Zwischenlager Brokdorf - BGZ im Dialog zur Rückführung hochradioaktiver Abfälle

Zwischenlager Brokdorf: BGZ im Dialog zur Rückführung hochradioaktiver Abfälle

Die BGZ hat mit Anwohnerinnen und Anwohnern des Zwischenlagers Brokdorf den Dialog zur Rückführung der radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland fortgesetzt. Anknüpfend an einen ersten Dialogabend im Juni 2018 informierte die BGZ-Geschäftsführung im Beisein von Brokdorfs Bürgermeisterin Elke Göttsche über das Konzept zur Rückführung sowie die sichere Aufbewahrung der Abfälle im Zwischenlager Brokdorf bis zu deren Endlagerung.

Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung, unterstrich in Brokdorf, dass das Rückführungskonzept eine bundesweit ausgewogene Verteilung der Behälter vorsieht: „Mit breitem politischem Konsens wurden vier Standorte festgelegt: Brokdorf in Schleswig-Holstein, Biblis in Hessen, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg. Hierüber besteht Einigkeit zwischen der Bundesregierung, allen beteiligten Landesregierungen und den Energieversorgungsunternehmen als Abfallverursacher, die für den Rücktransport der von ihnen erzeugten Abfälle verantwortlich sind und bleiben.“ Dr. Seeba stellte zusammenfassend fest: „Die Verteilung der Behälter auf die vier Standorte ist fair und ausgewogen, denn sie orientiert sich am Verursacherprinzip. Nach Abschluss der Rückführung werden die hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in den fünf Bundesländern zwischengelagert, aus deren Atomkraftwerken anteilig die größte Menge an Kernbrennstoff zur Wiederaufarbeitung ins Ausland verbracht wurde. Schleswig-Holstein war dankenswerterweise in diesem Zusammenhang von Beginn an bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

Dass die Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Zwischenlager Brokdorf sicher aufbewahrt und anschließend zum Endlager abtransportiert werden können, erläuterte Wilhelm Graf als technischer Geschäftsführer der BGZ in seinem Vortrag. Er verwies auf die schon vorhandenen Erfahrungen mit der Rückführung derartiger Abfälle und stellte das technische Konzept vor, mit dem die BGZ die sichere Aufbewahrung und den Abtransport der Abfälle zum Endlager ermöglicht. Wilhelm Graf machte deutlich: „Es ist gewährleistet, dass sich sämtliche Behälter sicher aufbewahren und aus dem Zwischenlager zum Endlager abtransportieren lassen. Die Zwischenlagerung bleibt zeitlich befristet.“

Die Rückführung der Abfälle bis zum Zwischenlager Brokdorf ist Aufgabe der deutschen Kraftwerksbetreiber als Abfallverursacher. In deren Auftrag stellte Michael Köbl für die Gesellschaft für Nuklear-Service die verwendeten CASTOR-Behälter vor und führte aus, wie bei den Transporten die Sicherheit für Mensch und Umwelt gewährleistet ist. Im Anschluss an die Impulsvorträge beantworteten die Referenten gemeinsam mit Wolfram König als Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit sowie mit Dr. Dr. Jan Backmann vom Umweltministerium in Kiel als Atomaufsicht Schleswig-Holstein die Fragen der Gäste zu Rückführung und zur sicheren Zwischenlagerung.

Brokdorfs Bürgermeisterin Elke Göttsche bedankte sich bei allen Beteiligten für die umfangreichen Informationen: „Wie ich schon bei der ersten Informationsveranstaltung deutlich gemacht habe, ist mir der Dialog auf Augenhöhe mit den Menschen aus unserer Region ein besonderes Anliegen. Ich bin davon überzeugt, dass es heute Abend gelungen ist, diesen Dialog erfolgreich fortzusetzen. Dafür bedanke ich mich insbesondere bei den Vertretern der BGZ, aber natürlich auch bei allen anderen Akteuren, die heute Abend Rede und Antwort gestanden haben.“

Rodenkirchen: BGZ im Dialog zum Zwischenlager Unterweser

Als neue Betreiberin des Zwischenlagers Unterweser stellte sich die BGZ bei einem Dialogabend in der Markthalle in Rodenkirchen öffentlich vor.

Rund 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung von Stadlands Bürgermeister Klaus Rübesamen und Dr. Ewold Seeba als Vorsitzendem der BGZ-Geschäftsführung. Sie informierten sich über die Arbeit der BGZ und tauschten sich mit den Fachleuten der BGZ über die Zukunft des Zwischenlagers Unterweser aus.

„Die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle in das Zwischenlager Unterweser ist abgeschlossen. Weitere Einlagerungen sind nicht vorgesehen“, macht Dr. Seeba deutlich, der die BGZ vorstellte sowie die Aufgabenteilung und Zuständigkeiten gemäß des Gesetzes zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung darstellte.
Auftrag der BGZ ist es, die radioaktiven Abfälle bis zu ihrer Endlagerung sicher und zuverlässig aufzubewahren – in Unterweser sowie an allen anderen BGZ-Zwischenlagern in Deutschland. Konkrete Aufgabe der kommenden Jahre in Rodenkirchen wird es sein, das Zwischenlager unabhängig vom Kraftwerk zu betreiben, das in den nächsten Jahren zurückgebaut wird.

Als Leiter des Zwischenlagers ist Christian Otter erster Ansprechpartner der BGZ vor Ort. „Transparenz, Erklären, Austausch sind das A und O“, fasst Seeba die Werte in einer guten Nachbarschaft mit den Anwohnerinnen und Anwohnern des Zwischenlagers zusammen. „Wir möchten eine Kultur des Hinterfragens schaffen“, so Seeba weiter, der regelmäßige Dialogabende in Rodenkirchen ankündigte.

Einladung: Dialog über die Rückführung hochradioaktiver Abfälle ins Zwischenlager Isar

Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung lädt alle Interessierten aus der Region rund um das Zwischenlager Isar ein, sich über die geplante Rückführung von hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente an den Standort zu informieren. Am Donnerstag, 16.05.2019 veranstaltet die BGZ hierzu ab 19:00 Uhr einen öffentlichen Informations- und Dialogabend in der Aichbachhalle, Pfarrer-Haberl-Platz, 84100 Niederaichbach.

Anknüpfend an einen ersten öffentlichen Informationstermin in Essenbach im April 2018 erläutern die BGZ-Geschäftsführer Dr. Ewold Seeba und Wilhelm Graf das Konzept für die Rückführung und sichere Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle. Neben der BGZ sind weitere Unternehmen und Behörden vor Ort vertreten, die Aufgaben im Zusammenhang mit der Rückführung wahrnehmen. Moderiert wird der Abend von Eva Grünbauer. Bürgerinnen und Bürger haben anknüpfend an die Impulsvorträge ausführlich Gelegenheit, sich zu Fragen rund um das Thema Rückführung und Zwischenlagerung mit den Verantwortlichen auszutauschen.

Zum Hintergrund: Bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken im Ausland sind hochradioaktive Abfälle angefallen, zu deren Rücknahme die Kraftwerksbetreiber als Abfallverursacher verpflichtet sind. Eingelagert werden sollen die Abfälle unter anderem in das Zwischenlager Isar, das seit 1. Januar 2019 in der Verantwortung der bundeseigenen BGZ betrieben wird. Die BGZ führt an ihren Standorten einen sachlichen Dialog auf Augenhöhe und organisiert regelmäßig Informations- und Diskussionstermine für die Menschen in der Umgebung der Zwischenlager.