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Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim: Kurzzeitige Störung der unterbrechungsfreien Spannungsversorgung

13. März 2026/in Aktuelles, Meldepflichtige Ereignisse

NECKARWESTHEIM – Im Rahmen einer geplanten Instandhaltungsmaßnahme kam es zu einer kurzzeitigen Störung an der unterbrechungsfreien Spannungsversorgung. Das Problem wurde sofort behoben und die Versorgung wieder hergestellt. Der Vorfall hatte keinerlei Auswirkungen auf den sicheren Betrieb des Zwischenlagers.

Die BGZ hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg als zuständige Aufsichtsbehörde heute über das meldepflichtige Ereignis (Kriterium N 2.1.1) informiert. Es handelt sich um ein Ereignis der Stufe 0 auf der achtstufigen INES-Meldeskala („keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“).

https://bgz.de/wp-content/uploads/2026/03/AZN-Neckarwestheim-e1773397439654.jpg 473 610 Genevieve Mulack https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Genevieve Mulack2026-03-13 11:25:022026-03-13 11:25:23Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim: Kurzzeitige Störung der unterbrechungsfreien Spannungsversorgung
BGZ/C. Mick

Transport der Brennelemente aus Jülich: Dialogveranstaltung am 19. März in Ahaus

12. März 2026/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite

AHAUS – Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) plant den Beginn der Transporte der CASTOR-Behälter aus Jülich in das Zwischenlager Ahaus. Am 19. März informieren die beteiligten Unternehmen und Behörden dazu im Rathaus der Stadt Ahaus.

Bei dem Bürgerdialog sind neben Vertreter*innen von BGZ und JEN auch Expert*innen des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung vor Ort. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Da der Platz im Ratssaal begrenzt ist, wird die Veranstaltung auch live im Internet auf dem YouTube-Kanal der Stadt Ahaus übertragen.

Dialogveranstaltung der BGZ

Thema: Transport der Brennelemente aus Jülich nach Ahaus

Termin: 19.03.2026, 19 Uhr

Ort: Ratssaal im Rathaus der Stadt Ahaus, Rathausplatz 1, 48683 Ahaus

Live-Streaming: https://www.stadt-ahaus.de/BGZ

Sollten während der Veranstaltung Fragen offen bleiben, können diese über die Website der BGZ eingereicht werden. Darüber hinaus finden sich Antworten auf gängige Fragen zum Thema auf den Websites von BGZ und JEN.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den geplanten Transporten finden Sie hier.

Hintergrund:

Die BGZ bereitet sich auf eine Einlagerung der CASTOR-Behälter aus Jülich vor, weil sie dazu vertraglich verpflichtet ist. Das bundeseigene Unternehmen kann die Abfälle sicher im Zwischenlager Ahaus aufbewahren. Dies hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) mit Erteilung der Aufbewahrungsgenehmigung im Jahr 2016 bestätigt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat dagegen gerichtete Klagen im Dezember 2024 abgewiesen und die Rechtmäßigkeit der Genehmigung festgestellt. Damit hat das Gericht bestätigt, dass durch das Konzept der Zwischenlagerung die Sicherheit von Menschen und Umwelt jederzeit gewährleistet ist. Im Zwischenlager Ahaus werden seit über 30 Jahren baugleiche Behälter aufbewahrt. Die BGZ hat die Annahme eines leeren CASTOR-Behälters aus Jülich bereits erprobt. Dieser Probelauf verlief reibungslos, was unabhängige Sachverständige bestätigt haben.

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/08/2025-08-25-PM-Zwischenlager-Ahaus-Befoerderungsgenehmigung-AVR-Juelich_B1_Behaelter-im-Lager-scaled.jpg 1707 2560 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2026-03-12 12:37:462026-03-18 16:59:48Transport der Brennelemente aus Jülich: Dialogveranstaltung am 19. März in Ahaus

Erste Sitzung der Dialoggruppe: BGZ erläutert Details zur verlängerten Zwischenlagerung

20. Februar 2026/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite, vZL

GORLEBEN – Bei der Auftaktsitzung der Dialoggruppe zur verlängerten Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle standen die Rahmenbedingungen des Genehmigungsverfahrens im Mittelpunkt. Vertreter der BGZ erläuterten, warum das bundeseigene Unternehmen einen zeitlich befristeten Antrag stellen wird.

