BGZ stellt Weichen für verlängerte Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle

Rund 100 Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz erörterten zwei Tage lang auf Einladung der BGZ in Berlin die wissenschaftlichen, technischen und genehmigungsrechtlichen Fragen, die mit einer verlängerten Aufbewahrung von hochradioaktiven Abfällen einhergehen.

Die trockene Zwischenlagerung in Transport- und Lagerbehältern etwa vom Typ Castor hat sich bewährt. Diese Bestandsaufnahme, die auch im Nationalen Entsorgungsprogramm der Bundesregierung zu finden ist, war auch mehrheitlich Tenor der Konferenzteilnehmer. Auf dieser Grundlage sind im Rahmen der BGZ-Veranstaltung offene Forschungsfragen identifiziert und zukünftige Aktionsfelder eingegrenzt worden, die im Zusammenhang mit der längeren Zwischenlagerung bestrahlter Brennelemente und wärmeentwickelnder Abfälle stehen. Dabei wurde auch erörtert, dass bei der Nachweisführung ein klarer Bezug zu den realen Behälter- und Inventarverhalten herzustellen ist.

Der Geschäftsführer Technik der BGZ, Wilhelm Graf, während seiner Eröffnungsrede zum Fachworkshop Zwischenlagerung.

Wilhelm Graf stellte dazu als technischer Geschäftsführer der BGZ fest: „Wir gehen davon aus, dass das Konzept der trockenen Zwischenlagerung auch zukünftig tragfähig ist und die Einhaltung aller Schutzziele gewährleistet. Es ist jedoch unsere Aufgabe, gemeinsam mit Wissenschaftlern und Technikern den Nachweis dafür zu erbringen.“ Die vor zwei Jahren gegründete BGZ wird als Gesellschaft des Bundes die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet intensiveren. Graf wies daraufhin, dass die BGZ im Rahmen ihrer Forschungsstrategie dazu eine Abteilung gegründet und mit ihrem ersten eigenen Fachworkshop Experten aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden zur Erörterung relevanter Aspekte der verlängerten Zwischenlagerung und der entsprechenden Regelwerke zusammengebracht hat. „Wir sind zudem dabei, eine eigene Akademie aufzubauen, in der wir insbesondere die Aus- und Weiterbildung sowie die Forschungsaktivitäten

bündeln möchten. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Kompetenzerhalt in unserer Branche, indem wir dafür sorgen, dass auch künftig qualifiziertes Personal zur Verfügung steht“, führte Graf weiter aus.

Im Mittelpunkt der Tagung standen vor allem Fragen rund um die Dichtheit der Transport- und Lagerbehälter sowie das Verhalten der eingelagerten Brennelemente vor dem Hintergrund der längeren Zwischenlagerung. Eingangs stellte Dr. Christoph Bunzmann vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) den Forschungsbedarf zur Sicherheit der Zwischenlagerung bis zur Endlagerung aus Sicht der Genehmigungsbehörde dar.

Dr.-Ing. Holger Völzke von der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) ging in seinem Vortrag auf den Stand der internationalen Forschung zur verlängerten Zwischenlagerung ein. Sein Kollege Dr.-Ing. Konrad Linnemann erläuterte Möglichkeiten, die Unversehrtheit der Brennelemente beim Transport in Castorbehältern zu überprüfen. Völzke machte deutlich: „Wissenschaftliche Forschungen zur verlängerten Zwischenlagerung werden international vielfältig adressiert. Internationaler Austausch und Kooperation sind unverzichtbar. Wir haben auf Grundlage der bisherigen Daten und Untersuchungen keinen Anlass daran zu zweifeln, dass die Dichtsysteme der Behälter auch über 40 Jahre hinaus intakt bleiben.“

