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BGZ beim Umweltfestival am Brandenburger Tor
/in AktuellesWie werden radioaktive Abfälle zwischengelagert? Werden abgebrannte Brennstäbe aus Deutschland noch aufgearbeitet? Wie bereitet sich die BGZ auf die verlängerte Zwischenlagerung vor?
Diese und viele weitere Fragen hatten die Besucher*innen des 28. Umweltfestivals am Infostand der BGZ. Die Veranstaltung fand am Sonntag, 04. Juni 2023, in Berlin am Brandenburger Tor statt.
Die sommerlichen Temperaturen und das vielfältige Angebot lockten viele Menschen zu dem Fest unter freiem Himmel. Auch der BGZ-Infostand war sehr gut besucht. Neben etlichen Besucher*innen, die sich allgemein zum Thema Zwischenlagerung informierten, kamen auch einige Interessierte mit Fachfragen vorbei. Besonderer Besuchermagnet war das BGZ-Standort-Quiz, bei dem man die BGZ-Standorte auf einer Landkarte zuordnen musste.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) fördert das Umweltfestival und war ebenfalls mit einem Informationsangebot vertreten. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Staatssekretär Stefan Tidow nutzten die Gelegenheit und kamen am Infostand der BGZ vorbei, um sich über die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle zu informieren.
Ahaus: Grüne aus NRW besichtigen Zwischenlager
/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite„Wir werden die sichere Zwischenlagerung auch über die kommenden Dekaden gewährleisten“, betonte Dr. Michael Hoffmann, Bereichsleiter für den Betrieb der BGZ-Zwischenlager, mit Blick auf den größeren Zeitbedarf bei der Endlagersuche. Diese Sicherheit fuße auf einem robusten Konzept mit einer umfassenden Überwachung und positiven Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten störungsfreiem Betrieb der Zwischenlager. „Mit unserem Forschungsprogramm sind wir gut aufgestellt, um die erforderlichen Nachweise zur Langzeitsicherheit in den neuen Genehmigungsverfahren für die Zwischenlager vorzulegen“, so Dr. Hoffmann.
Dr. David Knollmann, Referent für Standortkommunikation, gab zusammen mit dem Leiter des Zwischenlagers, Uwe Wolf, einen Überblick über relevante Projekte am Standort. Dazu zählen etwa die geplante Einlagerung von Brennelementen aus dem Forschungsreaktor in Garching (FRM II) sowie die mögliche Aufbewahrung von Brennelementen aus dem AVR-Versuchsreaktor in Jülich. „Wir stehen in einem guten und regelmäßigen Austausch hier vor Ort in Ahaus. Dieser Dialog ist für uns als lernendes Unternehmen sehr wichtig – wir werden ihn deshalb auch künftig weiterführen und intensivieren“, so Dr. Knollmann.
Nach der Besichtigung des Zwischenlagers erklärte MdB Dr. Jan-Niclas Gesenhues: „Mit der Nutzung der Atomenergie in Deutschland ist seit April dieses Jahres Schluss. Als Hinterlassenschaften des Atomstrom-Zeitalters aber bleiben die radioaktiven Abfälle. Weil die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle länger dauert als ursprünglich geplant, kommt der Zwischenlagerung eine besondere Bedeutung zu.“
Dr. Gesenhues führte weiter aus: „Daher war es mir ein Anliegen, mit den Mitarbeiter*innen in Ahaus in einen konstruktiven Austausch zu gehen und einen direkten Einblick in die Praxis der Zwischenlagerung zu bekommen. Die BGZ hat die verantwortungsvolle Aufgabe, eine sichere Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle zu gewährleisten. Als Grüne Bundestagsfraktion setzen wir uns für bestmögliche Sicherheitsstandards ein. Dazu gehört für uns auch, unnötige Atomtransporte zu verhindern.“
Hintergrund:
Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus läuft im Jahr 2036 aus. Da es Jahrzehnte dauert, bis alle hochradioaktiven Abfälle an ein Endlager abgegeben sind, wäre auch nach der ursprünglichen Planung, einen Endlagerstandort bis 2031 zu benennen, eine verlängerte Zwischenlagerung erforderlich gewesen. Auf diese bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung 2017 vor.
Dafür hat sie ein umfassendes Forschungsprogramm (https://bgz.de/forschungsprogramm) initiiert, in dessen Rahmen sie mit nationalen und internationalen Partnern aus Industrie, Wissenschaft und von Universitäten zusammenarbeitet. Die BGZ wird rechtzeitig neue Aufbewahrungsgenehmigungen für ihre Standorte beantragen und muss in diesen neu zu führenden Genehmigungsverfahren nach dem jeweils aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik nachweisen, dass die Sicherheit der Zwischenlagerung über 40 Jahre hinaus gewährleistet ist.
Neue Vorsitzende der BGZ-Geschäftsführung
/in Aktuelles, Pressemitteilung, StartseiteDie 49-jährige Juristin leitet die BGZ nun gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Wilhelm Graf und dem kaufmännischen Geschäftsführer Lars Köbler. „Mehr als 600 Mitarbeitende kümmern sich bei der BGZ um die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ich freue mich darauf, meine neuen Kolleg*innen dabei zu unterstützen“, sagte Bettina Hesse als neue Vorsitzende der Geschäftsführung zu ihrem Dienstantritt.
Mit der nuklearen Entsorgung ist sie bestens vertraut. Zuletzt war sie Leiterin der Abteilung Zentrale Dienste im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Das BASE ist die Genehmigungs-, Aufsichts- und Regulierungsbehörde des Bundes für die Zwischen- und Endlagerung sowie für die Behandlung und den Transport radioaktiver Abfälle. Bettina Hesse war dort zuständig für die Referate Organisationsentwicklung, Personal, Justiziariat, Finanzen, Innerer Dienst, IT sowie Vergabe. Im BASE nutzte sie unter anderem ihr Wissen als Wirtschaftsmediatorin und systemischer Coach für den Aufbau einer modernen und vielfältigen Behörde. Wichtig war und sei ihr besonders der interdisziplinäre Austausch über alle Hierarchieebenen hinweg, den sie auch in der BGZ pflegen und fördern wolle, betonte Hesse.
Zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn war Bettina Hesse in einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei tätig. Ab 2003 arbeitete sie in verschiedenen Positionen im Dienstleistungsbereich, zuletzt im Vorstand einer Versicherung. Ihre Schwerpunkte lagen hier im Change- und Organisationsmanagement, der Digitalisierung von Prozessen und dem Aufbau neuer Geschäftsfelder und Organisationseinheiten.
Christian Kühn MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, freut sich als Aufsichtsratsvorsitzender der BGZ, Bettina Hesse als neue Vorsitzende der Geschäftsführung begrüßen zu dürfen. „Ich wünsche Frau Hesse einen guten Start in ihrer neuen Position an der Spitze des Unternehmens und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihr.“
Hintergrund:
Die 2017 gegründete BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH mit Hauptsitz in Essen betreibt an 16 Standorten dezentrale und zentrale Zwischenlager für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle. Als Gesellschaft des Bundes gewährleistet sie deren sichere und zuverlässige Aufbewahrung. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Vorbereitungen auf eine verlängerte Zwischenlagerung, die Rückführung radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung im Ausland, die Vorbereitungen auf die Abgabe der radioaktiven Abfälle an die Endlager sowie die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Die BGZ beschäftigt aktuell über 600 Mitarbeiter*innen. Weitere Informationen zur BGZ finden Sie hier.