„Wir werden beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) eine befristete Genehmigung zur Aufbewahrung nach dem Atomgesetz beantragen“, erklärte Stefan Weber, Leiter der Genehmigungsabteilung der BGZ. Damit werde das bundeseigene Unternehmen den Schutz von Menschen und Umwelt – unabhängig von der behördlichen Aufsicht und von den ohnehin regelmäßig stattfindenden Prüfungen – in jedem neuen Genehmigungsverfahren nachweisen. „So kommen wir dem Wunsch der Öffentlichkeit nach einem überschaubaren Zeitraum nach und möchten das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unsere Arbeit weiter stärken“, so Weber. Zudem könnten neue Forschungsergebnisse enger berücksichtigt und Anpassungen häufiger vorgenommen werden.

In einem Impulsvortrag erläuterte Weber der Dialoggruppe die rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen des Genehmigungsverfahrens. Wesentliche Punkte, die die BGZ im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung gespiegelt bekommen hat, seien dabei bereits berücksichtigt worden. Im Sommer dieses Jahres werde die BGZ den Antrag nach dem Atomgesetz beim BASE einreichen. Dieser wird sich ausschließlich auf die bereits eingelagerten 113 Behälter mit hochradioaktiven Abfälle beziehen, da die Einlagerung dieser in Gorleben abgeschlossen ist. Darüber hinaus habe die BGZ auf freiwilliger Basis die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt. Diese laufe bereits, erläuterte Weber.

Im Anschluss an den Vortrag vertieften die Mitglieder der Dialoggruppe einzelne Themenfelder des Verfahrens. Das Gremium setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen und Organisationen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie aus gelosten Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Die Teilnehmenden brachten ihre Fragen ein und verständigten sich auf weitere Themen für das nächste Treffen der Dialoggruppe am 19. März.

„Es war ein gelungener Auftakt, geprägt von regem Austausch und einem konstruktiven Dialog“, resümierte Standortsprecher Dr. Tristan Zielinski nach der Veranstaltung. Auch Clara Utsch zog als Organisatorin der Dialoggruppe ein positives Fazit: „Die Wünsche und Anregungen aus der Dialoggruppe sind für uns sehr wertvoll. Wir werden weiterhin aufmerksam zuhören und die Impulse in unsere Arbeit einfließen lassen.“

Hintergrund:

Die Genehmigung für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Standort Gorleben ist auf 40 Jahre befristet und läuft 2034 aus. Da bis dahin noch kein Endlager zur Verfügung steht, ist eine verlängerte Zwischenlagerung notwendig. Die BGZ wird im Sommer dieses Jahres eine Genehmigung für den weiteren sicheren Betrieb des Zwischenlagers über 2034 hinaus beim zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) beantragen. Weitere Informationen zur verlängerten Zwischenlagerung sind hier erhältlich.

https://bgz.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0393-scaled.jpeg 1920 2560 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2026-02-20 09:01:212026-02-26 07:52:43Erste Sitzung der Dialoggruppe: BGZ erläutert Details zur verlängerten Zwischenlagerung

Gericht bestätigt Sicherheit: CASTOR-Behälter dürfen weiter im Zwischenlager in Philippsburg aufbewahrt werden

18. Dezember 2025/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite

PHILIPPSBURG – Der Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) hat Klagen gegen Genehmigungen zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen in Form von verfestigten hochradioaktiven Abfällen im Zwischenlager Philippsburg abgewiesen. Das Urteil bestätigt die Sicherheit der Zwischenlagerung.

„Das Gericht hat bestätigt, dass die Aufbewahrung der CASTOR-Behälter den hohen Anforderungen des Atomgesetzes entspricht“, erklärt Torsten Gierke, Bereichsleiter Recht, Einkauf und Genehmigungen bei der BGZ. Die zuständige Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, hatte die letzte Änderungsgenehmigung am 25.07.2023 erteilt und damit die Erfüllung aller Schutzziele bestätigt. Der VGH hat nun geurteilt, dass diese Genehmigung rechtmäßig ist und eine Gefährdung von Menschen und Umwelt ausgeschlossen werden kann. Eine Revision gegen das Urteil hat das Gericht nicht zugelassen.

