Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad

Unser Auftrag

Errichtung und Planung eines Logistikzentrums

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat die BGZ damit beauftragt, das Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK) zu planen und zu errichten. Im Ergebnis des durch die BGZ seit 2018 durchgeführten Suchprozesses kommt die BGZ zu der Empfehlung, die Fläche in Würgassen für weitere standortspezifische Planungen und Untersuchungen auszuwählen. Hier sollen schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LAW/MAW) in Chargen zusammen­geführt und für die Endlagerung bereitgestellt werden.

In Deutschland ist der Bund für die Endlagerung radioaktiver Abfälle verantwortlich. Die sicherste Lösung für die Entsorgung aller Arten von Atommüll ist die Endlagerung untertage in tiefen Gesteinsschichten. Bis die End­lagerung erfolgt, ist die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH gemäß Entsor­gungs­übergangs­gesetz (EntsorgÜG) für die Aufbewahrung dieser Abfälle verantwortlich.

Grundsätzlich lassen sich radioaktive Abfälle in wärmeentwickelnde hochradioaktive (HAW) sowie schwach- und mittelradioaktive Abfälle ohne oder mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (LAW/MAW) unterteilen.

Kurz und knapp

  • Deutschland baut zurzeit ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
  • Bis zur Endlagerung ist die BGZ für die Zwischenlagerung der Abfälle aus Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke verantwortlich
  • Um deren Entsorgung zu optimieren und schneller abzuschließen, plant die BGZ ein Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK)
  • Den Auftrag hierfür hat die BGZ von der Bundesregierung erhalten

Derzeit wird das stillgelegte Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Niedersachsen durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) zum Endlager für LAW/MAW ausgebaut. Dieses Endlager soll 2027 fertiggestellt sein.

Der Planfeststellungsbeschluss für das Endlager sieht detaillierte Vorgaben für die Einlagerung der radioaktiven Abfälle vor. Deshalb müssen die Abfälle in genau festgelegten Chargen angeliefert werden.

Das Betriebsgelände des Endlagers Konrad ist jedoch viel zu klein, um große Mengen Abfälle vorrätig zu halten. Die Abfälle müssen deshalb „Just-in-Time“ angeliefert werden. Die Aufgabe, die jeweils richtigen Abfall­zusammen­setzun­gen zum genau richtigen Zeitpunkt anzuliefern, ist schwerer, wenn sie aus dezentralen Zwischenlagern erfolgen muss. Diese sind oftmals nach dem sog. „Last In – First Out-Prinzip“ gefüllt worden. Im LoK können die Chargen demgegenüber so zusammengestellt werden, wie sie für die Einlagerung benötigt werden.

Die gesetzliche Grundlage für die Errichtung eines LoK bildet das Entsorgungsübergangsgesetz, das hier wörtlich von einem „zentralen Bereitstellungslager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung als Eingangslager für das Endlager Konrad“ spricht. Die unverzügliche Planung und Errichtung eines solchen Lagers ist mit dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode beschlossen worden. Damit beauftragt wurde die BGZ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Hier der Wortlaut aus dem Entsorgungsübergangsgesetz und dem Koalitionsvertrag:

„Der Dritte nach § 2 Absatz 1 Satz 1 kann ein zentrales Bereit­stellungs­lager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung als Eingangslager für das Endlager Konrad errichten.“

§ 3 Absatz 3 Entsorgungsübergangsgesetz. (Die BGZ fungiert hierbei als vom Bund mit der Wahrnehmung der Zwischenlagerung beauftragter „Dritter“.)

„Für einen zügigen Einlagerungs­betrieb ist die Errichtung eines Bereit­stellungs­lagers unverzichtbar. Wir wollen deshalb ein solches Bereit­stellungs­lager einrichten und mit den Planungen dafür unverzüglich beginnen.“

„Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land.“

Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode, Zeilen 6672 – 6675.

Das Konzept

Das Konzept des Logistikzentrums für das Endlager Konrad

Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK) ist eine Einrichtung, in der schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LAW/MAW) zu Chargen zusammengeführt und für die Endlagerung bereitgestellt werden. Die Abfälle, die aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe stammen, werden dort so zusammengestellt, wie sie vom Endlager Konrad abgerufen werden.

Ein großer Teil des Betriebsgeländes besteht aus einer Stahlbetonhalle sowie aus separaten An- und Abtransportbereichen mit Gleis- und Straßenanschluss.

Die Stahlbetonhalle ist in mehrere Hallenschiffe, zwei Verladebereiche sowie in einen gesonderten Bearbeitungsbereich unterteilt. Die Lagerkapazität der Hallen wird für bis zu 60.000 Kubikmeter ausgelegt sein. An das Lagergebäude werden sich als Anbau ein Betriebsgebäude sowie eine Wetterschutzhalle für die Lagerung von Transport-Equipment anschließen. Im Betriebsgebäude werden u. a. technische Einrichtungen (z. B. Stromversorgung, Lüftungsanlagen) untergebracht.

An- und Abtransport der Abfälle werden räumlich voneinander getrennt. Deshalb werden separate Bereiche mit Gleis- und Straßenanschluss sowie Krananlagen geplant. Auf dem Betriebsgelände werden zudem eine Werkstatt, ein Lokschuppen, eine Unterstellhalle für Fahrzeuge, ein Bürogebäude mit Archiv, Regenwasserauffangbecken, Park- bzw. Abstellplätze für Lkw und Pkw sowie ein Wachgebäude mit Lkw- und Pkw-Schleusen für Fahrzeuge geplant. Umgeben wird das Gelände von einer Zaunanlage.

