CDU-Abgeordnete besichtigen Zwischenlager in Philippsburg

PHILIPPSBURG – Bei einem gemeinsamen Besuch überzeugten sich MdB Olav Gutting und MdL Ulli Hockenberger von der sicheren Zwischenlagerung am BGZ-Standort. Seit der Rückführung der vier CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich ist die Einlagerung in Philippsburg abgeschlossen.

Insgesamt sind 106 von 152 genehmigten Behälterstellplätzen im Brennelemente-Zwischenlager belegt. Die Einlagerung weiterer hochradioaktiver Abfälle ist nicht vorgesehen. „Ich befürworte sehr, dass keine weiteren Behälter hier am Standort Philippsburg hinzukommen“, erklärte Olav Gutting beim Rundgang durch das Zwischenlager. Der Bundestagsabgeordnete ist auch Kuratoriumsmitglied des Entsorgungsfonds KENFO zur Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle.

Die Vertreter*innen der BGZ informierten die Politiker unter anderem über die laufenden Vorbereitungen der BGZ auf die verlängerte Zwischenlagerung. „Wir werden die sichere Aufbewahrung der hochradioaktiven Abfälle über die kommenden Jahrzehnte gewährleisten und hierfür rechtzeitig eine neue Genehmigung beantragen“, erläuterte Sebastian Ahrens als stellvertretender Leiter des Zwischenlagers. „Über die Vorbereitungen werden wir weiterhin umfangreich kommunizieren und die Menschen hier vor Ort in den Prozess einbeziehen“, ergänzte BGZ-Standortkommunikatorin Dr. Genevieve Mulack. Die beiden Abgeordneten begrüßten die Einbindung der Öffentlichkeit mit Blick auf die verlängerte Zwischenlagerung.

Hintergrund:

Die Aufbewahrung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigung für das Zwischenlager in Philippsburg läuft im Jahr 2047 aus. Eine verlängerte Zwischenlagerung ist notwendig, da ein Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle erst Mitte dieses Jahrhunderts benannt werden soll. Dann wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis das Endlager errichtet ist und alle Behälter an dieses Endlager abgegeben werden können. Auf die verlängerte Zwischenlagerung bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung im Jahr 2017 vor und hat dazu ein Forschungsprogramm aufgelegt. Dieses ist unter https://bgz.de/forschungsprogramm/ abrufbar.

Brunsbüttel: MdB Mark Helfrich besichtigt Abfall-Zwischenlager

BRUNSBÜTTEL – Der Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich, umweltpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat das Abfall-Zwischenlager am Standort Brunsbüttel besucht. Vor Ort informierte er sich darüber, wie die BGZ die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle sicher aufbewahrt.

Empfangen wurde Helfrich von Vertretern des bundeseigenen Unternehmens, das seit 2024 für den Betrieb des Zwischenlagers verantwortlich ist. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen der sicheren Zwischenlagerung bis zur Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad sowie die Rolle des Zwischenlagers im Rahmen der nuklearen Entsorgung.

Ein weiteres Thema des Besuchs war die organisatorische und bauliche Entkopplung des Lagers vom benachbarten Kernkraftwerk. Derzeit nutzt die BGZ teilweise noch die Infrastruktur der im Rückbau befindlichen Anlage. „Um einen autarken Betrieb zu ermöglichen, werden wir in den kommenden Jahren unter anderem ein eigenes Funktionsgebäude für unsere Mitarbeitenden sowie ein neues Wachgebäude für den Objektsicherungsdienst errichten“, erklärte Björn Dahl, der Leiter des Zwischenlagers. Zudem sei eine neue Zaunanlage geplant.