Im Vorfeld der Rückführung hatten die Stadt Philippsburg und mehrere Privatpersonen gegen die Aufbewahrungsgenehmigungen für das Zwischenlager geklagt. Der VGH lehnte Eilanträge der Kläger ab. Im November 2024 wurden vier CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich nach Philippsburg verbracht. Die Einlagerung der Behälter verlief reibungslos. Die Entscheidung des VGH fiel nun im so genannten Hauptsacheverfahren.

Im Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg (BZP) sind insgesamt 106 von 152 Behälterstellplätzen belegt. In 102 Behältern befinden sich Brennelemente aus dem ehemaligen Kraftwerksbetrieb am Standort Philippsburg. Alle Behälter sind dauerhaft an ein Überwachungssystem angeschlossen. Die Einlagerungen im BZP sind abgeschlossen, es kommen keine weiteren hochradioaktiven Abfälle hinzu.

Hintergrund:

Bis 2005 wurden Brennelemente aus dem Betrieb deutscher Atomkraftwerke zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen müssen die Betreiber ihre noch im Ausland lagernden Wiederaufarbeitungsabfälle nach Deutschland zurückführen. Zur Rücknahme hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet. Im Jahr 2015 haben Bund, Länder und AKW-Betreiber ein Rückführungskonzept nach dem Verursacherprinzip im Konsens beschlossen. Damals sind vier Standorte für die Rückführung festgelegt worden: Biblis in Hessen, Brokdorf in Schleswig-Holstein, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg. Bereits 2020 wurden sechs Behälter aus Großbritannien nach Biblis zurückgeführt. Im November 2024 folgte der Transport von vier Behältern aus Frankreich nach Philippsburg. Die Rückführung aus Frankreich ist damit bereits abgeschlossen. Im Frühjahr 2025 folgte der Transport von sieben Behältern aus Großbritannien nach Isar. Die Rückführung der letzten sieben Behälter nach Brokdorf ist für 2026 vorgesehen. Die BGZ hat von Beginn an proaktiv über die Rückführung informiert. Weitere Informationen finden sich hier: https://rueckfuehrung.bgz.de/

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/03/Aufnahme-der-eingelagerten-CASTOR-HAW28M-Behaelter-im-BZP-rotated.jpg 2016 1512 Genevieve Mulack https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Genevieve Mulack2025-12-18 14:28:082025-12-18 14:28:08Gericht bestätigt Sicherheit: CASTOR-Behälter dürfen weiter im Zwischenlager in Philippsburg aufbewahrt werden
Donnerkeil/BGZ

Beteiligung zur verlängerten Zwischenlagerung: BGZ startet Losverfahren

15. Dezember 2025/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite, vZL

GORLEBEN – Mit einer Dialoggruppe wird die BGZ den Rahmen für einen vertrauensvollen Austausch zur verlängerten Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle im Zwischenlager Gorleben schaffen. Bürger*innen können sich nun für die Teilnahme bewerben.

Die Mitglieder können ihre Themen und Fragen zur verlängerten Zwischenlagerung sowie dem vorgeschalteten Genehmigungsverfahren in die Dialoggruppe einbringen. Sie werden eine fachliche Einordnung erhalten und den weiteren Dialogprozess aktiv mitgestalten können. In der Dialoggruppe kommen idealerweise unterschiedliche Perspektiven zusammen, die Mitglieder sollten die Themen dann in die Region weitertragen. Die erste Sitzung findet am 19.02.2026 im Gildehaus in Lüchow statt. Thema wird das Genehmigungsverfahren sein: Wie läuft es ab? Welche Akteure sind wofür zuständig und wie geht es nach der Antragsstellung weiter?