Das LoK wird seinen Betrieb mit der Fertigstellung des Endlagers Konrad im Jahr 2027 aufnehmen. Die Anlage wird dabei lediglich solange benötigt, bis der Einlagerungsbetrieb im Endlager Konrad abgeschlossen ist. Anschließend kann das LoK entweder für einen anderen (nicht nuklearen) Zweck genutzt werden, z.B. für Gewerbezwecke, oder es wird von der BGZ vollständig zurückgebaut.

Kurz und knapp

  • Logistikzentrum für das Endlager Konrad mit einer Lagerkapazität von bis zu 60.000 Kubikmeter
  • Sobald das Endlager Konrad befüllt ist, geht auch das LoK außer Betrieb
  • Kürzere Betriebszeit des Endlagers Konrad
  • Führt im Endeffekt zur schnelleren Räumung von Zwischenlagern in ganz Deutschland

 “… ein Bereitstellungslager [ist] für eine optimierte Beschickung vom Endlager Konrad unabdingbar.”

Entsorgungskommission (ESK), Juli 2018

Schematische Darstellung des Logistikzentrums für das Endlager Konrad
Schematische Darstellung der Abläufe

Vorteile

Durch das LoK wird der Gesamtprozess der Entsorgung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle optimiert und damit zeitlich verkürzt. Dies führt im Einzelnen zu folgenden Effekten:

1. Das LoK verkürzt den Einlagerungsbetrieb für das Endlager Konrad

Mit dem Logistikzentrum in Würgassen wird der Prozess der Entsorgung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall im Endlager Konrad vereinfacht und beschleunigt. Das ist ein Gewinn an Sicherheit für alle. Denn nur ein unterirdisches Endlager wie Konrad bietet die Gewähr, diese Abfälle dauerhaft ohne Gefahr für Mensch und Umwelt zu lagern.

2. Das LoK führt im Endeffekt zu einer schnelleren Räumung der Zwischenlager

Die für das Endlager Konrad bestimmten radioaktiven Abfälle müssen nach einer Vielzahl von Parametern (z. B. Wärmeentwicklung, Behälterform, Größe, stoffliche Zusammensetzung, Radioaktivität) ausgewählt und zu passgenauen Chargen (Einlagerungschargen) zusammengestellt werden (Endlagerungsbedingungen Schacht Konrad).
Eine solche Zusammenstellung von Einlagerungschargen für das Endlager Konrad ist an den Zwischenlagerstandorten nicht oder nur mit hohem zeitlichen sowie hohem logistischen Aufwand möglich, da dort die verpackten Abfälle häufig nicht direkt zugänglich sind. In das LoK können die einzelnen Zwischenlager ihre endlagerfähigen Abfälle ohne Beschränkungen direkt anliefern.

Technisches Konzept

Zweck des nebenstehenden standortunabhängigen Konzepts ist es, die einzelnen Bereiche des LoK mit ihren Funktionen und technischen Ausstattungen zu beschreiben.

Das standortunabhängige Konzept ist wichtiger Teil der Vorplanungen. Es ist in mehreren Etappen entstanden und wurde regelmäßig ergänzt. Bei der hier veröffentlichen Version handelt es sich um das Abschlussdokument inklusive Anhang.

Dieses technische Konzept ist auf den Standort Würgassen angepasst und zu einem standortspezifischen Konzept weiterentwickelt worden.

Kurz erklärt: Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad

Deutschlands schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen ab 2027 im Endlager Konrad in Salzgitter entsorgt werden. Damit das Endlager schnell und reibungslos beliefert werden kann, müssen die mit Atommüll gefüllten Behälter vorher in passgenauen Chargen zusammengestellt werden. Hier kommt das geplante Logistikzentrum in Würgassen ins Spiel: Warum eine solche Anlage benötigt wird und wie der Prozess der Zusammenstellung ablaufen soll, erklärt dieser Film.

Standortempfehlung

Warum wird Würgassen von der BGZ als geeigneter Standort empfohlen?

Das Bundesumweltministerium (BMU) beauftragte die BGZ damit, das Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK) zu planen und zu errichten. Die BGZ kam nach dem bis März 2020 durchgeführten Suchprozesses zu der Empfehlung, die Fläche in Würgassen für weitere standortspezifische Planungen und Untersuchungen auszuwählen.

Wie kam es zu dieser Standortempfehlung durch die BGZ?

Das BMU hatte die Expert*innen der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) gebeten, eine Stellungnahme zu den Rahmenbedingungen an ein LoK abzugeben. Die ESK kam der Bitte des BMU im Juli 2018 mit der Veröffentlichung der Stellungnahme „Sicherheitstechnische und logistische Anforderungen an ein Bereitstellungslager für das Endlager Konrad“ nach. Den Volltext können Sie hier in der Stellungnahme der ESK einsehen.

