Verlängerte Zwischenlagerung bei der BGZ

Ein wesentlicher Auftrag der BGZ ist es, hochradioaktive Abfälle aus dem Betrieb der Kernkraftwerke bis zur Abgabe an das Endlager sicher aufzubewahren. Hierzu betreiben wir derzeit Zwischenlager an 13 Standorten. Ab dem Jahr 2034 laufen die Genehmigungen dieser sogenannten Brennelemente-Zwischenlager sukzessive aus.

Da der Endlagerstandort für diese Art von Abfällen frühestens Mitte des Jahrhunderts benannt werden soll, muss die BGZ die Zwischenlager länger betreiben als ursprüng­lich geplant. Hinzu kommt: Auch nach der Benennung des Endlagerstandorts wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis das Endlager genehmigt, geplant und gebaut ist und alle rund 1.750 Transport- und Lagerbehälter aus den Zwischenlagern dort entsorgt werden können.

Die BGZ wird deshalb Genehmigungen für den Weiterbetrieb der Brennelemente-Zwischenlager beantragen. Die Anträge nach § 6 des Atomgesetzes stellen wir beim dafür zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Geplant ist, die Anträge jeweils acht Jahre vor Ablauf der bestehenden Genehmigung einzureichen. Für unser Brennelemente-Zwischenlager in Gorleben, für das als erstes die Genehmigung auslaufen wird, bedeutet das konkret, dass wir im Jahr 2026 einen Antrag für die verlängerte Zwischenlagerung stellen werden.

Grafik: Benjamin Felis (Stand 01/2025)

Verlängerte Zwischenlagerung im Überblick

  • Ahaus

    Ende der Genehmigungsfrist: 2036

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Biblis

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Brokdorf

    Ende der Genehmigungsfrist: 2047

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Gorleben

    Mehr zum Fortschritt des Genehmigungs­verfahrens
  • Grafenrheinfeld

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Grohnde

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Gundremmingen

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Isar

    Ende der Genehmigungsfrist: 2047

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Krümmel

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Lingen

    Ende der Genehmigungsfrist: 2042

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Neckarwestheim

    Ende der Genehmigungsfrist: 2046

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Philippsburg

    Ende der Genehmigungsfrist: 2047

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

  • Unterweser

    Ende der Genehmigungsfrist: 2047

    Weitere Informationen folgen zeitnah zum Start des Genehmi­gungs­verfahrens

Dimensionen der verlängerten Zwischenlagerung

In den anstehenden Genehmigungsverfahren müssen wir als Betreiber nachweisen, dass die Zwischenlagerung in unseren Einrichtungen auch in Zukunft uneingeschränkt sicher ist. Nur dann kann uns auch für den weiteren Betrieb eine Genehmigung erteilt werden.

Um die entsprechenden Nachweise führen zu können, hatte die BGZ bereits im Jahr 2022 ein umfassendes Forschungsprogramm für die verlängerte Zwischenlagerung vorgelegt. Auf dieser Grundlage untersuchen wir Alterungseffekte der Behälter und der darin enthaltenen hochradioaktiven Abfälle. Die BGZ ist überzeugt, dass die Sicherheit der Zwischenlagerung auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleistet werden kann und die Transport- und Lagerbehälter auch für eine Lagerung über 40 Jahre hinaus geeignet sind.

Durch den fortlaufenden Dialog und eine transparente Kommunikation bezieht die BGZ die Öffentlichkeit in den gesamten Prozess mit ein.

Genehmigungs­verfahren

In den Genehmigungsverfahren wird die BGZ zeigen, dass wir die Sicherheit der Zwischenlagerung auch über den bislang genehmigten Zeitraum gewährleisten können.

In den Verfahren prüft das BASE unter anderem, ob durch die BGZ als Antragstellerin

  • die Sicherheit der Aufbewahrung nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik;
  • den Schutz gegen „Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter“ (SEWD) – damit sind kriminelle bzw. terroristische Handlungen gegen kerntechnische Einrichtungen gemeint; diese Aspekte werden unter dem Oberbegriff „Sicherung“ geprüft;
  • die Zuverlässigkeit und Fachkunde ihres Personals nachgewiesen sind.

In den Genehmigungsverfahren tauschen sich die BGZ als Antragstellerin und das BASE als Genehmigungsbehörde regelmäßig über die von der BGZ eingereichten Unterlagen zur Führung dieser Nachweise aus. Das BASE wird unabhängige Sachverständige beauftragen, die bestimmte Aspekte dieser Nachweise vertieft prüfen. Die BGZ wird regelmäßig Fragen der Behörde und ihrer Gutachter*innen zu den vorgelegten Nachweisen beantworten, bzw. falls erforderlich Unterlagen überarbeiten sowie ergänzen und (erneut) in das Verfahren einspeisen.

