Abfall-Zwischenlager Biblis: Überprüfung aller Fässer abgeschlossen
BIBLIS – Nachdem Ende 2024 im Abfall-Zwischenlager Korrosion an einem Fass mit schwachradioaktiven Abfällen festgestellt worden war, startete die BGZ eine umfassende Inspektion aller dort eingelagerten Stahlblechfässer. Diese ist nun beendet.
Die BGZ-Fachleute stellten dabei fest, dass insgesamt 30 Fässer Beschädigungen aufweisen. Unter anderem zeigen drei Behälter Risse und zwei jeweils ein kleines, korrosionsbedingtes Loch. Es handelt sich um 200- und 400-Liter-Fässer, die mit Schutzkleidung, Bauschutt und Metallschrott aus dem Betrieb und dem Rückbau des Kernkraftwerks Biblis befüllt sind. Messungen des BGZ-Fachpersonals zeigten, dass eine Kontamination an der jeweiligen Fassoberfläche oder die Freisetzung radioaktiver Stoffe in jedem Fall ausgeschlossen werden konnten. Der Schutz von Mensch und Umwelt war und ist stets gewährleistet, wie auch das hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (HMLU) als zuständige Aufsichtsbehörde bestätigte. Bei den festgestellten Befunden handelt es sich um Ereignisse der Stufe 0 auf der achtstufigen INES-Skala („keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“). Die BGZ hat fortlaufend eine Auflistung aller Befunde veröffentlicht.

Schematische Darstellung eines Stahlblechfasses.
Im Ergebnis gibt es zwei Gründe für die Beschädigungen: Eine Ursache liegt demnach im Inneren der Fässer. 27 Fässer mit Korrosion wurden in den 1980er Jahren verpackt. Dabei wurden Zwischenräume mit einer speziellen Zementmischung aufgefüllt, diese wurde nicht ausreichend abgebunden. Feuchtigkeit verblieb und führte zur Korrosion des äußeren Stahlblechs. Die Risse an drei weiteren Fässern entstanden durch Handhabungen bei der Ein- oder Umlagerung. Die Lagerbedingungen in Biblis sind demnach nicht für die Korrosion verantwortlich und die Zwischenlager nach wie vor für die sichere Aufbewahrung der Abfälle geeignet.
Die aufwendige Inspektion dauerte 18 Monate und wurde durch das HMLU begleitet. Das Fachpersonal der BGZ begutachtete dabei alle 653 Fässer im Abfallzwischenlager 1 (AZB 1). Die 30 auffälligen Behälter wurden an den Abfall-Eigentümer RWE übergeben, dort werden diese in dafür geeignete Überfässer eingestellt. Die BGZ hat mit der Aufsichtsbehörde zusätzlich zu den bislang durchgeführten Überprüfungen der Fässer ein engmaschiges Inspektionsprogramm erarbeitet, in welches die Erfahrungen aus der abgeschlossenen Überprüfung eingeflossen sind. Durch dieses Konzept können etwaige Veränderungen frühzeitig erkannt und bei Bedarf Maßnahmen eingeleitet werden.

Mick/BGZ