Kurz und knapp

  • Standortempfehlung der BGZ: Würgassen
  • Rasche Verfügbarkeit der Fläche
  • Gleisanschluss vorhanden
  • Bereits zwei Zwischenlager auf dem Gelände in Betrieb
  • Kein Naturschutzgebiet

Auf Grundlage der Empfehlungen der ESK sowie des standortunabhängigen technischen Konzepts für ein Logistikzentrum hat die BGZ Kriterien entwickelt, nach denen ein Standort für das LoK festgelegt wurde:

Neben der ESK-Empfehlung, einen Standort innerhalb des Radius zwischen 150 – 200 km um das Endlager Konrad zu finden, waren weitere Anforderungen für die BGZ wichtig. Zunächst wird für das LoK eine Fläche von circa 30 Hektar benötigt. Dies wurde aus dem erstellten standortunabhängigen technischen Konzept abgeleitet. Darüber hinaus wird seitens der BGZ die Nähe zu einem vorhandenen Gleisanschluss bzw. dessen zeitnahe Realisierbarkeit als maßgebliches Kriterium angesehen. Auch, um der Empfehlung der ESK in ihrer Stellungnahme gerecht zu werden, dass der Transport der Abfallgebinde vornehmlich über die Bahn erfolgen soll. Weiter wurde die Anforderung „kein Naturschutzgebiet“ aufgenommen, um anerkannt schützenswerte Flächen, etwa ein nationales Naturerbe, von Beginn an auszuschließen.Ebenso wurde von der BGZ ein Abstand von 300 m zur geschlossenen Wohnbebauung als zusätzliches Kriterium festgelegt, um von Anfang an Standorte in eng bebauten Siedlungsgebieten auszuschließen.

Im Auftrag des BMU hat die BGZ daraufhin die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die Bodenverwaltungs- und -verwertungs GmbH (BVVG), das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und die Deutsche Bahn (DB) gebeten, potenzielle Flächen aus ihrem Besitz zu identifizieren. Die drei im Suchgebiet befindlichen Kernkraftwerkstandorte wurden aufgrund ihrer infrastrukturellen Anbindung und bisherigen Nutzung ebenfalls in die Betrachtung durch die BGZ mit aufgenommen. Die BGZ hat die daraufhin übermittelten Flächen unter Beachtung der definierten Anforderungen geprüft.

Dem Auftrag entsprechend wurden alle Standorte auf der Grundlage der durch die von den jeweiligen Institutionen übermittelten Informationen und anhand zugänglicher Daten von der BGZ bewertet. Hierbei hat die BGZ das Kriterium „Abstand zum nächsten Gleisverlauf“ sowie „Transportweg Straße zu Schacht Konrad“ als maßgeblich entscheidungsrelevant betrachtet.

Die BGZ hat einen Flächenvergleich durchgeführt und dem BMU die Empfehlung für den Standort Würgassen als vorzugswürdig für die Realisierung eines LoK ausgesprochen. Die Vornutzung als Standort für ein Atomkraftwerk und die aktuelle Nutzung mit zwei Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bietet eine Reihe von Infrastruktur- und Erschließungsvorteilen. Daher kann man von einer grundsätzlich zügigeren Realisierung des Lok an diesem Standort ausgehen.

Das BMU hat die Empfehlung der BGZ durch ein Gutachten des Öko-Instituts überprüfen lassen und das Ergebnis bestätigt:

„Die BGZ weist […] den Standort Würgassen als den geeignetsten Standort aus. Auf Basis der vorliegenden Informationen kommt auch das Öko-Institut zu diesem Ergebnis.“
Öko-Institut e.V., Januar 2020

Eine Reise in die Zukunft: Die BGZ hat einen Film erstellen lassen, mit dem ein Flug über das geplante Logistikzentrum in Würgassen möglich wird. Die realitätsnahe Darstellung anhand der aktuellen Planungen zeigt, wie sich der Gebäudekomplex in die Landschaft im Jahr 2027 einfügen kann. Auf eine verschönernde Darstellung etwa durch eine Dachbegrünung wurde dabei bewusst verzichtet.

Parallel zum Film entstand eine App für Smartphones und Tablets, mit der sich das Logistikzentrum auf jede beliebige Fläche projizieren und aus allen Richtungen völlig frei betrachten lässt. Die App „BGZ AR“ ist sowohl für iOS-basierte Geräte im Applestore als auch für Android-Geräte im Google Playstore erhältlich.

Planungen

Standortspezifische Planungen

Mit einer Pressekonferenz am 6. März 2020 begann für die BGZ ein neuer Abschnitt: Dieser Tag markiert den Startschuss für die standortspezifischen Planungen des Logistikzentrums für das Endlager Konrad auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen.

Zehn Tage später, am 16. März, wurde von der BGZ ein notarieller Vertrag zur Sicherung einer Kaufoption für das Grundstück am Standort Würgassen mit dem Eigentümer der Fläche, der PreussenElektra GmbH, geschlossen. Mit Blick auf das noch durchzuführende Genehmigungsverfahren hat sich die BGZ damit die notwendigen Flächen für die Errichtung des Logistikzentrums gesichert.

Kurz und knapp

  • 28 Grundstücke wurden im Rahmen der Standortsuche näher untersucht.
  • Am 6. März 2020 begann die spezifische Planung für den Standort Würgassen.
  • Im Laufe des Jahres 2023 könnte mit der Errichtung des LoK begonnen werden.
  • Die Inbetriebnahme des Logistikzentrums für das Endlager Konrad ist für Anfang des Jahres 2027 vorgesehen.
Der Weg zum Logistikzentrum für das Endlager Konrad

In der Phase der Vorplanung wurden geeignete Flächen für das Logistikzentrum gesucht. 28 Grundstücke – vor allem im Bundesbesitz – wurden dabei nach den Empfehlungen der Entsorgungskommission des Bundes und von der BGZ aufgestellten zusätzlichen Kriterien betrachtet. Neun Grundstücke kamen schließlich in die engere Wahl der BGZ. Der Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Würgassen erwies sich dabei als am besten geeignet. Die genaue Begründung der BGZ für ihre Standortauswahl finden Sie hier.

