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2. BGZ-Studierendentag: Akademischer Nachwuchs diskutiert über Forschungsprojekte zur Zwischenlagerung
/in Aktuelles, Startseite„Es war eine gelungene Veranstaltung mit spannenden Diskussionen. Mit dem Studierendentag fördern wir den Kompetenzerhalt in unserer Branche, der auch mit Blick auf die verlängerte Zwischenlagerung für die BGZ von großer Bedeutung ist“, sagt Dr. Maik Stuke aus der Forschungsabteilung der BGZ als Mitinitiator der Veranstaltung. Das bundeseigene Unternehmen baut seine Aus- und Fortbildung kontinuierlich aus und führt diese mit ihren eigenen Forschungsaktivitäten zusammen, um sicherzustellen, dass auch künftig qualifiziertes Fachpersonal und das wissenschaftliche Know-how vorhanden sind.
Neun Teilnehmer*innen präsentierten an zwei Tagen in Berlin ihre Forschungsarbeiten, die sich mit der Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen befassen. Im Fokus der Veranstaltung stand der Austausch über die Forschung der Studierenden und der BGZ, die Dr. Maik Stuke vorstellte. Das bundeseigene Unternehmen bereitet sich mit einem umfassenden Forschungsprogramm auf die verlängerte Zwischenlagerung vor. Im Rahmen von konkreten Projekten arbeitet es dafür mit nationalen und internationalen Partnern aus der Industrie sowie mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen. Ein Fokus liegt auf dem Langzeitverhalten von Brennelementen sowie Metalldichtungen der Transport- und Lagerbehälter. „Für unsere Forschung ist ein kontinuierlicher wissenschaftlicher Austausch von großer Bedeutung“, sagt Dr. Jörn Becker, Leiter der zuständigen BGZ-Abteilung. „Der Studierendentag bietet dafür einen gelungenen Rahmen.“
Hintergrund
Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigungen für die BGZ- Zwischenlager laufen ab 2034 sukzessive aus. Daher bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung 2017 auf die verlängerte Zwischenlagerung vor. Dazu verfolgt das bundeseigene Unternehmen ein umfassendes Forschungsprogramm. Dieses ist unter http://bgz.de/forschungsprogramm abrufbar.
Verlängerte Zwischenlagerung: BGZ präsentiert Forschungsprogramm am Standort Biblis
/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite, vZLZunächst gab Dirk Jonas, Leiter des Zwischenlagers Biblis, einen Überblick über aktuelle Projekte am Standort. Dazu zählen die Planungen für die organisatorische, bauliche und personelle Entkopplung der Zwischenlager vom Kernkraftwerk. In diesem Kontext bereitet die BGZ unter anderem die Errichtung eines eigenen Funktionsgebäudes für Mitarbeiter*innen und das Wachpersonal vor.
Im Anschluss veranschaulichte Dr. Maik Stuke die Forschungsaktivitäten der BGZ. „Den Schwerpunkt bilden zurzeit experimentelle Untersuchungen an Metalldichtungen und Brennstabsegmenten, die zusätzliche Erkenntnisse zum Langzeitverhalten der Behälterdichtungen beziehungsweise der Brennelemente liefern sollen“, erläuterte Stuke.
Mit dem Forschungsprogramm habe die BGZ die Grundlage dafür erarbeitet, die Sicherheit der Zwischenlagerung auch über den bisher genehmigten Zeitraum von 40 Jahren hinaus nachzuweisen, so Stuke. Das Programm werde laufend fortgeschrieben und an den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 hat die BGZ immer wieder darüber informiert, dass sie sich auf deutlich längere Zwischenlagerzeiten vorbereitet, als ursprünglich vorgesehen. Denn auch nach der bisherigen Planung hätte ein Endlager erst zur Verfügung gestanden, nachdem die auf 40 Jahre befristeten Aufbewahrungsgenehmigungen für die Zwischenlager ausgelaufen sind. Am Standort Biblis ist das Brennelemente-Zwischenlager aktuell bis 2046 genehmigt.
„Wir sind davon überzeugt, dass das durch uns umgesetzte Konzept der trockenen Zwischenlagerung am besten geeignet ist, die Sicherheit der Zwischenlagerung über die nächsten Dekaden zu gewährleisten“, hob BGZ-Sprecher Stefan Mirbeth hervor. „Das Konzept der trockenen Zwischenlagerung ist so robust ausgelegt, dass Effekte ausgeschlossen werden können, bei denen die Sicherheit plötzlich und unerwartet gefährdet ist.“
Ein umfassendes Überwachungskonzept sorgt dafür, dass gegebenenfalls frühzeitig Maßnahmen abgeleitet werden können, die den sicheren Betrieb dauerhaft gewährleisten. In allen Zwischenlagern finden darüber hinaus regelmäßige Überprüfungen statt. Dadurch können technische Systeme weiterentwickelt und bei Bedarf angepasst werden. Die BGZ wird zudem fortlaufend prüfen, ob dieses Monitoring erweitert werden muss.
Im Anschluss an die Veranstaltung zeigte sich Rainer Scheffler von der AG „Sicheres Zwischenlager Biblis“ zufrieden mit dem Informationsangebot der BGZ: „Wir haben uns einen sehr guten Eindruck von den aktuellen Planungen der BGZ hier am Standort Biblis verschaffen können. Eine sachliche und faktenorientierte Debatte ist uns wichtig und gehört zur kritischen Begleitung der Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle vor Ort“, betonte Scheffler.
