Zwischenlager Brokdorf: Erwartungen nach umfangreicher Information
„voll erfüllt“

Auf Einladung der Brokdorfer Bürger­meisterin Elke Göttsche haben Vertre­ter des Bundes­umwelt­ministe­riums, der BGZ und des Kraftwerks­betreibers auf einer Dialog­veranstal­tung mit Bürgerinnen und Bürgern aus der Region die Zukunft ihres Zwischen­lagers diskutiert.

Dr. Wolfgang Cloosters, Abteilungsleiter für nukleare Sicherheit im Bundesumweltministerium (BMU), stellte die vom Gesetzgeber beschlossenen Planungen zur Zwischen- und Endlagerung hochradioaktiver Abfälle vor. Dabei erläuterte er den Gästen die Hintergründe für die Rückführung von sieben Behältern mit Rückständen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente aus dem Ausland ins Zwischenlager Brokdorf.

Einblick in die Bauphase und den bisherigen Betrieb des Zwischenlagers gaben Mitarbeiter der noch bis Ende 2018 zuständigen PreussenElektra. Vertreter der ab Januar für die sichere Zwischenlagerung verantwortlichen BGZ stellten das Sicherheitskonzept vor und beantworteten technische Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur längerfristigen Zwischenlagerung am Standort.

Bürgermeisterin Göttsche zeigte sich mit dem Verlauf des Gesprächs zufrieden und stellte gegenüber der Wilsterschen Zeitung fest: „Unsere Erwartung umfangreicher Informationen wurde voll erfüllt.“

Dialog auf Augenhöhe: BGZ zu Gast in Loccum

Auf der Tagung der Evan­geli­schen Akademie Loccum kamen vom 01. bis 03. Juni Teil­nehmer aus Politik und Wissen­schaft mit Vertre­tern der „neuen“ Akteure aus dem Bereich der kern­techni­schen Entsorgung, Bürger­initia­tiven und inter­essier­ten Bürgerinnen und Bürgern zusammen, um über die Themen Endlager­suche, Zwischen­lagerung und Öffent­lichkeits­beteili­gung zu diskutieren.

Am zweiten Tag der Veranstaltung stand das Thema Zwischenlagerung im Fokus. BGZ Geschäftsführer Wilhelm Graf stellte in seiner Präsentation neben den Aufgaben und Zielen der BGZ mit dem Projekt „ANNUM“ auch das Konzept zur Übertragung der Standortzwischenlager vor.
Im Anschluss an den Vortrag von Wilhelm Graf fand eine Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern statt: Dr. Nina Scheer, MdB (SPD), Mitglied im Umweltausschuss; Dr. Monika C. M. Müller, Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Loccum; Sylvia Kotting-Uhl, MdB (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Vorsitzende des Umweltausschusses und Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus e. V.“.

Wilhelm Graf, der selbst zwei Tage vor Ort den Austausch in Kleingruppen gesucht und in gemeinsamen Diskussionen im Plenum Fragen rund um das Thema Zwischenlagerung beantwortet hat, schätzt vor allem die dialogorientierte Ausrichtung der Tagung: „Dass es in Loccum gelingt, Akteure mit den unterschiedlichsten Hintergründen miteinander ins Gespräch zu bringen, zeigt den Mehrwert dieses Veranstaltungsformats. Ich habe gerne den Dialog auf Augenhöhe mit unterschiedlichen Akteuren geführt und nehme viele Anregungen für unsere praktische Arbeit mit.“

Ahaus: BGZ wird Zwischenlagerung von Brennelementen aus Berliner Forschungsreaktor beantragen

Der Betreiber des Berliner Forschungsreaktors BER II, das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB), hat der BGZ Anfang Juni seine Absicht mitgeteilt, bestrahlte Brennelemente aus dem Forschungsreaktor BER II in Ahaus zwischenlagern zu wollen.

Da der BER II 2019 endgültig abgeschaltet wird, sollen insgesamt drei Behälter mit Brennelementen nach Ahaus verbracht werden. Nach einer mehrjährigen Abklingzeit im HZB sollen die Brennelemente bis zu ihrer späteren Endlagerung im Zwischenlager Ahaus verbleiben. Die Aufbewahrung in Ahaus bedarf einer Genehmigung durch das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Mit einem Transport der Brennelemente nach Ahaus ist nach HZB-Planung nicht vor 2023 zu rechnen. Transport und Lagerung erfolgen in Behältern vom Typ CASTOR® MTR3.

Das HZB hat eine vertraglich geregelte Option für die Zwischenlagerung seiner Brennelemente in Ahaus. Der entsprechende Antrag nach dem Atomgesetz wurde bereits im Jahr 1995 gestellt. Da absehbar war, dass HZB eine erteilte Genehmigung zu dem damaligen Zeitpunkt zunächst nicht nutzen würde, wurde der Antrag im Jahr 2004 einstweilig zurückgestellt. Die BGZ wird – auf Grundlage ihrer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem HZB – nun das Genehmigungsverfahren beim BfE wieder aufnehmen.

Die Pressemitteilung des HZB finden Sie hier.