Das Bundesumweltministerium stimmte der Standortentscheidung der BGZ zu, nachdem diese auch in einem Gutachten des Öko-Instituts bestätigt worden war.

Die BGZ befindet sich noch in einer frühen Planungsphase für das LoK. Der Standort wird derzeit von der BGZ eingehend untersucht. Nach der Festlegung des Standortes und seiner Veröffentlichung muss in konkreten Planungsschritten untersucht und geklärt werden, wie das Logistikzentrum auf dem Gelände gebaut werden kann. Wie auf jeder anderen Großbaustelle auch stand zum Beispiel am Anfang die Frage, ob im Erdreich Weltkriegsmunition zu erwarten ist. Diese Frage wurde inzwischen geklärt, Überraschungen aus dieser Zeit sind nach Auswertung von Luftbildern durch die Bezirksregierung Arnsberg nicht zu erwarten. Danach wurde die Beschaffenheit des Baugrundes genau untersucht. Ein Bodengutachter sondierte dabei die Geologie und lieferte damit die Grundlage für die weiteren Planungen, etwa für das Fundament der Halle des Logistikzentrums und der Nebengebäude.

Das Gutachten können Sie hier einsehen.

Etwa zwei Jahre wird es dauern, bevor die auf den Standort Würgassen zugeschnittenen Untersuchungen und Genehmigungsplanungen der BGZ abgeschlossen sind. Die BGZ wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 die Anträge für die Umgangsgenehmigung nach dem Strahlenschutzgesetz bei der Bezirksregierung Detmold und den Bauantrag beim Landkreis Höxter stellen. Während dieser Genehmigungsverfahren erfolgt die auch gesetzlich vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit. Das bedeutet, dass betroffene Bürger*innen, deren Belange davon berührt werden, Einwände gegen das Vorhaben erheben können.

Die BGZ plant, dass im Laufe des Jahres 2023 mit der Errichtung des LoK begonnen werden kann. Die Inbetriebnahme des Logistikzentrums für das Endlager Konrad ist für Anfang des Jahres 2027 vorgesehen.

 “Die BGZ weist […] den Standort Würgassen als den geeignetsten Standort aus. Auf Basis der vorliegenden Informationen kommt auch das Öko-Institut zu diesem Ergebnis.”

Öko-Institut e.V., Januar 2020

Der Transport

Der Transport von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden derzeit in Zwischenlagern in ganz Deutschland aufbewahrt. Insgesamt handelt es sich um rund 303.000 Kubikmeter, die im genehmigten Endlager Konrad eingelagert werden sollen. Auf ihrem Weg dorthin werden sie zunächst ins Logistikzentrum gebracht und dort zu passgenauen Chargen für die Einlagerung im Endlager Konrad zusammengestellt.

Ziel der BGZ ist, die Transporte zum und vom Logistikzentrum vorrangig über die Schiene abzuwickeln. Die BGZ rechnet mit maximal zehn Zugfahrten und weniger als 20 Lkw-Transporten pro Tag. In diese Zahlen sind Leerfahrten bereits eingerechnet. Transportiert werden die runden oder quaderförmigen Abfallbehälter in standardisierten Transportcontainern (20-Fuß-Stahlcontainer).

Veranschaulichung des Größenverhältnisses von Mensch und Transportbehälter

Transporte über die Straße

Beim Transport aus den bestehenden Zwischenlagern zum Logistikzentrum sind Straßentransporte nicht auszuschließen. Grund ist, dass einige Zwischenlager in Deutschland über keinen direkten Gleisanschluss verfügen.

Der Transport der Abfallbehälter über das öffentliche Straßennetz erfolgt mittels regulärer Lkw mit Sattelauflieger, wie hier beispielhaft abgebildet. Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dürfen alle öffentlichen deutschen Straßen von diesen Transportfahrzeugen genutzt werden, wenn sie das maximale Gesamtgewicht von 44 Tonnen nicht überschreiten. Die Transporte ins Logistikzentrum erreichen diese Grenze nicht. Zusätzliche Sicherungen etwa durch Begleitfahrzeuge – wie man sie bei Schwertransporten kennt – sind nicht notwendig.

Transporte über die Schiene

Der überwiegende Teil der Transporte zum und vom Logistikzentrum wird mit Güterzügen über die Schiene erfolgen. Die Transporte von Abfallbehältern zum Logistikzentrum erfolgen vom jeweiligen Zwischenlager in Transportcontainern. Ein solcher Zug umfasst bis zu sieben Waggons.

Der Transport vom Logistikzentrum zum Endlager Konrad ist als Pendelbetrieb per Bahn vorgesehen. Dabei werden die einzelnen Abfallbehälter innerhalb des Logistikzentrums in einen Transportcontainer eingestellt und dann im Abfertigungsbereich auf den Güterwaggon verladen. Im Endlager Konrad werden die Abfallbehälter aus den Transportcontainern entladen und anschließend fährt der Zug ins Logistikzentrum zurück. Die leeren Transportcontainer werden dort dann wieder vom Waggon genommen und für die nächste Beladung mit Abfallbehältern in einer Wetterschutzhalle aufbewahrt.