Welche Aspekte das BASE unter den Überschriften „Sicherheit“ und „Sicherung“ im Einzelnen prüft, ist auf der Website der Behörde nachzulesen: www.base.bund.de/de/zwischenlager/aufbewahrung/sicherheit-sicherung/sicherheit-sicherung-zwischenlager.html

Bereits während der mehrjährigen Genehmigungsverfahren arbeitet das BASE mit den betroffenen Landesbehörden, insbesondere den atomrechtlichen Aufsichts- und Sicherheits­behörden, zusammen. Diese Landesbehörden führen nach Erteilung der Genehmigung die permanente Aufsicht über den Betrieb der kerntechnischen Einrichtungen der BGZ. Das BASE bittet bei Bedarf um Auskünfte und die Behörden haben ihrerseits jederzeit die Möglichkeit, Fragen zum Verfahren zu stellen und ihre Belange einzubringen.

Wenn das BASE seine inhaltlichen Prüfungen mit einem positiven Ergebnis ab­schließt, durch­laufen die Genehmigungsentwürfe ein formales Behörden­beteili­gungs­verfahren. Die zuständigen Landes­behörden erhalten die Entwürfe, damit sie dazu Stellung nehmen können. Eventuelle Einwände oder Änderungs­wünsche werden vom BASE geprüft.

Nach der Beteiligung der Behörden hat die BGZ Anspruch auf rechtliches Gehör: Sie erhält damit vor Geneh­mi­gungs­erteilung ebenfalls die Gelegenheit, zu den Geneh­migungs­entwürfen Stellung zu nehmen.

Was ist eine UVP und wozu brauchen wir sie?

Mit der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) werden mögliche Umweltauswirkungen der verlängerten Zwischenlagerung geprüft. In dem gesetzlich festgelegten Verfahren wird zunächst der Untersuchungsrahmen der Prüfung festgelegt. Das BASE als zuständige Ge­neh­migungsbehörde informiert die BGZ über Inhalt, Umfang und Detailtiefe der Angaben, die die BGZ voraussichtlich in den UVP-Bericht aufnehmen muss.

Die BGZ muss dem BASE darlegen, welche weiteren Änderungen am Standort (z. B. bauliche Maßnahmen) gegebenenfalls geplant sind. In einer Besprechung des Untersuchungsrahmens (dem Scoping-Termin) unter Federführung des BASE werden dann Fachwissen und Kenntnisse von Sachverständigen, Umweltverbänden, Behörden oder sonstigen Dritten einbezogen. Anhand des dabei festgelegten Untersuchungsrahmens werden die Umweltuntersuchungen über eine Vegetationsperiode (1 Jahr) durch eine*n externe*n Fachplaner*in durchgeführt und dokumentiert.

Im weiteren Verlauf dieses Prozesses gibt das BASE den Bürger*innen die Möglichkeit, sich auf formalem Wege einzubringen. Sie können die ausgelegten Unterlagen einsehen, sich zum Vorhaben äußern und an einem Erörterungstermin teilnehmen. Nach Auswertung des Erörterungstermins wird die UVP abgeschlossen. Die Ergebnisse werden dann im Genehmigungsverfahren für die verlängerte Zwischenlagerung berücksichtigt.

Genehmigungsverfahren nach § 6 AtG mit vorgezogener UVP-Antragstellung

Die Grafik zeigt den Ablauf der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und des sich daran anschließenden Genehmigungsverfahrens nach § 6 Atomgesetz. Die Aktionen und Ereignisse oberhalb des Zeitstrahls sind der Antragstellerin (BGZ) zugeordnet, die unterhalb des Zeitstrahls der Genehmigungsbehörde (BASE).

Die Grafik zeigt den Ablauf der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und des Genehmigungsverfahrens nach § 6 Atomgesetz. Die Aktionen und Ereignisse oberhalb des Zeitstrahls sind der Antragstellerin (BGZ) zugeordnet, die unterhalb des Zeitstrahls der Genehmigungsbehörde (BASE).

Übersicht über die Akteure in Genehmigungsverfahren

Die Grafik zeigt den Ablauf der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und des sich daran anschließenden Genehmigungsverfahrens nach § 6 Atomgesetz. Die Aktionen und Ereignisse oberhalb des Zeitstrahls sind der Antragstellerin (BGZ) zugeordnet, die unterhalb des Zeitstrahls der Genehmigungsbehörde (BASE).

Forschung als Grundlage unserer Nachweisführung

Abbildung 1: Vereinfachte Darstellung des zeitlichen Ablaufs von der ersten Behälterbeladung bis zur Einlagerung in ein Endlager

Die BGZ ist als Zwischenlager-Betreiberin verpflichtet, den sicheren Verbleib der Transport- und Lagerbehälter sowie die Einhaltung der Schutzziele für eine verlängerte Zwischenlagerung gemäß dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik nachzuweisen. Unser Forschungsprogramm identifiziert den Forschungsbedarf und gibt einen Überblick über die Forschungsstrategie sowie die Forschungs­aktivitäten der BGZ. Im Fokus stehen dabei Untersuchungen, die das Langzeitverhalten der Behälter und der hochradioaktiven Abfälle in deren Innerem betrachten. Das Forschungsprogramm wurde erstmals 2022 veröffentlicht und wird kontinuierlich fortgeschrieben sowie aktualisiert. Damit können wir in den anstehenden Genehmigungsverfahren sämtliche Nachweise auf dem sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik führen.

