Auf dem Weg zum unabhängigen Zwischenlager: BGZ informiert am Standort Biblis

BIBLIS/BENSHEIM – Über die Entkopplung des Lagerbetriebs vom Kernkraftwerk informierte die BGZ bei einer gemeinsamen Veranstaltung der AG „Sicheres Zwischenlager Biblis“ und der Wählergemeinschaft „Bürger für Bensheim”. Die Planungen zum unabhängigen Zwischenlagerbetrieb unterstützen dabei die zukünftige Nutzung des Kraftwerksgeländes.

Für die organisatorische, bauliche und personelle Entkopplung investiert die BGZ umfangreich in den Standort. Viele Baumaßnahmen, etwa ein neuer Sicherungszaun oder auch eine eigene Strom- und Wasserversorgung, sind bereits umgesetzt. Eine eigene Straßenzufahrt wird erbaut und eine Photovoltaikanlage errichtet. „Ein Meilenstein in diesem Zusammenhang war das Richtfest des neuen Wach- und Funktionsgebäudes,“ berichtete BGZ-Standortkommunikatorin Dr. Genevieve Mulack. Dass das Zwischenlager künftig autark betrieben wird, begünstige die Pläne, das Kraftwerksgelände anderweitig zu nutzen. So sorge die separate Zufahrt zum Zwischenlager für eine weitere räumliche Trennung.

Der Sprecher der AG Rainer Scheffler lobte die gute Zusammenarbeit: „Die regelmäßige und transparente Kommunikation der BGZ ist ein Mehrwert für die Zusammenarbeit. Dies ist vor dem Hintergrund des Zeithorizonts bei der Endlagersuche besonders wichtig.“ Die BGZ ist seit der AG-Gründung fester Bestandteil und informiert hier regelmäßig über aktuelle Vorhaben am Standort.

Geesthacht: BGZ stellt aktuelle Projekte am Standort Krümmel vor

GEESTHACHT – Vertreter der BGZ haben in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Energie der Stadt Geesthacht die aktuellen Entwicklungen des Zwischenlagers Krümmel präsentiert. Themen waren unter anderem die geplante Entkopplung des Zwischenlager-Betriebs vom Kernkraftwerk sowie die vorgesehene Übernahme des Abfall-Lagers.

Geplant ist, das Lager nach seiner Inbetriebnahme voraussichtlich zum Jahresende 2026 von Vattenfall zu übernehmen. „Dieses wird Platz für rund 1.000 Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel bieten“, erklärte Standortleiter Dr. Henning Knigge. Die Abfälle sollen ab Anfang 2030 an das Endlager Konrad abgegeben werden.

Bereits seit Januar 2019 betreibt die BGZ das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle am Standort. Dort werden 42 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem benachbarten Kernkraftwerk aufbewahrt. Um dies auch nach dem Rückbau des Kernkraftwerks gewährleisten zu können, bereitet die BGZ einen unabhängigen Zwischenlager-Betrieb vor. Dazu zählt unter anderem ein eigener Strahlenschutz und eine autarke Brandmeldeanlage.

„Mit Übernahme dieser und anderer Aufgaben wird das derzeit 24 Mitarbeiter*innen umfassende Team der BGZ in den kommenden Jahren weiter anwachsen“, erläuterte Knigge. Um den steigenden Platzbedarf zu decken, plant das Unternehmen die Aufstockung eines bestehenden Gebäudes um zwei zusätzliche Geschosse.

„Der regelmäßige Austausch mit der Öffentlichkeit und den Standortkommunen ist für uns wichtig, um Transparenz und Vertrauen in unsere Arbeit zu gewährleisten“, sagte BGZ-Pressesprecher Jonas Wingert. „Diesen Dialog setzen wir auch in Zukunft gerne fort.“

Rücknahme deutscher Abfälle aus England: Bürgerdialog am 24. März in Essenbach

ESSENBACH – In der ersten Jahreshälfte 2025 plant die GNS Gesellschaft für Nuklear-Service den Rücktransport von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung im englischen Sellafield in das Zwischenlager Isar, das die bundeseigene BGZ betreibt. Umfassende Informationen zu Transport und Lagerung geben die beteiligten Unternehmen im Rahmen einer Dialog-Veranstaltung am 24. März um 19 Uhr in der ESKARA-Halle in Essenbach.

Bis 2005 wurden Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen müssen die Abfallbesitzer, die Betreiber der Kernkraftwerke, ihre noch im Ausland lagernden Abfälle nach Deutschland zurückführen. Zur Rücknahme hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet.

Mit breitem politischen Konsens wurden vier Standorte für die Rückführung festgelegt, damit erfolgte auch eine ausgewogene regionale Verteilung der Abfälle. An den Standorten Biblis und Philippsburg ist die Rückführung bereits abgeschlossen, die Transporte wurden störungsfrei Ende 2020 nach Hessen und im November 2024 nach Baden-Württemberg durchgeführt.

Das Konzept der Bundesregierung sieht nun vor, dass die letzten noch in England befindlichen Abfälle in die BGZ-Zwischenlager an den Standorten Isar und Brokdorf transportiert werden sollen. Geplant ist, dass der Transport und die Einlagerung in das Zwischenlager Isar in der ersten Jahreshälfte 2025 durchgeführt werden.

Im Vorfeld möchten die beteiligten Unternehmen die Öffentlichkeit nochmals ausführlich über das Vorhaben informieren und mit der regionalen Bevölkerung ins Gespräch kommen. Beim Bürgerdialog stehen auch Kraftwerksbetreiber PreussenElektra, das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) als Genehmigungsbehörde sowie die Polizeipräsidium Niederbayern für Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung für die Teilnahme an der Infoveranstaltung ist nicht erforderlich.

Bürgerdialog-Veranstaltung
Thema: Rücknahme deutscher Abfälle aus England
Termin: Montag, 24. März 2025, 19 Uhr
Ort: ESKARA Essenbach-Tagungsbereich, Savigneux-Platz 4, 84051 Essenbach

Hintergrund:

Umfassende Informationen zur Rücknahme der Wiederaufarbeitungsabfälle nach Deutschland stellen die Unternehmen auch im Internet zur Verfügung:
Die Kernkraftwerksbetreiber und ihr zentraler Dienstleister tun dies auf der Website https://rueckfuehrung.gns.de. Das entsprechende Angebot der BGZ ist zu finden unter https://rueckfuehrung.bgz.de.