Ein solcher Güterwaggon mit zwei Transportcontainern ist hier als Beispiel dargestellt.

Diese Bahntransporte erfolgen auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn oder von privaten Betreibern. Dass die Strecke grundsätzlich für Güterverkehr geeignet ist, wurde von der Deutschen Bahn ebenso bestätigt, wie auch die Zahl der als obere Grenze abgeschätzten 10 Zugfahrten pro Tag vom bzw. zum Logistikzentrum (inkl. Leerfahrten).

Die Sicherheit beim Transport radioaktiver Stoffe

Die Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen und deren Sicherheit sind durch das Strahlenschutz- und das Gefahrgutgesetz geregelt. Diese fußen wiederum auf internationalen Regelungen. Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen sind dabei Alltag in Deutschland: Rund 500.000 solcher Versendungen werden jährlich bundesweit durchgeführt. Sie finden in der Regel ohne öffentliche Aufmerksamkeit statt – im Gegensatz zu den vielen aus Medienberichten bekannten Transporten hochradioaktiver Abfälle in CASTOR-Behältern.

Was die Gefährlichkeit der Transporte von und zum Logistikzentrum betrifft, so hat die umfangreiche „Transportstudie Konrad“ aus dem Jahr 2009 gezeigt, dass die in der Region des Endlagers Konrad zusammenlaufenden Abfalltransporte kein radiologisches Risiko für die Bevölkerung, das Transportpersonal und die Umwelt darstellen. Diese Feststellung lässt sich auf das Logistikzentrum übertragen, da es sich um die selben Abfälle handelt.

Informationen zum Endlager Konrad der BGE

Schacht Konrad: Ein Erzlager wird Endlager

Der von der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) betriebene Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter ist das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager in Deutschland. Das ehemalige Eisenerzbergwerk wird zu einem Endlager umgebaut, damit bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden können.

Konrad war zwischen 1965 und 1976 ein Bergwerk zur Gewinnung von Eisenerz. Die Förderung war nicht rentabel und wurde Mitte der 1970er Jahre schließlich eingestellt.

Zu dieser Zeit gab es auch die ersten Überlegungen, das Bergwerk zukünftig als ein Endlager für radioaktive Abfälle zu nutzen. Die Untersuchung der Grube durch die damalige Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, dem heutigen Helmholtz Zentrum München, dauerte von 1975 bis 1982. Die damals für die Endlagerung zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) beantragte 1982 schließlich die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. 1992 fand der Erörterungstermin statt, zu dem etwa 290.000 Einwendungen eingingen, die das mittlerweile gegründete Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu 950 Sachthemen bündelte. Den Planfeststellungsbeschluss erteilte das Niedersächsische Umweltministerium im Jahr 2002.

Kommunen, Landkreise, Kirchen und Privatpersonen reichten insgesamt acht Klagen gegen den Beschluss ein, die 2006 vom Oberverwaltungsgericht in Lüneburg abgewiesen wurden. Eine Revision war nicht zugelassen. Im März 2007 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Urteil. Der Planfeststellungsbeschluss wurde damit 30 Jahre nach den ersten Untersuchungen gerichtlich bestätigt und kann seither umgesetzt werden.

Im Januar 2008 erfolgte die Zulassung des Hauptbetriebsplans durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (LBEG), der die notwendigen bergmännischen Arbeiten ermöglicht, die für den Umbau der Schachtanlage Konrad zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle grundlegend sind. Seit dem 25. April 2017 trägt die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) die Verantwortung für das Endlager Konrad, die vorher beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lag. Die Grundlage für den Betreiberwechsel stellte das „Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung“ dar, das am 30. Juli 2016 in Kraft trat.

Das Endlager soll im Jahr 2027 seinen Betrieb aufnehmen.

Weitere Informationen zum Endlager Konrad finden Sie bei der BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung.

Geschichte Schacht Konrad

Dialog und Transparenz

Dialog und Transparenz

„Der Dialog mit der Öffentlichkeit ist unsere Verpflichtung“. So steht es in den Leitlinien der BGZ und so verstehen wir auch unsere Aufgabe. Der stetige Austausch mit Bevölkerung, Medienvertreter*innen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen bereichert unsere Arbeit. Eine offene und transparente Information ist die Voraussetzung. Die BGZ stellt Interessierten verschiedene Informations- und Dialogangebote zum LoK zur Verfügung.

Rückblick:
Live-Stream der BGZ-Infoveranstaltung zum Logistikzentrum Konrad vom 22.9.2020 in Beverungen

Nachdem im März 2020 eine erste Veranstaltung zum geplanten Bauvorhaben in Würgassen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wurde diese in der Stadthalle von Beverungen am 22. September 2020 nachgeholt.

Dr. Ewold Seeba, der Generalbevollmächtigte Christian Möbius und der Bereichsleiter für das Logistikzentrum, Dr. Heinz-Walter Drotleff, haben das geplante Bauvorhaben in Würgassen vorgestellt. Der Bürgermeister der Stadt Beverungen, Hubertus Grimm, richtete ein Grußwort an die Teilnehmenden. Die Bürger*innen hatten Gelegenheit, sich zu Fragen rund um das geplante Logistikzentrum mit den Verantwortlichen auszutauschen.

Rückblick:
Live-Stream vom 9. Juni 2020

Hier finden Sie die Aufzeichnung unserer Online-Informationsveranstaltung vom 9. Juni 2020 sowie die Präsentation, die von Herrn Dr. Drotleff während der Informationsveranstaltung gezeigt wurde.