Wilhelm Graf zeigte sich abschließend mit der Veranstaltung sehr zufrieden: „Ich freue mich, dass wir uns mit vielen relevanten Akteuren aus dem Bereich der kerntechnischen Entsorgung austauschen konnten. Gerade diesen Austausch benötigen wir, um die Fragen zu beantworten, die mit einer verlängerten Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle zusammenhängen. Wir werden daher weiterhin solche Fachkonferenzen durchführen und wichtige Ergebnisse auch im Rahmen des „Forums Zwischenlagerung“ einem breiteren Teilnehmerkreis vorstellen und erörtern.“

Hintergrund:
Die Genehmigungen für die Zwischenlager in Deutschland sind auf 40 Jahre befristet, Zwischenlager dürfen keine Dauerlösung darstellen. Ziel ist es daher, die radioaktiven Abfälle unterirdisch in einer geologischen Formation in Deutschland dauerhaft zu lagern. Mit einem betriebsbereiten Endlager ist nach dem Nationalen Entsorgungsprogramm ab dem Jahr 2050 zu rechnen. Daher reichen die ursprünglich auf 40 Jahre befristeten Genehmigungen der Zwischenlager nicht aus. Die BGZ wird demnach künftig neue Genehmigungen nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik beantragen, um die radioaktiven Abfälle bis zu ihrer Abgabe an das Endlager rechtssicher aufzubewahren.

Das vollständige Programm sowie Fotos der Tagung finden Sie hier: www.bgz.de

Übung im Zwischenlager Ahaus

Im Zwischenlager Ahaus findet am 24. Oktober 2019 eine routinemäßige Feuerwehrübung statt.

Derartige Übungen werden in regelmäßigen Abständen in allen kerntechnischen Anlagen durchgeführt. Hierdurch ist in Notfallsituationen eine reibungslose Zusammenarbeit des Anlagenbetreibers mit externen Einsatzkräften gewährleistet.

BGZ bereitet Zwischenlager Grafenrheinfeld auf den unabhängigen Betrieb vor

Am Donnerstag hat die BGZ als Betreiberin des Zwischenlagers Grafenrheinfeld den persönlichen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern in der Kulturhalle der Gemeinde fortgesetzt.

BGZ-Geschäftsführer Dr. Ewold Seeba erklärte: „Die Übertragung des Zwischenlagers für Brennelemente zu Beginn dieses Jahres hat gut geklappt, der Betrieb läuft reibungslos. Im nächsten Schritt werden wir auch die Verantwortung für das Abfall-Zwischenlager übernehmen, das derzeit gebaut und mit seiner Inbetriebnahme auf die BGZ übertragen wird.“

Der Leiter des Zwischenlagers, Jürgen Bruder, gab einen Überblick über den bisherigen Betrieb des Zwischenlagers sowie zu den weiteren Planungen der bundeseigenen BGZ am Standort Grafenrheinfeld. Er erläuterte, wie das BGZ-Team derzeit das Zwischenlager Grafenrheinfeld auf den autarken Betrieb vorbereitet, damit es künftig unabhängig vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld betrieben werden kann. „Hierzu gehören Bauprojekte ebenso wie organisatorische Änderungen“, erklärte Bruder. So plant die BGZ beispielsweise den Neubau eines Funktionsgebäudes, das unter anderem Büroräume für die wachsende Belegschaft am Standort bieten wird. Dazu gehört auch ein neues Brandschutzkonzept für das Zwischenlager. Da die Werkfeuerwehr des Kraftwerksbetreibers mittelfristig nicht mehr zur Verfügung steht, hat BGZ bei der bayerischen Atomaufsicht beantragt, die öffentliche Feuerwehr mit dieser Aufgabe zu betrauen und steht hierzu im Gesprächen mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden.

Christian Keller zeigte sich als neuer Bürgermeister der Gemeinde Grafenrheinfeld zufrieden über den offenen Austausch. „Die BGZ sucht hier vor Ort das persönliche Gespräch und schafft dabei Transparenz über ihre Planungen. Dies sollte auch in Zukunft so beibehalten werden.“