Hintergrund:
Zwischenlager dürfen keine Dauerlösung darstellen. Die radioaktiven Abfälle sollen daher unterirdisch in einer tiefengeologischen Formation in Deutschland dauerhaft gelagert werden. Da die Suche nach einem Endlager-Standort noch nicht abgeschlossen ist, reichen die ursprünglich auf 40 Jahre befristeten Genehmigungen der Zwischenlager nicht aus. Die BGZ wird rechtzeitig neue Genehmigungen beantragen und die sichere Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle bis zu ihrer Abgabe an das Endlager nachweisen. Darauf bereitet sie sich mit ihrem Forschungsprogramm vor. Im Rahmen von konkreten Forschungsvorhaben arbeitet die BGZ mit Partnern aus der Industrie sowie mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen und führt einen breiten fachlichen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.
Das Forschungsprogramm kann hier angesehen und heruntergeladen werden: https://bgz.de/mediathek/#publikationen
BGZ informiert turnusmäßig im Ratssaal der Stadt Ahaus
/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite„Aufgrund der späteren Verfügbarkeit eines Endlagers ist es unsere Aufgabe, die Sicherheit der Zwischenlagerung über den bislang genehmigten Zeitraum von 40 Jahren hinaus nachzuweisen“, erklärte Dr. Matthias Heck, Geschäftsführer der Brennelement-Zwischenlager Ahaus GmbH (BZA) und Bereichsleiter Genehmigungen bei der BGZ. Die dazu nach dem Atomgesetz zu erlangende Neugenehmigung wolle man für das Zwischenlager Ahaus im Jahr 2028, also acht Jahre vor Ablauf der aktuellen Genehmigung, beantragen. Dr. Heck führte weiter aus: „Die Zwischenlagerung ist robust ausgelegt und die Erfahrung aus mehr als drei Jahrzehnten Betrieb zeigt uns, dass die Behälter grundsätzlich geeignet sind, das radioaktive Material auch über die nächsten Dekaden sicher einzuschließen.“ Um dies nachzuweisen, hat die BGZ verschiedene Forschungsprojekte auf den Weg gebracht, die etwa das Langzeitverhalten der Metalldichtungen im Deckelsystem der Behälter untersuchen.
Dr. David Knollmann, Referent für Standortkommunikation, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die vorgesehenen Einlagerungen am Standort. Dazu zählt zum Beispiel die geplante Aufbewahrung von Brennelementen aus deutschen Forschungsreaktoren im Zwischenlager Ahaus. Mit Blick auf die neuen Genehmigungsverfahren für eine längere Zwischenlagerung betonte Dr. Knollmann die Bedeutung des fortwährenden Austauschs mit den Bürger*innen vor Ort: „Im Vorfeld der Genehmigungsverfahren wollen wir eine möglichst breite Beteiligung der Öffentlichkeit durchführen. Dass wir von längeren Zwischenlagerzeiten ausgehen, als ursprünglich geplant, haben wir seit Gründung der BGZ proaktiv kommuniziert.“
Manuel Wilmanns, Abteilungsleiter Infostellen und Informationsmanagement der BGE, stellte in seinem Vortrag den Stand der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle vor und erläuterte die neue Zeitschätzung des Suchverfahrens, wonach die im Standortauswahlgesetz angestrebte Festlegung des Standorts bis 2031 nicht mehr erreichbar sein wird. „Die BGE hat eine realistische und belastbare Zeitplanung bis zur nächsten Etappe der Endlagersuche vorgelegt. Für die weiteren Phasen sind noch sehr viele Variablen offen. Aber die Endlagersuche ist als Lernprozess angelegt. Das gilt auch für die Zeitpläne. Dabei ist uns sehr bewusst, dass die Zeitbedarfe für die Standortauswahl Auswirkungen beispielsweise auf die Dauer der Zwischenlagerung haben.“
Im Anschluss an die Vorträge tauschten sich die Vertreter*innen der BGZ und der BGE mit den Ahauser Ratsmitgliedern und Bürger*innen über ihre Fragen und Positionen zur Zwischenlagerung in Ahaus und zur Endlagersuche in Deutschland aus.
Karola Voß, Bürgermeisterin der Stadt Ahaus, erklärte: „Wir fühlen uns durch die BGZ gut darüber informiert, wie sie sich auf die längere Zwischenlagerung vorbereitet. Trotz unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich zukünftiger Einlagerungen ist der bislang mit der BGZ gepflegte offene Austausch weiterhin richtig und wichtig. Klar ist aber auch: Das Zwischenlager darf nicht zur Dauerlösung werden. Die Endlagersuche muss deshalb konsequent vorangetrieben werden, damit die Standortkommunen den Atomausstieg nicht alleine auf ihren Schultern tragen. Die Entsorgung radioaktiver Abfälle ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
Hintergrund:
Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus läuft im Jahr 2036 aus. Da es Jahrzehnte dauert, bis alle hochradioaktiven Abfälle an ein Endlager abgegeben sind, wäre auch nach der ursprünglichen Planung, einen Endlagerstandort bis 2031 zu benennen, eine verlängerte Zwischenlagerung erforderlich gewesen. Auf diese bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung 2017 vor. Im November 2022 wurde bekannt, dass sich die Suche nach einem Endlagerstandort verzögert. Die BGE rechnet frühestens in den 2040er-Jahren mit der Benennung eines Standorts. Die BGZ wird rechtzeitig neue Aufbewahrungsgenehmigungen für ihre Standorte beantragen und muss in diesen neu zu führenden Genehmigungsverfahren nachweisen, dass die Sicherheit der Zwischenlagerung über 40 Jahre hinaus gewährleistet ist.