Im Video erklärt: Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad

Diverse Kurzvideos beleuchten das geplante Logistikzentrum für das Endlager Konrad aus verschiedenen Perspektiven. Sie erläutern, warum es eine solche Anlage braucht und geben einen Einblick in ihre Funktion. Außerdem ermöglicht eine 3D-Visualisierung einen Ausblick auf die Einbettung des Logistikzentrums in die Umgebung.

Atomausstieg, aber sicher: Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad

In Würgassen soll ein Logistikzentrum für das Endlager Konrad entstehen. Im Video erläutern unter anderem die ehemalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Staatssekretär Jochen Flasbarth die Herkunft des Atommülls und die Probleme bei seiner zügigen Entsorgung. Darüber hinaus berichten Fachleute der BGZ, wie der Atommüll in den Zwischenlagern sicher verwahrt und wie Umwelt und Menschen vor Strahlung geschützt werden. Außerdem erklären sie, warum gerade Würgassen sich als Standort für das Logistikzentrum besonders eignet.

Eine Reise in die Zukunft: Die BGZ hat einen Film erstellen lassen, mit dem ein Flug über das geplante Logistikzentrum in Würgassen möglich wird. Die realitätsnahe Darstellung anhand der aktuellen Planungen zeigt, wie sich der Gebäudekomplex in die Landschaft im Jahr 2027 einfügen kann. Auf eine verschönernde Darstellung etwa durch eine Dachbegrünung wurde dabei bewusst verzichtet. Parallel zum Film entstand eine App für Smartphones und Tablets, mit der sich das Logistikzentrum auf jede beliebige Fläche projizieren und aus allen Richtungen völlig frei betrachten lässt. Die App „BGZ AR“ ist sowohl für iOS-basierte Geräte im Applestore als auch für Android-Geräte im Google Playstore erhältlich.

Kurz erklärt: Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad

Warum braucht es ein Logistikzentrum für das Endlager Konrad?

Deutschlands schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen ab 2027 im Endlager Konrad in Salzgitter entsorgt werden. Damit das Endlager schnell und reibungslos beliefert werden kann, müssen die mit Atommüll gefüllten Behälter vorher in passgenauen Chargen zusammengestellt werden. Hier kommt das geplante Logistikzentrum in Würgassen ins Spiel: Warum eine solche Anlage benötigt wird und wie der Prozess der Zusammenstellung ablaufen soll, erklärt dieser Film.

Welche Funktion hat das Logistikzentrum für das Endlager Konrad?

Die Einlagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll im Endlager Konrad soll ab 2027 starten. Dabei gibt es komplexe Vorgaben für die Zusammenstellung von Behälterchargen. Wie das geplante Logistikzentrum in Würgassen dabei hilft, das Endlager optimal zu beliefern und warum keine direkte Anlieferung aus den dezentralen Zwischenlagern erfolgt, erklärt dieser Kurzfilm.

Warum sich Würgassen als Standort für das Logistikzentrum Konrad eignet

In Würgassen auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks soll ein Logistikzentrum entstehen, das das Endlager Konrad ab 2027 mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen beliefert. Wie die Suche nach einem geeigneten Grundstück abgelaufen ist und warum sich Würgassen als Standort besonders gut eignet, erklärt dieses Video.

Download-Center

Broschüren und Publikationen LoK

Weitere Dokumente

Planfeststellungsbeschluss für das Endlager Konrad (22.05.2002)
Entsorgungsübergangsgesetz (EntsorgÜG) (16.06.2017)
ESK-Stellungnahme “Sicherheitstechnische und logistische Anforderungen an ein Bereitstellungslager für das Endlager Konrad” (26.07.2018)
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD (07.02.2018)
Standortunabhängige technische Konzeptbeschreibung BGZ (25.11.2019)
Anhang standortunabhängige technische Konzeptbeschreibung BGZ (25.11.2019)
Standortempfehlung der BGZ
Gutachten des Öko-Instituts
Bodengutachten LoK
Konzeptbeschreibung für den Standort Würgassen (02.09.2020)
Stellungnahme BGZ zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im niedersächsischen Landtag (18.01.2021)
Landtag Niedersachsen / Ausschuss für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz: Protokoll 72. Sitzung (18.01.2021)
Landtag Hessen / Kleine Anfrage Oliver Ullroth (SPD) vom 02.03.2021 sowie Antwort der Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Betriebsprogrammstudie zum Transportaufkommen
Stellungnahme Ingenieurgesellschaft Schnack Geotechnik zum Thema Erdfälle (26.04.2021)
Straßenanbindung zum geplanten Logistikzentrum Konrad (LoK) – Studie im Auftrag der BGZ –
Gutachten zur Ermittlung der Hochwasserstände mit einer Wiederkehrzeit von T = 100 und T = 10.000 Jahren für den Standort des Logistikzentrums Konrad (LoK) am ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen (KWW) nach KTA 2207

Korrespondenz der BGZ mit der Bezirksregierung Detmold zum Thema Raumordnung:

Widerspruch der BGZ bei der Bezirksregierung Detmold
Antwort der Bezirksregierung Detmold auf den Widerspruch der BGZ

Das LoK ist eine Einrichtung, in der schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe für eine passgenaue „just-in-time“-Anlieferung an das Endlager Konrad bei Salzgitter bereitgestellt wird. Dies geschieht in einer Halle aus Stahlbeton, die gleichzeitig eine vorübergehende sichere Lagerung des Atommülls gewährleistet.