Die Gruppe wird sich vier Mal bis Ende 2026 treffen und aus 25 Personen bestehen, darunter Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, aus Vereinen und Gruppierungen in der Region. Weitere acht Personen werden gelost. Dafür können sich interessierte Bürger*innen ab sofort anmelden:

Wer? Jede*r aus dem Landkreis, unabhängig von Vorwissen

Wie? Online via: https://bgz.de/dialoggruppe-gorleben/

Bis wann? 18.01.2026

Wie geht’s weiter? Am 19.01.2026 werden acht Personen ausgelost und über ihre Teilnahme an der Dialoggruppe informiert. Bei der Losung wird auf eine ausgewogene Verteilung nach Alter und Geschlecht geachtet.

Neben den Treffen der Dialoggruppe sind zudem öffentliche Veranstaltungen für alle Interessierten aus der Region geplant, in denen Informationen zur verlängerten Zwischenlagerung im Fokus stehen.

Hintergrund:

Die Genehmigung für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Standort Gorleben ist auf 40 Jahre befristet und läuft 2034 aus. Da bis dahin noch kein Endlager zur Verfügung steht, ist eine verlängerte Zwischenlagerung notwendig. Die BGZ wird im nächsten Jahr eine Genehmigung für den weiteren Betrieb des Zwischenlagers über 2034 hinaus beim zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) beantragen. Weitere Informationen zur verlängerten Zwischenlagerung sind hier erhältlich.

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/12/2025-12-15-PM-Beteiligung-zur-verlaengerten-Zwischenlagerung-BGZ-startet-Losverfahren-scaled.jpg 1707 2560 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-12-15 11:00:562025-12-14 10:45:53Beteiligung zur verlängerten Zwischenlagerung: BGZ startet Losverfahren
Chaperon/BGZ

Veränderung an der Spitze der Geschäftsführung der BGZ

1. Dezember 2025/in Aktuelles, Pressemitteilung

BERLIN – Die Vorsitzende der Geschäftsführung der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH, Bettina Hesse, ist zum 30. November 2025 als Vorsitzende der Geschäftsführung ausgeschieden.

Frau Hesse war seit Juni 2023 für die BGZ tätig. Geschäftsführung und Gesellschafter danken Frau Hesse ausdrücklich für ihre geleistete Arbeit und die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Die Beendigung der Zusammenarbeit erfolgt im gegenseitigen Einvernehmen.

Die Aufgabenbereiche werden ab sofort und bis auf weiteres von den beiden verbleibenden Geschäftsführern Wilhelm Graf und Lars Köbler übernommen. Damit ist die nahtlose Fortführung der operativen Geschäfte sichergestellt.

 

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/12/2025-12-01-PM-Veraenderung-an-der-Spitze-der-Geschaeftsfuehrung-der-BGZ.jpg 1567 2350 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-12-01 16:45:462026-01-29 11:31:04Veränderung an der Spitze der Geschäftsführung der BGZ
Brown/Donnerkeill/BGZ

„BGZ-Forschungsprogramm hat kein Ablaufdatum“

28. November 2025/in Aktuelles, Forschung, Pressemitteilung, Startseite

BERLIN/ESSEN – Die BGZ hat beim Fachworkshop Zwischenlagerung den aktuellen Stand ihrer Forschung vorgestellt. Im Interview erläutert Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, was die ersten Ergebnisse für die verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland bedeuten.

Herr Dr. Becker, warum muss die BGZ als Betreiberin der Zwischenlager überhaupt forschen?

Die Genehmigungen für unsere Zwischenlager sind auf 40 Jahre befristet und laufen ab 2034 sukzessive aus. Bereits im nächsten Jahr stellen wir den ersten Genehmigungsantrag für die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle am Standort Gorleben über das Jahr 2034 hinaus. In diesen Verfahren werden wir die Sicherheit der Zwischenlagerung nach jeweils aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik nachweisen.

Es gibt schon viele Daten und Vorhaben, die wir für diese Nachweise nutzen können. Aber wir haben auch Bereiche identifiziert, in denen die vorhandene Datengrundlage noch nicht ausreicht. In diesen Bereichen forschen wir weiter.

Welche sind das genau?

Grob gesagt erforschen wir das Langzeitverhalten der hochradioaktiven Abfälle, im Fachjargon Inventare genannt, der Transport- und Lagerbehälter sowie der Zwischenlager-gebäude. Wir wollen wissen: Wie verhalten sich Inventare, Behälter und Gebäude in der Zukunft, also in den nächsten Jahrzehnten bis ein Endlager zur Verfügung steht?

