mit der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe des Atomausstiegs dürfen wir die Standortkommunen nicht allein lassen. Daher muss die Endlagersuche zügig vorangetrieben werden“, so Dr. Baumann.
Hintergrund:
Die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung betreibt seit 2019 das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Neckarwestheim. Die Aufbewahrung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigung für das Zwischenlager in Neckarwestheim läuft im Jahr 2046 aus. Eine verlängerte Zwischenlagerung ist notwendig, da erst Mitte dieses Jahrhunderts ein Endlagerstandort benannt werden soll. Dann wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis alle Behälter an dieses Endlager abgegeben sind. Weitere Informationen zur verlängerten Zwischenlagerung finden Sie hier.
Zwei Sportsfreunde mit einer Passion: Bouldern in der Bundesliga
/in Aktuelles, Pressemitteilung, StartseiteGRAFENRHEINFELD – Blaue Flecken, Schwielen an den Händen und Kratzer an den Beinen: Kleine Blessuren sind für Emanuel Schramm (30) und Enrico Diez (32) selbstverständlich. Die beiden Unterfranken bouldern in der Bundesliga. Aus Kollegen, die im Zwischenlager der BGZ in Grafenrheinfeld arbeiten, wurden Freunde mit einer gemeinsamen Leidenschaft. Sie touren zusammen durch die Kletterhallen Deutschlands, die nächste Route immer im Blick. Der Sport hat das Leben der beiden verändert – jeden auf seine ganz eigene Weise.
Mit Bewegung hatte er früher wenig am Hut. Als Jugendlicher hat Emanuel Schramm geraucht, gern mit Freunden ein Bierchen getrunken und Partys gefeiert. Heute ernährt er sich vegan, setzt sich für Tier- und Klimaschutz ein und hängt mindestens dreimal in der Woche in der Wand. Fünf bis sechs Stunden verbringt der 30-Jährige pro Einheit in der Kletterhalle, dazu kommt Krafttraining daheim. „Das Bouldern hat mein Leben um 180 Grad gedreht“, sagt der Wonfurter und lächelt. Dafür ist er seinem großen Bruder heute noch dankbar. Denn er war es, der ihn mit in die Kletterhalle nach Schweinfurt schleppte – und eine Leidenschaft entfachte, die ihn nicht mehr losließ. Und die er schließlich an seinen Arbeitskollegen Enrico Diez weitergab. Die beiden lernten sich 2020 bei der BGZ kennen und arbeiten im Zwischenlager Grafenrheinfeld. Schramm als Leiter vom Dienst, Diez als Elektriker. Beim Mittagessen plauderten sie über den Sport. Diez begleitete Schramm in die Kletterhalle – und blieb. Mittlerweile trainiert er ebenfalls drei- bis viermal in der Woche.
Enrico Diez beim Training für die neue Bundesliga-Saison in der Boulderwand.
Auch für den 32-Jährigen hat das Bouldern viel verändert. „Früher war ich Vollblutfußballer“, erzählt Diez. Eine schwere Verletzung beendete seine Ambitionen auf dem Platz. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“, erinnert er sich. Das Bouldern half ihm hinaus. Hoch hinaus. Nicht nur körperlich. Der Bad Kissinger ist von Geburt an stark schwerhörig, medizinisch gilt er als taub. Er trägt ein Cochlea-Implantat – eine hinter dem Ohr in den Knochen eingesetzte Prothese, die ihn wieder hören lässt. „Aber natürlich ist das ein tiefgreifender Einschnitt für meine persönliche Entwicklung“, sagt Enrico Diez. In großen Gruppen tut er sich schwer, Geräusche kann er dann schlecht zuordnen, Gespräche nicht richtig verfolgen. „Und dann schweige ich oft oder ziehe mich zurück.“ Aber beim Bouldern in der Wand, „da fühle ich mich mit allen anderen auf Augenhöhe“. Denn da zählt nur, den nächsten Schritt zu planen, Hände und Füße in vier bis fünf Metern über dem Boden richtig zu setzen, die Kraft perfekt zu nutzen und voll fokussiert zu bleiben.
Emanuel Schramm bouldert in der ersten Bundesliga. Drei- bis viermal in der Woche trainiert er dafür in der Wand.
