Bundeswehr übt am Zwischenlager Philippsburg

PHILIPPSBURG – Die Bundeswehr hat am vergangenen Mittwoch auf dem BGZ-Gelände des Zwischenlagers Philippsburg trainiert. Ziel der Übung war es, Einsatzabläufe und Notfallstrukturen zu testen.

Rund 30 Personen und zehn Fahrzeuge waren im Einsatz. Bei der Übung im Außenbereich nahe des Brennelemente-Zwischenlagers handelte es sich um ein routinemäßiges Training der Bundeswehr, für das die BGZ als bundeseigenes Unternehmen ihren Standort zur Verfügung stellte. Zudem begleitete sie die Übung mit eigenen Fachkräften.

„Alles verlief erfolgreich und die Zusammenarbeit funktionierte sehr gut“, sagt Jochen Quandt, Leiter der Objektsicherung bei der BGZ am Standort Philippsburg, zur Bilanz. Zwischenlager zählten zu den bestgesicherten Anlagen in Deutschland. „Diese stellen wir hier vor Ort gern für eine solche Übung zur Verfügung“, so Quandt. So sei es möglich, Einsatzabläufe und Notfallstrukturen in besonders geschützten Bereichen unter Realbedingungen zu testen.

Erster CASTOR-Behälter aus Jülich im Zwischenlager Ahaus eingetroffen

AHAUS – Der erste von 152 CASTOR-Behältern mit Kugelbrennelementen aus Jülich ist in das Zwischenlager Ahaus transportiert worden. Die Sicherheit bei Transport und Zwischenlagerung wurde zuvor umfassend überprüft und gerichtlich bestätigt. Mit der Aufbewahrung der Behälter bis zur Abgabe an ein Endlager setzt die BGZ nun ihre vertraglichen Pflichten um.

Der Transport des CASTOR-Behälters startete am Vorabend in Jülich. Das von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) betriebene Zwischenlager muss aufgrund einer Anordnung der NRW-Atomaufsicht geräumt werden. Der Behälter erreichte das Zwischenlager Ahaus in der Nacht. In den nächsten Monaten sollen auch die verbleibenden 151 CASTOR-Behälter nach Ahaus transportiert werden. Die Transporte führt ein spezialisiertes Logistikunternehmen im Auftrag der JEN durch.

Fachleute der BGZ werden den Behälter nun auf einen ordnungsgemäßen Zustand überprüfen und im Zwischenlager an das Behälterüberwachungssystem anschließen. Bei einem vorherigen Probelauf demonstrierte die BGZ die sichere Einlagerung bereits mit einem unbeladenen Behälter unter behördlicher Aufsicht.

„In Ahaus greifen wir auf umfangreiche Erfahrung zurück, da hier bereits 305 baugleiche Behälter aus Hamm-Uentrop mit identischem Inventar lagern. Wir werden auch die Behälter aus Jülich nach höchsten Sicherheitsstandards aufbewahren und so den Schutz von Menschen und Umwelt gewährleisten“, sagt Markus Röder, Hauptabteilungsleiter bei der BGZ.

Dass alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im Rahmen eines atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens überprüft und 2016 mit Erteilung der Genehmigung bestätigt. Deren Rechtmäßigkeit hat das Oberverwaltungsgericht Münster 2024 festgestellt.

Über den Fortschritt der weiteren Einlagerungen informiert die BGZ auf dieser Website: https://zwischenlager.info/standort/ahaus-projekte/. Dort finden Sie neben einer Übersicht der bislang durchgeführten Transporte von Jülich nach Ahaus auch Antworten auf häufig gestellte Fragen zu dem Projekt. Zudem sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich persönlich vor Ort zu informieren.

Biblis: Zwischenlager unter neuer Leitung



BIBLIS – Seit Februar ist Philipp Hoppe neuer Leiter der Zwischenlager für radioaktive Abfälle. Der studierte Strahlenschutzingenieur übernimmt die Tätigkeit von Dirk Jonas, der in übergeordneter Funktion weiterhin für die BGZ tätig ist.

Zuletzt war Philipp Hoppe Leiter Überwachung bei der BGZ in Biblis. In dieser Funktion war er als Führungskraft unter anderem für die Dokumentation und die Qualitätssicherung verantwortlich. Der 38-Jährige war bereits von 2009 bis 2012 während seines Strahlenschutzstudiums am Kernkraftwerk Biblis tätig. Nach seinem Abschluss arbeitete der Ingenieur im Bereich der Entsorgung radioaktiver Abfälle für die GNS Gesellschaft für Nuklearservice mbH und lernte dabei verschiedene Kernkraftwerke im In- und Ausland kennen. Vor zehn Jahren begleitete er ein Projekt in Biblis und wechselte zu RWE an den Standort. Im Jahr 2019 startete er bei der BGZ und beschäftigt sich seitdem mit der Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle.

„Ich freue mich, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen“, betont Philipp Hoppe. „Der Standort Biblis und seine Abläufe sind mir bestens bekannt. Ich übernehme ein starkes Team, mit dem ich die laufenden Projekte erfolgreich fortführen werde.“

Sein Vorgänger Dirk Jonas leitete sieben Jahre die drei Zwischenlager in Biblis. Seine betrieblichen Erfahrungen bringt er nun auf übergeordneter Ebene für alle BGZ-Standorte ein. Am Standort Biblis beschäftigt die BGZ knapp 40 Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Fachrichtungen. Mitte dieses Jahres wird das Team das neue Wach- und Funktionsgebäude beziehen.

Zum Interview mit Philipp Hoppe