Und? Haben Sie schon Antworten darauf?

Forschung ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Deswegen hat unser Forschungsprogramm auch kein Ablaufdatum. Wir forschen so lange, wie die BGZ die hochradioaktiven Abfälle aufbewahrt. Denn unsere Forschungsaktivitäten sorgen – in Kombination mit unserem Alterungsmanagement und dem robusten Konzept der trockenen Zwischenlagerung – dafür, dass wir möglichen Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und erforderliche Maßnahmen jederzeit und rechtzeitig umsetzen können.

Die ersten Erkenntnisse aus unseren Vorhaben stimmen mich sehr zuversichtlich: Diese zeigen unter anderem, dass die Behälter geeignet sind, das radioaktive Material über einen längeren Zeitraum sicher einzuschließen, als ursprünglich vorgesehen. Es wurden keine Cliff-Edge-Effekte – also Effekte, bei denen die Sicherheit plötzlich und unerwartet gefährdet sind –  oder Alterungseffekte identifiziert, die grundsätzlich gegen eine Langzeiteignung der Behälter sprechen.

Das passt zu der Erfahrung aus mehr als drei Jahrzehnten sicherem Zwischenlager-Betrieb in Deutschland, in denen es noch nie ein Ereignis gab, bei dem Menschen und Umwelt gefährdet gewesen wären.

Jetzt sind wir schon mittendrin in der BGZ-Forschung: Woran forschen Sie aktuell konkret? Was hat sich seit der letzten Aktualisierung des Forschungsprojekts getan?

Seit der ersten Aktualisierung im Jahr 2023 ist einiges passiert: Wir haben neue Forschungsprojekte auf den Weg gebracht, andere abgeschlossen und sind in laufenden Vorhaben einige Schritte weitergekommen.

Um zwei Beispiele zu nennen: Ein Highlight der Forschungsarbeiten aus den vergangenen zwei Jahren ist das Projekt LEDA, bei dem Brennstäbe in heißen Zellen in Schweden künstlich gealtert werden, um das Verhalten von Brennelementen über Jahrzehnte in den Transport- und Lagerbehältern vorhersagen zu können. Die erste Wärmebehandlungs-Kampagne über sieben Monate haben wir erfolgreich abgeschlossen, zurzeit laufen die Auswertungen zu den experimentellen Daten. Weitere Brennstäbe aus dem Schweizer Kernkraftwerk Gösgen sind in diesem Jahr in die Labore in Schweden transportiert worden – ein weiterer Meilenstein.

Denn nun können dutzende Brennstäbe aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Eigenschaften, die den Charakteristika der Brennelemente in unseren Zwischenlagern entsprechen, untersucht werden. Ein Umfang, der auch international seinesgleichen sucht. Zum nächsten Fachworkshop werden bereits erste Ergebnisse vorliegen.

Das zweite Beispiel: Um nachzuweisen, dass die radioaktiven Abfälle dauerhaft dicht in den Behältern verschlossen gelagert werden können, liegt ein Schwerpunkt unserer Forschung auf dem Langzeitverhalten der Metalldichtungen im so genannten Doppeldeckel-Dichtsystem. Das wird unter anderem im Projekt MSTOR untersucht. Obwohl das Vorhaben noch mindestens bis 2031 läuft, stellen die bisher ermittelten Messwerte bereits eine einzigartige Basis für die Entwicklung von Prognosemodellen zum Langzeitverhalten der Dichtungen dar. Wie LEDA ist MSTOR ein Projekt, an dem viele nationale und internationale Partner beteiligt sind – ein charakteristisches Merkmal unserer Arbeit, auf das wir besonders stolz sind.

Außerdem haben wir das BGZ.lab auf dem Campus der TU München in Garching gegründet, um im universitären Umfeld arbeiten zu können und unser wissenschaftliches Netzwerk auszubauen. Dort forschen Kolleg*innen zusammen mit Studierenden zum Langzeitverhalten der hochradioaktiven Abfälle.

Und wie geht’s weiter mit der BGZ-Forschung?

