Verlängerte Zwischenlagerung: BGZ-Forschungsprojekt untersucht bestrahlte Brennelemente

ESSEN – Die BGZ wird im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts das Verhalten bestrahlter Brennelemente untersuchen, um die sichere Zwischenlagerung auch über den bisher genehmigten Zeitraum hinaus nachzuweisen. Für einen fachlichen Austausch dazu hatte das bundeseigene Unternehmen Expert*innen aus Schweden zu Gast, wo die Brennstäbe in heißen Zellen untersucht werden.

„Durch das Projekt gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die verlängerte Zwischenlagerung der Brennelemente“, sagt Dr. Maik Stuke, Leiter des Forschungsprojekts bei der BGZ. In dessen Rahmen werden Brennstäbe in den Laboren der Firma Studsvik in Schweden untersucht, darunter auch Teile von Brennstäben aus deutschen Atomkraftwerken. „Mit den Untersuchungen erhalten wir wichtige Informationen über das Verhalten der bei der BGZ aufbewahrten hochradioaktiven Abfälle“, betont Stuke.

Die BGZ hat bei dem Forschungsprojekt die Federführung und arbeitet mit nationalen und internationalen Partnern aus der Forschung, Industrie sowie mit Behörden zusammen.

Um die nächsten Schritte für die laufenden experimentellen Untersuchungen in den heißen Zellen in Schweden zu besprechen, trafen sich nun Expert*innen von Studsvik mit dem Projektteam der BGZ in Essen. Im Rahmen des Besuchs verschaffte sich die Delegation aus Schweden zudem einen Eindruck vom Konzept zur Aufbewahrung radioaktiver Abfälle in Deutschland. „Das Projekt steht für die gute internationale Zusammenarbeit wichtiger Akteure der nuklearen Entsorgung“, sagt Peter Askeljung, Leiter des Projekts bei Studsvik. So leiste die Forschungsgemeinschaft einen bedeutenden Beitrag zur sicheren Zwischenlagerung.

Hintergrund:
Die Aufbewahrungsgenehmigungen für die Zwischenlager der BGZ sind auf 40 Jahre befristet. Im November 2022 wurde bekannt, dass sich die Suche nach einem Endlager verzögert, wodurch die radioaktiven Abfälle deutlich länger an den Zwischenlagerstandorten aufbewahrt werden müssen. Doch auch nach der ursprünglichen Planung steht ein Endlager erst zur Verfügung, nachdem die Aufbewahrungsgenehmigungen für die Zwischenlager ausgelaufen sind. Die BGZ hat daher seit ihrer Gründung im Jahr 2017 regelmäßig darüber informiert, dass sie sich auf deutlich längere Zwischenlagerzeiten vorbereitet. Mit der verlängerten Zwischenlagerung sind technische Fragen verbunden, die die BGZ im Rahmen der noch zu führenden Genehmigungsverfahren beantworten wird. Dazu verfolgt das bundeseigene Unternehmen ein umfassendes Forschungsprogramm. Im Rahmen nationaler und internationaler Forschungsprojekte untersucht die BGZ unter anderem das Langzeitverhalten von Behältern und Brennelementen. Eines dieser Forschungsprojekte ist LEDA (Long-Term Experimental Dry Storage Analysis), in dessen Rahmen Teile von bestrahlten Brennelementen in heißen Zellen in Schweden untersucht werden.

Weitere Informationen zu LEDA sowie zum Forschungsprogramm der BGZ sind unter https://bgz.de/forschungsprogramm zu finden.

 

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