Ausführliche Informationen zum Forschungsprogramm und den einzelnen For­schungs­projekten der BGZ finden Sie hier: www.bgz.de/forschungsprogramm/#top

Kommunikation: Transparenz und Dialog

Seit Gründung der BGZ führen wir an all unseren Standorten einen offenen Dialog mit den Bürger*innen.

Wir haben zahlreiche Informations- und Dialogformate etabliert, sowohl vor Ort als auch überregional. Der regelmäßige Austausch mit den Menschen – ganz besonders die Berücksichtigung kritischer Stimmen – ist für unser Unternehmen selbstverständlich und wichtig.

Die BGZ hat in diesem Rahmen seit ihrer Gründung im Jahr 2017 auch die Notwendigkeit einer verlängerten Zwischenlagerung und die diesbezüglichen Vorbereitungen proaktiv kommuniziert. Diese frühe Öffentlichkeitsbeteiligung wollen wir mit den anstehenden Genehmigungsverfahren intensivieren und ausbauen. In Gorleben haben wir dafür eine Dialoggruppe ins Leben gerufen. Hinzu kommen formelle Beteiligungsverfahren, die den Bürger*innen – etwa im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) – die Möglichkeit bieten, ihre Anliegen in die Verfahren einzubringen.

In unserem digitalen Fragenforum können Interessierte ihre persönliche Frage zur sicheren Zwischenlagerung im Allgemeinen, aber auch speziell zur verlängerten Zwischenlagerung stellen. Unser Redaktionsteam beantwortet alle Fragen individuell und meist innerhalb kurzer Zeit.

Die BGZ hat den Antrag für eine verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Standort Gorleben eingereicht.

BGZ stellt Antrag für die verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben

GORLEBEN – Die BGZ hat heute, wie angekündigt, den Antrag für die verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) gestellt. Damit startet das Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz. Bei der „Statuskonferenz Zwischenlagerung“ Anfang letzter Woche in Berlin hatte BGZ-Geschäftsführer Wilhelm Graf in seiner Keynote noch…
Die BGZ hat den Antrag für eine verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Standort Gorleben eingereicht.

BGZ beantragt Aufbewahrungsgenehmigung für weitere 20 Jahre

GORLEBEN – Die BGZ wird Ende Juni die Aufbewahrung der CASTOR-Behälter im Zwischenlager Gorleben über das Jahr 2034 hinaus beantragen. Mit Einreichen des Antrags beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) startet acht Jahre vor Auslaufen der bestehenden Genehmigung das atomrechtliche Genehmigungsverfahren. Seit ihrer Gründung informiert die BGZ regelmäßig darüber,…
Dialog und Austausch standen im Fokus des öffentlichen Forums, zu dem die BGZ die Menschen aus der Region Gorleben eingeladen hatte.Donnerkeil

Verlängerte Zwischenlagerung: BGZ veranstaltet öffentliches Forum

GORLEBEN – Wie geht es weiter mit der Zwischenlagerung in Gorleben? Zu dieser Fragestellung kamen Vertreter*innen der Dialoggruppe, Menschen aus der Region und Fachleute der BGZ im Gildehaus Lüchow zusammen. Damit knüpft das bundeseigene Unternehmen an die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung an und stellte die nächsten Schritte für die Beteiligung vor. „Seit der ersten Sitzung im Februar…

BGZ-Forschungsprojekt: Umfangreiche Untersuchung bestrahlter Brennstäbe gestartet

BGZ sprach mit Bürger*innen über Forschungsprogramm zur Zwischenlagerung

Fachworkshop Zwischenlagerung: BGZ präsentiert aktuellen Stand ihres Forschungsprogramms

Pressekontakt

Leiter Presse und Standortkommunikation

Burghard Rosen
Telefon 0201 2796-1480
E-Mail burghard.rosen@bgz.de

Pressesprecherin
BGZ-Zwischenlager

Janine Tokarski
Telefon 0201 2796-1484
E-Mail janine.tokarski@bgz.de

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Fragen und Antworten

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Ablauf eines Antragverfahrens

Genehmigungsverfahren ab 2024

  • Baugenehmigung
  • Umgangsgenehmigung nach §12 Starhlenschutzgesetz
  • Wasserrechtliche Genehmigung
  • Planfeststellungsverfahren Gleisanlage

Errichtung ab 2026

Betriebsbereitschaft ab 2029