Save the date: BGZ bietet Forschungsworkshop am 02.12.2023 in Hitzacker an

HITZACKER – Die BGZ wird am Samstag, 02.12.2023, einen Forschungsworkshop im Landkreis Lüchow-Dannenberg veranstalten, um mit einem fachlich interessierten Publikum tiefergehende Fragen zu einzelnen Forschungsprojekten innerhalb des BGZ-Forschungsprogramms zu erörtern.

Nachdem die BGZ das Forschungsprogramm im vergangenen Jahr veröffentlicht und in zahlreichen dialogorientierten Veranstaltungen an ihren Zwischenlagerstandorten und überregional vorgestellt hat, möchte die bundeseigene Gesellschaft nun einem fachlich interessierten Publikum anbieten, tiefergehende Fragen zu einzelnen Forschungsprojekten innerhalb des Forschungsprogramms zu erörtern.

Die BGZ setzt damit den regelmäßigen Austausch zur Fortschreibung ihres Forschungsprogramms fort, so wie es von vielen Bürger*innen im Landkreis gewünscht wird. Mit dem Forschungsworkshop möchte die bundeseigene Gesellschaft hierauf eingehen und ein zusätzliches Dialogangebot schaffen. Damit kommt sie dem Wunsch nach, tiefer auf einzelne Fachfragen ihres Programms einzugehen. Gleichzeitig gibt die BGZ einen Ausblick zum aktuellen Stand ihrer Forschungsprojekte. Um interessierten Bürger*innen die Teilnahme zu erleichtern, findet die Veranstaltung an einem Samstag statt:

am:      02.12.2023

im:       VERDO Kultur- und Tagungszentrum, Dr. Helmut-Meyer-Weg 1, 29456 Hitzacker

von:     10:00 – 16:30 Uhr.

Da der Schwerpunkt des BGZ-Forschungsprogramms auf der Untersuchung von Alterungseffekten der Behälter und ihres Inventars liegt, stehen folgende Themenfelder im Vordergrund:

  • Forschungsprojekte zu Brennelementen
  • Sogenannte „nichtinvasive Behälteruntersuchungen“: Wie gewinnen wir Erkenntnisse über das Behälterinventar, ohne die Behälter selbst zu öffnen?
  • Forschungsprojekte zu Metalldichtungen

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Interessierte Bürger*innen können sich unter info@bgz.de oder telefonisch unter 05882 10286 für die Veranstaltung anmelden und gerne im Vorfeld Fragen einreichen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Den genauen Programmablauf werden wir im November auf unserem Veranstaltungskalender unter https://bgz.de/veranstaltungen/ veröffentlichen.

Hintergrund:

Die Aufbewahrungsgenehmigungen für die Zwischenlager der BGZ sind auf 40 Jahre befristet. Ein Endlager steht erst dann zur Verfügung, nachdem die Genehmigungen ausgelaufen sind. Die BGZ hat daher seit ihrer Gründung 2017 regelmäßig darüber informiert, dass sie sich auf deutlich längere Zwischenlagerzeiten vorbereitet und für ihre Zwischenlager mit hochradioaktiven Abfällen rechtzeitig neue Genehmigungen beantragen wird.

Um die Sicherheit der Zwischenlagerung auch über den bisher betrachteten Zeitraum nachzuweisen, verfolgt die BGZ ein umfassendes Forschungsprogramm. Dabei arbeitet sie mit Partnern aus der Industrie, mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen und führt einen breiten fachlichen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Jülicher Brennelemente: Arbeitsschritte mit leerem CASTOR-Behälter werden erprobt

JÜLICH/AHAUS – Die JEN Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) beabsichtigt, ab Anfang November einen Probetransport mit einem leeren CASTOR-Behälter von Jülich nach Ahaus durchzuführen. Die BGZ wird den leeren Behälter nutzen, um die Einlagerung im Zwischenlager Ahaus zu erproben.

Dieser Probelauf dient dazu, die offizielle „Kalthandhabung“ vorzubereiten. Diese soll ebenfalls im November stattfinden und wird durch das Wirtschaftsministerium NRW als zuständige Aufsichtsbehörde und deren Sachverständige begleitet. Dazu wird dann nochmals ein leerer Behälter nach Ahaus gefahren, der nach der Kalthandhabung wieder zurück nach Jülich gebracht wird.

Die Kalthandhabung ist eine Voraussetzung dafür, dass eine Einlagerung der 152 mit Brennelementen beladenen Behältern, die im Zwischenlager Jülich aufbewahrt werden, stattfinden kann. Dafür liegen jedoch noch nicht alle erforderlichen Genehmigungen vor.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der JEN und in der Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums NRW.