Mit dem Logistikzentrum wird die kontinuierliche Einlagerung des Atommülls im Endlager Konrad sichergestellt. Hintergrund dafür ist, dass die Behälter mit verschiedenen Sorten Atommüll in den dezentralen Zwischenlagern aufgrund Platzmangels nicht so sortiert werden können, wie sie im Endlager Konrad benötigt werden. In der Folge käme es ohne ein Logistikzentrum zu Unterbrechungen des Einlagerungsbetriebs im Endlager. Das LoK beseitigt dieses logistische Problem: In der Einrichtung können die Abfallbehälter in passgenauen Chargen ganz nach den Bedürfnissen des Endlagers zusammengestellt und „just-in-time“ angeliefert werden. Das Logistikzentrum optimiert somit den Einlagerungsbetrieb im Endlager Konrad und verkürzt ihn insgesamt. Die radioaktiven Abfälle können also schneller eingelagert werden, was einen Sicherheitsgewinn für alle bedeutet.
Der Atommüll, der im Logistikzentrum umgeschlagen wird, ist bereits in Behältern verpackt, die direkt im Endlager Konrad eingelagert werden können. Diese Behälter werden bis zum Abtransport sicher zwischengelagert. Bei einem kleinen Teil der Abfallbehälter kann es jedoch erforderlich sein, diese vor dem Abtransport ins Endlager Konrad noch einmal einer technischen Kontrolle zu unterziehen. Dabei werden gegebenenfalls Druck und Flüssigkeiten abgelassen und das Dichtsystem der Behälter überprüft. Diese Maßnahmen finden in speziellen, mit Unterdruck betriebenen Räumen statt. Die Luft aus diesen Räumen wird abgesaugt und gefiltert. Nach dieser Filterung sind die Emissionen von radioaktiven Teilchen aus der Anlage so niedrig, dass nach der Strahlenschutzverordnung keine Messungen der Raumluft erforderlich sind und die gesetzlichen Grenzwerte weit unterschritten werden. Dennoch wird die BGZ dauerhaft Messungen vornehmen und die Ergebnisse dieser Messungen im Internet veröffentlichen.
Nein. In Würgassen und Umgebung wird es keine Erhöhung der Radioaktivität über die natürlich vorhandene Hintergrundstrahlung geben.

Die BGZ verfügt über jahrelange Erfahrung beim Schutz ihrer Zwischenlager. Diese Erfahrungen und ein auf das Logistikzentrum (LoK) zugeschnittenes, umfassendes Sicherheitskonzept, das von den zuständigen Behörden genehmigt werden muss, gewährleisten den Schutz der Anlage. Details können aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt werden.

Eine Notwendigkeit, die Anlage gegen Flugzeugabstürze speziell zu sichern, besteht – wie bei allen anderen Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll – nicht. Bei allen bisher genehmigten Einrichtungen ähnlicher Art wurde im Genehmigungsverfahren nachgewiesen, dass auch bei einem solchen extrem unwahrscheinlichen Ereignis keine sogenannten „einschneidenden Maßnahmen“ (wie z.B. Evakuierungen) erforderlich sind. Die gelagerten Abfälle befinden sich in Behältern aus Stahl und/oder Beton.

Herz des Logistikzentrums ist nach aktueller Planung eine Halle aus Stahlbeton mit zwei unterschiedlichen Bereichen für An- und Ablieferung. Diese Bereiche werden auf radioaktive Strahlung überwacht. Der Transport der Abfallbehälter erfolgt mit Deckenkränen. Es gibt kleine Bearbeitungsbereiche, wo Behälter kontrolliert und gegebenenfalls geöffnet werden können sowie mehrere Lagerbereiche. An die Halle schließen sich ein Betriebsgebäude für Stromversorgung und Lüftung sowie eine Wetterschutzhalle für leere Transportcontainer und andere Gerätschaften an.

Ausschließlich schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe. Hochradioaktive Abfälle, wie etwa abgebrannte Brennelemente, werden dort nicht gelagert.
In Zwischenlagern im gesamten Bundesgebiet, unter anderem in den Lagern der BGZ.

Die Abfälle befinden sich in speziellen Behältern, die wiederum in Transportcontainern ins Logistikzentrum gebracht werden. Diese Transporte erfolgen bevorzugt mit Güterzügen. Straßentransporte per Lkw sind aber nicht gänzlich zu vermeiden. Die BGZ rechnet mit weniger als 20 Lkw-Transporten und weniger als zehn Zugfahrten pro Tag von und zum Logistikzentrum. Leerfahrten sind dabei eingerechnet. Die Transporte aus dem Logistikzentrum zum Endlager Konrad erfolgen nahezu ausschließlich mit Güterzügen.

Die Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen und deren Sicherheit sind gesetzlich geregelt. Diese Transporte sind Alltagsgeschäft in Deutschland: Rund 500.000 solcher Versendungen finden jährlich bundesweit statt.

