Arbeitskreis Wesermarsch besichtigt BGZ-Zwischenlager

UNTERWESER – Mitglieder des Arbeitskreises Wesermarsch haben sich bei einem Besuch vor Ort über die drei Zwischenlager am Standort und die Arbeit der BGZ informiert. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Maßnahmen, mit denen die BGZ die sichere Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle in Unterweser heute und in Zukunft gewährleisten wird.

Die Aufbewahrungsgenehmigung für die hochradioaktiven Abfälle im Brennelemente-Zwischenlager Unterweser ist auf 40 Jahre befristet und endet 2047. Da zu diesem Zeitpunkt kein Endlager für diese Abfälle zur Verfügung stehen wird, bereitet sich die BGZ seit ihrer Gründung auf die notwendige verlängerte Zwischenlagerung vor. „Wir werden die Abfälle bis zur Abgabe an ein Endlager hier am Standort sicher aufbewahren“, betonte Standortleiter Christian Otter bei einem Rundgang durch das Brennelemente-Zwischenlager. Außerdem informierte er die Vertreter*innen der Umweltschutzorganisation über laufende Projekte, durch die der Betrieb des Zwischenlagers vom Kernkraftwerk abgekoppelt wird, darunter die Errichtung eines eigenen Wach- und Funktionsgebäudes.

Beim Blick in die beiden Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle tauschten sich die Gäste mit den BGZ-Vertreter*innen außerdem über die Entsorgungsperspektive für die dort gelagerten Stoffe aus. Dabei handelt es sich überwiegend um Betriebs- und Rückbauabfälle aus dem Kernkraftwerk Unterweser. „In den 2030er Jahren werden wir mit der Abgabe der Behälter an das Endlager Konrad beginnen, das derzeit gebaut wird“, erläuterte Standortkommunikator Jonas Wingert. „Die dafür notwendigen Vorbereitungen und Arbeiten bündeln wir zentral in einem eigens dafür gegründeten Logistikbereich“, so Wingert weiter.

Hans-Otto Meyer-Ott vom Arbeitskreis Wesermarsch sagte im Anschluss an den Besuch: „Es ist gut, dass wir uns hier vor Ort einen persönlichen Eindruck von der verantwortungsvollen Arbeit der BGZ machen konnten. Die proaktive und offene Kommunikation sowie der Austausch mit der BGZ als Zwischenlagerbetreiberin fördern das Vertrauen in den schwierigen, aber notwendigen Prozess der sicheren Entsorgung der nuklearen Abfälle.“

Die BGZ hat den Antrag für eine verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Standort Gorleben eingereicht.

BGZ stellt Antrag für die verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben

GORLEBEN – Die BGZ hat heute, wie angekündigt, den Antrag für die verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) gestellt. Damit startet das Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz.

Bei der „Statuskonferenz Zwischenlagerung“ Anfang letzter Woche in Berlin hatte BGZ-Geschäftsführer Wilhelm Graf in seiner Keynote noch einmal betont, dass die BGZ den Antrag auf die bereits eingelagerten 113 Behälter beschränkt. „Damit bleibt auch künftig eine Einlagerung weiterer CASTOR-Behälter ausgeschlossen“, betonte Graf. Er machte deutlich, dass die BGZ die hochradioaktiven Abfälle so lange sicher aufbewahren werde, bis die letzten Behälter an ein Endlager abgebeben sind.

Die BGZ beantragt eine auf 20 Jahre befristete Aufbewahrungsgenehmigung und greift damit auch eine Anregung aus der öffentlichen Diskussion im Landkreis auf. „Zusammen mit der ohnehin stattfindenden aufsichtlichen Kontrolle und der alle 10 Jahre stattfindenden periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) schaffen wir damit einen Rahmen, in dem wir die Sicherheit der Zwischenlagerung in regelmäßigen Zeitabständen nachweisen werden“, so Standortkommunikator Dr. Tristan Zielinski. Zudem werde dadurch der Wissenstransfer und Kompetenzerhalt bei allen beteiligten Akteuren gewährleistet. Er betonte, dass die BGZ ihre diesbezüglichen Informations- und Beteiligungsangebote vor Ort fortsetzen und weiterentwickeln werde.

Das Antragsschreiben der BGZ sowie die Broschüre zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie hier.