„Eine sichere und transparente Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Kernenergie“, betonte Helfrich nach seinem Besuch. „Die verantwortungsvolle Arbeit der BGZ schafft Vertrauen und ist Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unserer umweltpolitischen Ziele.“

Hintergrund:

Nach der Erteilung der Genehmigung durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein hat die BGZ im September 2024 die Verantwortung für das Abfall-Zwischenlager Brunsbüttel von Vattenfall übernommen. Während das Energieversorgungsunternehmen weiterhin für den Rückbau des Kernkraftwerkes und die fachgerechte Verpackung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle zuständig ist, verantwortet die BGZ deren sichere Aufbewahrung bis zur Abgabe an das Endlager Konrad. Das Entsorgungsübergangsgesetz sieht vor, dass die BGZ in Zukunft auch die Verantwortung für das Brennelemente-Zwischenlager am Standort übernimmt, in dem 20 CASTOR-Behälter mit Brennelementen aus dem Kernkraftwerk aufbewahrt werden. Das Lager befindet sich derzeit im Neugenehmigungsverfahren. Sobald die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, geht die Betriebsführung auf die BGZ über.

Spatenstich am Standort Isar: Wichtiger Schritt zu einem unabhängigen Zwischenlagerbetrieb

NIEDERAICHBACH/ESSENBACH Mit einem symbolischen Spatenstich hat die BGZ den Startschuss für umfangreiche Baumaßnahmen am Standort Isar gegeben. Um den autarken Zwischenlagerbetrieb gewährleisten zu können, wird dort in den nächsten Jahren eine Gesamtinvestition von rund 60 Millionen Euro getätigt.

„Ziel ist es, den Zwischenlagerbetrieb vom Kernkraftwerk Isar zu entkoppeln und so einen sicheren Betrieb auch nach dem Rückbau des Kraftwerkes zu gewährleisten“, erläuterte Dr. Michael Hoffmann, BGZ-Bereichsleiter, vor rund 60 Gästen. Dafür investiert das bundeseigene Unternehmen nun umfangreich am Standort Isar. Die BGZ betreibt das örtliche Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle seit 2019.

Den Auftakt der geplanten Maßnahmen stellt die Errichtung eines Funktionsgebäudes für das Personal inklusive Werkstätten und einer Fahrzeughalle dar. Die Fertigstellung des dreigeschossigen Gebäudes mit einer Gesamtfläche von rund 2.600 Quadratmetern ist für Mitte 2027 geplant. In weiteren Schritten folgen der Bau eines Wachgebäudes, einer separaten Zufahrt und einer eigenen Zaunanlage. Eine unabhängige Strom- und Wasserversorgung sowie neue Verkehrswege komplettieren die Baumaßnahmen.

„Mit Blick auf eine regenerative Energieversorgung werden wir auch Photovoltaikanlagen errichten. Außerdem erhält jedes Gebäude eine Grundwasser-Wärmepumpe, um umweltfreundlich heizen zu können“, kündigte Markus Luginger, Leiter des Zwischenlagers Isar, an. Die Zahl der BGZ-Mitarbeiter*innen am Standort werde mittelfristig auf 25 wachsen, informierte Luginger.

Unterstützung beim Spatenstich erhielt die BGZ von Landshuts Landrat Peter Dreier, Niederaichbachs Bürgermeister Josef Klaus und Essenbachs Bürgermeister Dieter Neubauer, die den Baustart begleiteten und der BGZ gutes Gelingen und eine unfallfreie Bauzeit wünschten.

„Mit den Baumaßnahmen stellt die BGZ die Weichen für einen unabhängigen Betrieb und sorgt so auch zukünftig für den verantwortungsvollen Umgang mit den hochradioaktiven Abfällen“, sagte Bürgermeister Josef Klaus am Rande der Veranstaltung. Klaus, der auch Sprecher der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden mit kerntechnischen Anlagen (ASKETA) ist, betonte dabei: „Die Sicherheit von Mensch und Umwelt muss auch in den kommenden Jahrzehnten stets oberste Priorität haben. Die umfangreichen Investitionen sind daher gut angelegt.“