Grundsätzlich wird im Logistikzentrum ausschließlich mit Behältern gearbeitet werden, in denen der Atommüll für das Endlager Konrad bereits fertig verschlossenen ist. Eine geringe Anzahl dieser Behälter muss jedoch zeitweise geöffnet werden, um etwa Druck und Flüssigkeiten abzulassen oder das Dichtsystem zu überprüfen. Dafür sind spezielle Bearbeitungsbereiche innerhalb des Lagergebäudes vorgesehen, die über geschlossene, mit Unterdruck betriebene Räume verfügen. Die Luft aus diesen Räumen wird abgesaugt und gefiltert. Nach dieser Filterung sind die Emissionen von radioaktiven Teilchen aus der Anlage so niedrig, dass nach der Strahlenschutzverordnung keine Messungen der Raumluft erforderlich sind und die gesetzlichen Grenzwerte weit unterschritten werden. Dennoch wird die BGZ dauerhaft Messungen vornehmen und die Ergebnisse dieser Messungen im Internet veröffentlichen.

Die Lagerkapazität wird 60.000 Kubikmeter betragen, dies entspricht etwa 15.000 Behältern mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll.

Die Anlage wird ihren Betrieb mit dem Beginn des Einlagerungsbetriebs im Endlager Konrad im Jahr 2027 aufnehmen.

Die Anlage wird solange benötigt, bis die Einlagerung des schwach- und mittelradioaktiven Atommülls im Endlager Konrad abgeschlossen ist.

Die BGZ hat insgesamt 28 Standorte im Umkreis von 200 Kilometer Luftlinie vom Endlager Konrad (ESK-Empfehlung) untersucht. Nur neun Standorte erfüllen einen Großteil der Kriterien der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) und die Anforderungen, die die BGZ an den Standort stellt. Dazu gehören etwa ein unmittelbarer Gleisanschluss und der Ausschluss von Natur- oder anderen Schutzgebieten. Einzig der Standort Würgassen erfüllt alle diese Kriterien. Die Empfehlung der BGZ wurde in einem vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Gutachten des Ökoinstituts bestätigt.

Auf dem Gelände des Endlagers fehlt schlicht der Platz für ein Logistikzentrum.

Das stimmt, aber die Flächen befinden sich nicht im Besitz des Bundes oder eines Energieversorgers. Dies war bei der Grundstückssuche jedoch ein wichtiges Kriterium, um die Flächen möglichst schnell nutzen zu können. Bei Flächen in Privatbesitz hätte ein Flächenerwerb nicht in der gebotenen Eile stattfinden können oder wäre gar gänzlich unmöglich.

Nein, das stimmt nicht. Egal an welchem Standort das Logistikzentrum errichtet wird – hierfür ist ein komplett neues und eigenes Genehmigungsverfahren notwendig. Der Planfeststellungsbeschluss für das Endlager Konrad wird davon nicht berührt.

Nein, die Einrichtung ist ausschließlich als Logistikzentrum für das Endlager Konrad vorgesehen. Es wird dort auch kein hochradioaktiver Atommüll gelagert.

Nach dem Ende der Betriebszeit wird das Logistikzentrum (LoK) von der BGZ abgerissen oder kann anderweitig genutzt werden, wenn dies in der Region gewünscht ist.

Die BGZ rechnet mit rund 100 neuen, dauerhaften Arbeitsplätzen.

Im Jahr 2017 ging die Verantwortung für die Lagerung und Entsorgung von Atommüll per Gesetz von den Betreibern der Atomkraftwerke auf die Bundesrepublik über. Finanziert werden Lagerung und Entsorgung aus einem Fonds, in den die Energieversorgungsunternehmen rund 24 Milliarden Euro eingezahlt haben. Aus diesem Fonds werden auch Bau und Betrieb des LoK finanziert.

Im Logistikzentrum wird mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll gearbeitet. Daher ist eine Umgangsgenehmigung nach Strahlenschutzgesetz erforderlich. Für diese und weitere Genehmigungen sind die Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen zuständig.

Ja. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach Strahlenschutzgesetz wird auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt.

Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH ist ein im Besitz des Bundes befindliches Unternehmen. Die BGZ wurde am 1. März 2017 gegründet und betreibt mehr als 20 Lager für schwach-, mittel- und hochradioaktiven Atommüll, der beim Betrieb und der Stilllegung von Atomkraftwerken angefallen ist und noch anfällt. Hauptsitz der Firma ist Essen.

Die Errichtung der Anlage als Logistikzentrum ist nach dem Atomausstieg im Entsorgungsübergangsgesetz festgeschrieben worden. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode ist die unverzügliche Planung und Errichtung eines solchen Lagers vereinbart. Den Auftrag dazu hat die BGZ vom Bundesumweltministerium bekommen.

Burghard Rosen
Leiter Presse und Standortkommunikation

Telefon +49 201 2796-1480
E-Mail Burghard.Rosen@bgz.de

Hendrik Kranert-Rydzy
Pressesprecher
Logistikzentrum Konrad

Telefon +49 30 253592-143
E-Mail Hendrik.Kranert@bgz.de

Bitte senden Sie mir den kostenlosen Newsletter des Logistikzentrum Konrad LoK auf folgendem Versandweg:

Newsletter zum Logistikzentrum für das Endlager Konrad

Der Newsletter gibt einen Überblick über aktuelle Themen rund um das geplante Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK). Neben kurzen Berichten zu wichtigen Planungsschritten sind auch Kontaktmöglichkeiten für Rückfragen enthalten. Pro Jahr sind vier Ausgaben geplant. Auf dieser Seite können Sie sich in die Abonnent*innenliste für den LoK-Newsletter eintragen. Den zuletzt erschienenen Newsletter finden Sie hier.

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