„Wir haben gemeinsam einen extremen Trainingsehrgeiz entwickelt“, sagt Diez. Und der zahlt sich aus. Die beiden Arbeitskollegen haben sich an die Spitze geklettert. Emanuel Schramm bouldert seit vier Jahren in der Bundesliga, Diez startete ein Jahr später. Anders als beim Fußball kann sich jeder Athlet selbst für eine Bundesliga anmelden, drei Top-Ligen gibt es für Herren und drei für Damen. Das Alter der Sportler reicht von 11 bis 65 Jahren. 13 Kletterhallen in ganz Deutschland stehen pro Saison zum Punktesammeln zur Verfügung. Und so touren die Unterfranken mit ebenso boulderbegeisterten Freunden durch die Republik. „Wir kennen mittlerweile jede Halle“, sagt Schramm und grinst. Von Hamburg über Dortmund und Köln bis München führen die Wochenend-Ausflüge. „Da bleibt eigentlich keine Zeit für etwas anderes“, gibt Schramm zu. Seine Ehefrau liebt den Sport ebenfalls, kürzlich haben die beiden geheiratet. Die Hochzeitsfotos entstanden in der Boulderhalle.
Enrico Diez liebt den Wettbewerb – und dass sich die Konkurrenten untereinander dennoch alle anfeuern.
Nun geht’s wieder los, die neue Saison startet im August. Das Ziel: Von 15 Kletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade in jeder Halle so viele wie möglich zu schaffen. Wer eine im ersten Versuch schafft, dem gelingt ein Flash – und es gibt die volle Punktzahl. Wer mehrere Anläufe benötigt, erhält weniger Punkte für die Jahreswertung. Schramm stand nach der Saison 2024/2025 in der zweiten Liga auf Platz 12 – und verpasste nur ganz knapp das große Finale der Top 6, das auf großer Bühne mit vielen Zuschauern und Livestream stattfindet. Doch der Aufstieg in die erste Liga war damit Pflicht. Die letzte Saison beendet er dort auf Rang 85 von 319 Teilnehmern. In der zweiten Bundesliga tritt Enrico Diez zusammen mit mehr als 600 Sportlern aus ganz Deutschland an. „Das Niveau steigt extrem“, stellt er fest. „Bouldern wird immer mehr zur Trendsportart.“ Er klettert im oberen Drittel der Liga mit. Sein Ziel für die kommende Saison: den Sprung in die erste Bundesliga schaffen. Vor jedem Wettkampf schaut er auf die Tabelle.
„Für mich ist der Wettbewerb das Entscheidende“, sagt der 32-Jährige. „In der Wand sind wir Einzelkämpfer, aber wir feuern uns untereinander alle an, auch die Konkurrenz.“ Diese Gemeinschaft ist es, die auch für Emanuel Schramm den besonderen Reiz des Sports ausmacht. „Das Bouldern ist ein richtiges Gruppenevent, wir sind meistens am Wochenende mit sieben bis acht Leuten unterwegs“, sagt er. „Und man lernt immer wieder neue, nette Sportler und Sportlerinnen in den Hallen kennen, das ist super.“ Durch das Bouldern haben er und seine Frau mittlerweile Freunde in ganz Deutschland. Diez bestärkt: „Das Umfeld ist extrem wichtig. Die Freunde hier vor Ort geben mir Antrieb, ziehen mich mit und motivieren mich, dranzubleiben.“
Kraft, Ausdauer und Körpergefühl sind gefragt, wenn man – wie Emanuel Schramm – in der ersten Bundesliga mitbouldern will.
Teamgeist und Motivation sind bei beiden groß vor der nun startenden Saison. Die Vorbereitungen waren intensiv, nicht selten mit fünf bis sechs Trainingstagen pro Woche. Eintrittspreise für die Hallen, Fahrten und Übernachtungen bei den Wettkämpfen, dazu die Ausrüstung: Bouldern ist kein günstiges Hobby. Daher sind die beiden froh, dass die BGZ ihren Sport über das Firmenfitness-Angebot Wellpass unterstützt. Mit diesem kommen sie zu deutlich günstigeren Konditionen oder sogar bei freiem Eintritt in die Kletterhallen in ganz Deutschland. „Da sparen wir extrem“, sagt Schramm. Pro Besuch – für jedes Training ebenso wie für jeden Wettkampf – kostet der Eintritt bis zu 14 Euro. Für die Unterfranken, die trotz Bundesliga-Niveau alles aus eigener Tasche bezahlen müssen, macht sich diese Ersparnis bemerkbar.
Ebenso wie der Trainingseffekt. Aber nicht nur körperlich sind die beiden in Topform. „Wenn ich einen miesen Tag hatte, gehe ich in die Halle“, sagt Schramm. „Ich schalte den Kopf aus, gehe in die Wand und alles drumherum ist vergessen.“ Nach dem Training in fünf Metern Höhe, wenn die Fingerkuppen schmerzen und sie jeden Muskel spüren, haben sie wieder festen Boden unter den Füßen. Und die Welt ist für Emanuel Schramm und Enrico Diez wieder in Ordnung.