Krümmel: BGZ setzt Veranstaltungsreihe fort

Die BGZ hat am Dienstagabend ihre Dialogveranstaltungen am Standort Krümmel fortgesetzt. Bürgerinnen und Bürger tauschten sich im Ratssaal der Stadt Geesthacht mit den Verantwortlichen der BGZ über die sichere Aufbewahrung radioaktiver Abfälle am Standort aus.

Der Leiter des Zwischenlagers, Dr. Henning Knigge, erklärte: „Die Übernahme des Zwischenlagers für ausgediente Brennelemente zum Jahresbeginn 2019 hat gut funktioniert, wir betreiben es sicher und zuverlässig. Wir bereiten uns nun auf die Übernahme des Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im kommenden Jahr vor. Dazu stehen wir in engem Austausch mit der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, die das Abfalllager derzeit errichtet.“

„Mit der Einlagerung des letzten Brennelements des Kernkraftwerks Krümmel und der damit verbundenen Brennstofffreiheit der Anlage ist die Annahme hochradioaktiver Abfälle in unser Zwischenlager abgeschlossen“, erläutert Dr. Henning Knigge. „Auch die Nachrüstung der Anlagensicherung verläuft planmäßig“, so Knigge weiter. „Zudem werden wir personell weiter wachsen und unsere BGZ-Mannschaft von derzeit neun auf 19 Mitarbeiter vergrößern.“

Olaf Schulze äußerte sich als Bürgermeister von Geesthacht im Anschluss positiv über die Arbeit und die Kommunikation der BGZ: „Es ist erfreulich, dass die Übertragung des Zwischenlagers reibungslos verlaufen ist und die BGZ in transparenter Form über den Fortgang der zahlreichen Projekte berichtet“, so Schulze.

Ahaus: Regelmäßiger Informationsaustausch mit dem Rat der Stadt

Mitglieder des Rates und der Stadtverwaltung Ahaus haben sich am gestrigen Abend zu ihrem regelmäßigen Informationsaustausch mit Vertretern der BGZ am Zwischenlager Ahaus getroffen.

Im Informationshaus gab zunächst Burghard Rosen den Ratsmitgliedern einen Überblick über die Entwicklung der BGZ seit dem letzten Treffen vor gut einem Jahr. Bedingt durch die Übernahme zahlreicher Zwischenlager in Deutschland hat sich die Belegschaft der BGZ auf heute gut 350 Beschäftigte verdoppelt. Aktuell betreibt die BGZ 21 Zwischenlager an 16 Standorten.

Für das Zwischenlager Ahaus gingen mit diesem Wachstum personelle Veränderungen einher: Die Presse- und Standortkommunikation Ahaus hat zum 1. Januar 2020 Dr. David Knollmann von Burghard Rosen übernommen, der in dieser Funktion für alle BGZ-Standorte in Deutschland tätig ist. Zudem stellte sich Uwe Wolf als neuer Leiter des Zwischenlagers Ahaus vor. Er folgt auf Markus Röder, der die Leitung der BGZ-Standorte in Nordwestdeutschland übernommen hat und der den Ratsmitgliedern die aktuellen Projekte am Standort Ahaus erläuterte. Hierzu gehören weit fortgeschrittene Nachrüstungsmaßnahmen ebenso wie die Aufbewahrung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle oder die geplante Zwischenlagerung von Forschungsreaktorbrennelementen im Zwischenlager Ahaus.

Detaillierte Informationen zu den Hintergründen des vorgesehenen Transports der Brennelemente des Forschungsreaktors der Technischen Universität München (FRM II) vermittelte Dr. Heiko Gerstenberg als dessen stellvertretender technischer Direktor. Er beschrieb die Art des verwendeten Kernbrennstoffs, seine Anwendungsgebiete im Forschungsreaktor und zeigte auf, welche technischen und genehmigungsrechtlichen Schritte bis zu einer Einlagerung der Brennelemente im Zwischenlager Ahaus zu absolvieren sind. Im Anschluss an die Einführungsvorträge tauschten sich die Vertreter von BGZ und TU München mit den Ratsmitgliedern über ihre Fragen und Positionen zur Zwischenlagerung in Ahaus aus.

„Ungeachtet unterschiedlicher Auffassungen in einigen Fragen bleibt der persönliche Austausch und der offene Umgang miteinander weiterhin richtig und wichtig“, erklärte Karola Voß, Bürgermeisterin der Stadt Ahaus. Voß dankte der BGZ wie der Delegation der TU München für die Informationen aus erster Hand. „Diesen Dialog hier am Standort möchten wir auch in Zukunft aufrechterhalten“, so Voß weiter.

Biblis: Aufbewahrung von Wiederaufarbeitungsabfällen genehmigt

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat der BGZ die Genehmigung nach dem Atomgesetz erteilt, sechs CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen im Zwischenlager Biblis aufzubewahren.

Die Behälter mit den verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente sollen im ersten Halbjahr 2020 vom britischen Sellafield nach Biblis transportiert werden. Die BGZ hatte dem hessischen Umweltministerium als Aufsichtsbehörde bereits im November mit einem leeren Behälter die Beherrschung der sicheren Einlagerung in das Zwischenlager Biblis nachgewiesen.

Für einen Transport nach Biblis ist zudem eine noch nicht erteilte Genehmigung nach dem Atomgesetz erforderlich, die ein von der Energiewirtschaft beauftragtes Transportunternehmen beim BfE beantragt hat.

Bis 2005 wurden Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Die dabei angefallenen, in Deutschland verursachten hochradioaktiven Abfälle wurden größtenteils bereits nach Deutschland zurückgeholt. Nach den noch durchzuführenden Transporten der verbliebenen insgesamt 25 Behälter an vier Standorte in Deutschland wird die Rückführung der hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland abgeschlossen sein. Verursacher dieser Abfälle sind die deutschen Atomkraftwerke. Deutschland ist zur Rücknahme dieser Abfälle verpflichtet. Im Jahr 2015 hatte das Bundesumweltministerium ein Konzept für die Rückführung vorgelegt. Dieses sieht eine bundesweit ausgewogene Verteilung vor. Mit breitem politischen Konsens wurden vier Standorte für die Rückführung festgelegt: Biblis in Hessen, Brokdorf in Schleswig-Holstein, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg. Hierüber besteht Einigkeit zwischen der Bundesregierung und allen beteiligten Landesregierungen sowie den AKW-Betreibern als Abfallverursachern.

Informationen zur Rückführung von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung: https://rueckfuehrung.bgz.de/

Zur Pressemitteilung des BfE: https://www.bfe.bund.de/DE/aktuell/aktuell_node.html