Fachkräfteprogramm beeindruckt im Ausland

WIEN – Ein von der FH Aachen und der BGZ konzipiertes Studienangebot zur Nachwuchsgewinnung und zum Know-how-Erhalt in der nuklearen Entsorgung stößt auch international auf große Beachtung: Auf einer Tagung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) wurde der Grundstein für ein internationales Netzwerk zur Förderung junger Expert*innen gelegt.

„Die Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung im Bereich Rückbau von nuklearen Anlagen und Entsorgung von radioaktiven Abfällen ist kein deutsches Phänomen, sondern eines, was meine Kolleginnen und Kollegen weltweit beschäftigt“, sagte Prof. Dr. Hans-Jürgen Steinmetz. Prof. Steinmetz betreut das neue Lehr- und Forschungsgebiet „Nuclear Waste Management“ im internationalen Masterstudiengang „Nuclear Applications“, das zum Sommersemester 2021 in Kooperation von BGZ und Hochschule Aachen aufgelegt wurde und das den Kompetenzerhalt im Bereich des nuklearen Entsorgungsmanagements zum Ziel hat.

„Das, was wir da gemeinsam mit der BGZ zum Kompetenzerhalt in der Branche machen, ist natürlich auch international sehr gefragt“, so Steinmetz. Am Rande einer Tagung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) in Wien, an der Steinmetz mit seinen Studierenden teilnahm, wurde daher der Grundstein für eine Ausweitung der bisherigen Aktivtäten gelegt:

  1. Die Initiierung eines internationalen Forschungsverbundes zum Ausbau ganzheitlicher, fachübergreifender Kompetenzen von Neulingen im Bereich des Managements nuklearer Abfälle“.
  2. Ein internationales Mentoringprogramm für Studierende vor dem Einstieg ins Berufsleben.
  3. Ein internationales Alumni-Netzwerk für den Erfahrungsaustausch und Problemlösungshilfen zwischen jungen und erfahrenen Fachleuten.

„Mir ist wichtig, dass es bei unserem Austausch nicht nur um fachliches Mentoring geht, sondern auch um die Entwicklung von Skills, von persönlichen Fähigkeiten und ganzheitlichen Kompetenzen“, erklärte Steinmetz.

Hintergrund: Mit einer Kooperation im Rahmen des Masterstudien­gangs Nuclear Applications machen sich die FH Aachen und die BGZ gemeinsam für den Kompetenzerhalt in der kerntechnischen Entsor­gung stark. Das Vertiefungsfeld Nuclear Waste Management bietet Masterstudierenden die Möglichkeit, sich auf diesem Gebiet zu spezi­alisieren.

Philippsburg: BGZ lädt zu einer Informationsveranstaltung über die geplante Rücknahme radioaktiver Abfälle ein

PHILIPPSBURG – BGZ und EnBW informieren am 10.11.2021 in einer öffentlichen Veranstaltung in der Bruhrainhalle über die Rücknahme radioaktiver Abfälle aus Frankreich, die aus der dortigen Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente resultieren.

„Nachdem wir zum Thema Rückführung bereits im Juli dieses Jahres an einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in Philippsburg teilgenommen hatten, möchten wir nun gerne auch mit den Bürger*innen direkt ins Gespräch kommen und für Fragen zur Verfügung stehen“, so Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung. Neben weiteren Expert*innen der BGZ wird Jörg Michels als Vorsitzender der Geschäftsführung der EnBW Kernkraft GmbH an der Veranstaltung teilnehmen. Für Fragen zur Endlagersuche steht zudem Steffen Kanitz, Mitglied der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung, zur Verfügung.

Die Veranstaltung findet statt am:

Mittwoch, den 10.11.2021 um 19:00 Uhr
Einlass von 18:30 bis 19:00 Uhr
Bruhrainhalle Philippsburg,
Am Schulplatz 6

Bei der Veranstaltung ist die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg einzuhalten. Demnach gilt die 3G-Regel, der jeweilige Nachweis ist mitzuführen. Die Verordnung finden Sie hier: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/. Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich. Alle Teilnehmer*innen müssen sich jedoch vor Ort registrieren. Diese Angaben dienen der Kontaktverfolgung durch die Gesundheits- und Ordnungsbehörden. Die Daten werden nach vier Wochen gelöscht.

Hintergrund: Im Jahr 2015 hatte das Bundesumweltministerium ein Rücknahmekonzept für Abfälle vorgelegt, die in Großbritannien und Frankreich bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken entstanden sind. Zur Rücknahme dieser Abfälle ist Deutschland verpflichtet. Hinsichtlich der Rückführung solcher Abfälle aus Frankreich wurde im Sommer 2021 zwischen den beteiligten Partnern auf deutscher und französischer Seite eine vereinfachte Lösung vereinbart. Für die Umsetzung dieser neuen Lösung haben Bundestag und Bundesrat inzwischen die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Die Lösung sieht vor, dass das zurückzuführende Abfallvolumen und damit auch die Anzahl der Transporte nach Deutschland deutlich reduziert werden. In einem einzigen Transport sollen drei bis fünf CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich in das Brennelemente-Zwischenlager in Philippsburg überführt werden.

Weitere Informationen finden sich auf der Seite des BMU: https://www.bmu.de/meldung/neue-loesung-fuer-ruecknahme-radioaktiver-abfaelle-aus-frankreich/

Zudem hat die BGZ eine eigene Webseite zur Rückführung veröffentlicht: https://rueckfuehrung.bgz.de/

Gorleben: Umgebungsüberwachungsbericht vorgestellt

GORLEBEN – Am vergangenen Donnerstag, dem 21.10.2021, hat die BGZ auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung den diesjährigen Umgebungsüberwachungsbericht präsentiert. Interessierte Bürger*innen hatten die Gelegenheit, Fragen zu den umfangreichen Messungen am Zwischenlager zu stellen.

Die Auswertungen der Messungen am Zwischenlager Gorleben bestätigen erneut, dass zum einen die Anlagen des BGZ-Standortes keine radioaktiven Stoffe emittiert haben. Zum anderen liegt die Strahlung deutlich unterhalb des Genehmigungswertes von 0,3 Millisievert (mSv) pro Jahr: Für das Jahr 2020 ist an der Stelle mit der höchsten Strahlung am Zaun des Zwischenlagers ein Jahreswert von 0,14 mSv ermittelt worden. Wenn sich eine Person ein Jahr lang an dieser Stelle aufhielte, würde sie diese Dosis erhalten. Zum Vergleich: Bei einem Flug von Frankfurt nach San Francisco erhält man ca. 0,1 mSv, bei einem Wechsel des Wohnortes von Norddeutschland in ein deutsches Mittelgebirge ca. 0,18 mSv.

Hintergrund: Bereits seit 1983 werden am Zwischenlager Gorleben im Rahmen der Genehmigungen nach festgelegten Vorgaben umfangreiche Messungen durchgeführt. Neben der permanent überwachten Strahlung werden regelmäßig Proben aus Luft, Niederschlag, Boden, Grundwasser und Vegetation auf radioaktive Stoffe untersucht. Die Auswertung dieser Proben aus der Umgebung hat auch für 2020 keine aus dem Betrieb des Zwischenlagers stammende Radioaktivität ergeben. Lediglich aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl und von oberirdischen Kernwaffentests stammende Nuklide sowie natürliche radioaktive Strahlung wurden nachgewiesen.

Der Umgebungsüberwachungsbericht kann hier heruntergeladen werden.