Hintergrund:

Die Atomaufsicht NRW hat im Jahr 2014 angeordnet, das Zwischenlager für die 152 Behälter mit Brennelementkugeln in Jülich zu räumen. Grund dafür waren unter anderem Nachweise zur Erdbebensicherheit, die nicht rechtzeitig erbracht werden konnten.

Die JEN als Betreiberin des Zwischenlagers Jülich verfolgt zwei Optionen zur Räumung des Lagers: den Transport der Behälter nach Ahaus und den Neubau eines Lagers in Jülich. Es muss die Option umgesetzt werden, die am schnellsten realisierbar ist. Dies ist aktuell der Transport nach Ahaus. Die JEN will die derzeit noch parallele Verfolgung der Neubau-Option beenden, sobald die ersten Transporte nach Ahaus durchgeführt werden.

Rechtsvorgänger von JEN und BGZ haben bereits in den 2000er-Jahren Verträge über eine mögliche Verbringung der 152 AVR-Behälter in das Zwischenlager Ahaus geschlossen, die bis heute wirksam sind. Indem sich die BGZ auf eine Einlagerung in Ahaus vorbereitet, kommt sie demnach ihren vertraglichen Pflichten nach.

BGZ baut Forschungsgruppe an der TU München auf

GARCHING/ESSEN – Die BGZ ist nun am Forschungs- und Hochschulcampus in Garching mit eigenem Personal und eigenen Räumen vertreten. Durch die Vernetzung mit der Technischen Universität München (TUM) baut das bundeseigene Unternehmen seine Forschungsaktivitäten aus, um die Voraussetzungen für eine verlängerte Zwischenlagerung zu schaffen.

Geplant ist der Aufbau einer Forschungsgruppe, die das Alterungsverhalten von Brennelementen untersucht. „Für uns ist es ein wichtiger Schritt, nun mit unserem Forschungsprogramm direkt im universitären Umfeld arbeiten zu können und unser wissenschaftliches Netzwerk auszubauen“, sagt Dr. Maik Stuke, Leiter der BGZ-Forschungsgruppe in Garching. „Ziel ist es, durch unsere Forschungsaktivitäten die Grundlagen für die Genehmigungsverfahren zu schaffen, die die BGZ für eine verlängerte Zwischenlagerung führen wird.“

Expert*innen der BGZ bearbeiten nun zusammen mit Promotionsstudent*innen der TUM in BGZ-Räumlichkeiten auf dem Campus wissenschaftliche Fragestellungen zum Langzeitverhalten von Brennelementen. Die BGZ hat dazu einen Kooperationsvertrag mit dem Lehrstuhl für Nukleartechnik der TUM unterzeichnet. Die Vernetzung mit weiteren wissenschaftlichen Institutionen der Universität will die BGZ zur Umsetzung ihrer Forschungsprojekte sukzessive ausbauen.

Durch ihre Aktivitäten am Hochschulcampus in Garching fördert das bundeseigene Unternehmen außerdem den Kompetenzerhalt in der nuklearen Entsorgung. Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, betont: „Nur durch eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen kann es uns gelingen, dass auch künftig das wissenschaftliche Know-how in der Branche vorhanden ist.“

Hintergrund:

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigungen für die Zwischenlager der BGZ laufen ab dem Jahr 2034 sukzessive aus. Da die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) frühestens in den 2040er-Jahren mit der Benennung eines Endlagerstandorts für hochradioaktive Abfälle rechnet, reichen die bestehenden Genehmigungen nicht aus. Eine verlängerte Zwischenlagerung ist notwendig. Auf die dafür neu zu führenden Genehmigungsverfahren bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung 2017 vor. Im Fokus steht dabei ihr Forschungsprogramm, in dessen Rahmen das bundeseigene Unternehmen in konkreten Forschungsvorhaben mit Partnern aus der Industrie, mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammenarbeitet und einen breiten fachlichen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene führt. Das BGZ-Forschungsprogramm ist unter https://bgz.de/mediathek/#publikationen abrufbar.

Eine Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung hat die BGZ mit dem Lehrstuhl für Nukleartechnik an der TU München unterzeichnet: (v.l.) BGZ-Forschungsgruppenleiter Dr. Maik Stuke, der Leiter des Lehrstuhls für Nukleartechnik, Prof. Dr. Rafael Macián-Juan, und der Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, Dr.
Jörn Becker.

 

Mit eigenen Räumlichkeiten ist die BGZ nun im Galileo-Komplex am Campus der TU München in Garching vertreten.