Der Austausch in der Wissenschafts-Community ist für uns als Forschungsabteilung essenziell und wird weiter ausgebaut. Mit SCIP V startet bereits die fünfte Runde eines internationalen Forschungsprojekts, an dem auch die BGZ wieder beteiligt ist. Hinzu kommen Brennstabversuche am Joint Research Center der Europäischen Kommission in Karlsruhe und eine Zusammenarbeit mit der Pariser Ingenieurhochschule MINES Paris – zur Simulation des Dichtungsverhaltens.

Und in absehbarer Zeit werden bereits die ersten Forschungsergebnisse in die sicherheitstechnischen Nachweise einfließen: Am Standort Gorleben stellt die BGZ bereits nächstes Jahr den Genehmigungsantrag für die verlängerte Zwischenlagerung.

Vielen Dank für das Gespräch!

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-27-PM-Fachworkshop-Zwischenlagerung-Joern-Becker.jpg 1365 2048 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-11-28 10:00:232025-12-17 12:27:38„BGZ-Forschungsprogramm hat kein Ablaufdatum“
Brwon7Donnerkeil/BGZ

Fachworkshop Zwischenlagerung: BGZ präsentiert aktuellen Stand ihrer Forschung

27. November 2025/in Aktuelles, Forschung, Pressemitteilung, Startseite

BERLIN/ESSEN – Auf Einladung der BGZ haben Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie in Berlin wissenschaftliche und technische Aspekte der verlängerten Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle erörtert. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung standen erste Ergebnisse der BGZ-Forschungsprojekte.

„Forschung ist für uns kein Selbstzweck“, erklärte Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, bei der Eröffnung. „Alle Projekte, die wir gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern betreiben, dienen dem Nachweis, dass die sichere Zwischenlagerung auch deutlich über einen Zeitraum von 40 Jahren hinaus möglich ist.“ Dafür sei ein breiter fachlichen Austausch sowie die Anpassung des Forschungsprogramms an den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik sowie die kontinuierliche Fortschreibung unerlässlich.

Nun hat die BGZ die dritte Auflage ihres Forschungsprogramms veröffentlicht. Den aktuellen Stand der Projekte zum Langzeitverhalten hochradioaktiver Abfälle, der Behälter und der Zwischenlager-Gebäude stellten Becker und sein Team den rund 120 Teilnehmer*innen vor. Auch neue Vorhaben, Erkenntnisse aus abgeschlossenen Projekten sowie erste Ergebnisse laufender Arbeiten präsentierten die Wissenschaftler*innen den Gästen.

Mit der dritten Auflage zeigt sich, dass die Arbeit am Forschungsprogramm ein kontinuierlicher Prozess ist, der auf einem breiten wissenschaftlichen Austausch beruht. „Die Erkenntnisse, die wir fortlaufend in unseren Forschungsprojekten gewinnen, möchten wir auch kontinuierlich mit der Fachwelt diskutieren“, betonte Becker. „Daher werden wir den Austausch im Rahmen unseres Fachworkshops Zwischenlagerung, aber auch in anderen Formaten für interessierte Bürger*innen, fortsetzen.“

Hintergrund:

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle ist in Deutschland auf 40 Jahre befristet, die Genehmigungen für die Zwischenlager der BGZ laufen ab 2034 sukzessive aus. Eine verlängerte Zwischenlagerung ist notwendig, da nach aktuellen Planungen erst Mitte dieses Jahrhunderts ein Endlagerstandort benannt werden soll. Dann wird es noch mehrere Dekaden dauern, bis das Endlager gebaut und alle Abfälle an dieses abgegeben sind. Die BGZ wird rechtzeitig neue Zwischenlagergenehmigungen beantragen und in diesen Verfahren die Sicherheit nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik nachweisen. Wesentlicher Baustein dafür ist das BGZ-Forschungsprogramm. In dessen Rahmen arbeitet das bundeseigene Unternehmen in Forschungsprojekten mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft, Industrie und von Universitäten zusammen. Das aktualisierte Forschungsprogramm ist unter https://bgz.de/mediathek/#publikationen abrufbar. Weitere Informationen zur Forschung der BGZ sind hier erhältlich.

 

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-27-PM-Fachworkshop-Zwischenlagerung1.jpg 1365 2048 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-11-27 09:30:092025-11-27 08:04:58Fachworkshop Zwischenlagerung: BGZ präsentiert aktuellen Stand ihrer Forschung
BGZ

Brunsbüttel: SPD-Landtagsabgeordnete besuchen BGZ-Zwischenlager

12. November 2025/in Aktuelles, Pressemitteilung, Startseite

BRUNSBÜTTEL – Gemeinsam mit kommunalen Vertretern haben die SPD-Landtagsabgeordneten Kianusch Stender und Marc Timmer das Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle besichtigt. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Planungen der BGZ am Standort.

So informierte die BGZ unter anderem über die organisatorische und bauliche Entkopplung des Zwischenlagers vom benachbarten Kernkraftwerk: „Um einen autarken Betrieb zu ermöglichen, werden wir in den kommenden Jahren unter anderem ein eigenes Funktionsgebäude für unsere Mitarbeiter*innen sowie ein neues Wachgebäude für den Objektsicherungsdienst errichten“, erklärte Björn Dahl, Leiter des Zwischenlagers. Zudem sei eine neue Zaunanlage geplant.

Das Entsorgungsübergangsgesetz sieht vor, dass die BGZ in Zukunft auch die Verantwortung für das Brennelemente-Zwischenlager übernimmt, in dem 20 CASTOR-Behälter mit Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel aufbewahrt werden. „Dieses Lager befindet sich derzeit im Neugenehmigungsverfahren. Sobald die entsprechenden genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, geht die Betriebsführung auf uns über“, erläuterte Jonas Wingert, BGZ-Pressesprecher für die Region Nord.

Marc Timmer sagte im Nachgang des Besuchs: „Es ist gut, dass wir uns hier vor Ort einen persönlichen Eindruck von der verantwortungsvollen Arbeit der BGZ machen konnten. Gerade vor dem Hintergrund, dass es noch viele Jahrzehnte dauern wird, bis alle radioaktiven Abfälle an ein Endlager abgegeben werden können, begrüße ich es ausdrücklich, dass die BGZ umfangreich am Standort investiert“, sagte er. „Die proaktive und offene Kommunikation sowie ein stetiger Austausch fördern die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-12-Kianusch-Stender-MdL-und-Marc-Timmer-MdL-Bildmitte-v.l.n.r.-mit-kommunalen-Vertretern-der-SPD-und-BGZ-scaled.jpeg 1920 2560 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-11-12 17:02:172025-11-12 17:02:29Brunsbüttel: SPD-Landtagsabgeordnete besuchen BGZ-Zwischenlager
© BMUKN/Sascha Hilgers

Jochen Flasbarth neuer Aufsichtsratsvorsitzender der BGZ

11. November 2025/in Aktuelles, Startseite

ESSEN/BERLIN – Der Aufsichtsrat der BGZ hat Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt.

Er war im Frühjahr 2025 bereits durch die Gesellschafterversammlung als Mitglied des BGZ-Aufsichtsrats bestellt worden. Vor seiner Tätigkeit im BMUKN war Flasbarth von 2021 bis 2025 Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und von 2013 bis 2021 bereits einmal Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

Seine Kompetenz in der nuklearen Entsorgung konnte er bereits von 2017 bis 2018 als Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung und für mehrere Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einbringen.

Die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der BGZ, Ministerialdirigentin Dr. Susan Krohn, bleibt dem Gremium als Mitglied erhalten. Zu den weiteren Mitgliedern zählen Prof. Dr. Julia Hartmann, Dr. Martin Hillebrecht Freiherr von Liebenstein sowie die Arbeitnehmer-Vertreter*innen Lena Wieland und Thomas Klein. Informationen zum Aufsichtsrat der BGZ sind hier zu finden.

https://bgz.de/wp-content/uploads/2025/06/jochen_flasbarth_2025_5-scaled-e1750777710867.jpg 1707 1706 Janine Tokarski https://bgz.de/wp-content/uploads/2021/10/RZ_BGZ_Logo_RGB_4.svg Janine Tokarski2025-11-11 14:37:502025-11-11 14:37:50Jochen Flasbarth neuer Aufsichtsratsvorsitzender der BGZ
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News / Pressemitteilungen

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