Forschung als Aufgabe der BGZ

Die Strategie für eine verantwortungsvolle und sichere Entsorgung bestrahlter Brennelemente und sonstiger Wärme entwickelnder Abfälle ist im Nationalen Entsorgungsprogramm der Bundesregierung festgelegt. Der Auftrag der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) in der nationalen Entsorgungsstrategie ergibt sich aus dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung.
Zwischenlagerung weitergedacht – Forschungsprogramm der BGZ veröffentlicht
Abbildung 1: Vereinfachte Darstellung des zeitlichen Ablaufs von der ersten Behälterbeladung bis zur Einlagerung in ein Endlager

Die BGZ als in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft im vollständigen Eigentum des Bundes gewährleistet den sicheren und zuverlässigen Betrieb von Zwischenlagern für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle. Zu den Zwischenlagern für hochradioaktive Abfälle zählen neben den Brennelemente-Zwischenlagern Ahaus und Gorleben seit dem 1. Januar 2019 auch die Standortzwischenlager Biblis, Brokdorf, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Lingen, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser1. In den Zwischenlagern werden die hochradioaktiven Abfälle bis zur Verbringung in ein Endlager aufbewahrt. Das Verfahren zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle ist noch lange nicht abgeschlossen und Prognosen gestalten sich schwierig. Die bisher unterstellten und genehmigten Zwischenlagerzeiträume von bis zu 40 Jahren werden unabhängig davon nicht ausreichen, um den Zeitraum bis zur Inbetriebnahme eines Endlagers für bestrahlte Brennelemente und Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle abzudecken und die Lager vollständig zu räumen (siehe Abbildung 1). Die BGZ als Betreiberin und Genehmigungsinhaberin ist verpflichtet, den sicheren Verbleib der Transport- und Lagerbehälter sowie die Einhaltung der Schutzziele für eine verlängerte Zwischenlagerung, unabhängig von der Dauer, gemäß dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik nachzuweisen. Das Forschungsprogramm identifiziert den Forschungsbedarf und gibt einen Überblick über die Forschungsstrategie und -aktivitäten der BGZ. Das Programm wurde erstmals 2022 veröffentlicht und wird kontinuierlich fortgeschrieben und aktualisiert, um den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik wie auch sich ändernde Randbedingungen zu berücksichtigen.

Das von der BGZ entwickelte Forschungsprogramm zeigt den dazu notwendigen Forschungsbedarf auf und gibt einen Überblick über die Forschungsstrategie und -aktivitäten der BGZ. Das Forschungsprogramm wird laufend fortgeschrieben und aktualisiert und an den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.

Abbildung 1 (links): Vereinfachte Darstellung des zeitlichen Ablaufs von der ersten Behälterbeladung bis zur Einlagerung in ein Endlager

Abbildung 1: Vereinfachte Darstellung des zeitlichen Ablaufs von der ersten Behälterbeladung bis zur Einlagerung in ein Endlager

Der Weg zum Forschungsprogramm

Bei der Entwicklung des Forschungsprogramms wird ein gesamtheitlicher, schutzzielorientierter Ansatz verfolgt. Dabei werden die Sicherheitsnachweise, die den Aufbewahrungsgenehmigungen und verkehrsrechtlichen Zulassungen zugrunde liegen, systematisch und kritisch im Hinblick auf die verlängerte Zwischenlagerung hinterfragt. Ebenso fließen permanent eigene Betriebserfahrungen zu den Lagergebäuden, Behältern und Inventaren ein.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil bei der Ableitung des Forschungsbedarfs für die verlängerte Zwischenlagerung ergibt sich aus dem internationalen Austausch und der Auswertung aktueller Forschungsergebnisse (siehe Abbildung 2), aus denen sich der aktuelle Stand von Wissenschaft und Technik ableiten lässt. Maßgeblich für die Einordnung und Bewertung eines Forschungsbedarfes sind immer die Auswirkungen beziehungsweise Konsequenzen und mögliche Gegenmaßnahmen. Dabei sind das zugrunde liegende Konzept der trockenen Zwischenlagerung und die damit verbundenen Funktionen des Gebäudes, der Behälter und des Inventars miteinzubeziehen. Das Ziel ist, eventuell vorhandenen Handlungsbedarf frühzeitig zu identifizieren, um die verbleibende Zeit bis zur Antragstellung für entsprechende Forschungsprogramme nutzen zu können und so gegebenenfalls zusätzliche Handlungsoptionen zu eröffnen.

Abbildung 1: Vereinfachte Darstellung des zeitlichen Ablaufs von der ersten Behälterbeladung bis zur Einlagerung in ein Endlager

Abbildung 2 (links): Systematische Überprüfung und Ableitung des Forschungsbedarfs im Rahmen einer schutzzielorientierten Forschung

Forschungsaktivitäten im Bereich Behälter, Inventare und Zwischenlagergebäude

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Zur Bearbeitung ihrer Forschungsaufgaben betreibt die BGZ einen weitreichenden fachlichen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.

Im Rahmen von konkreten Forschungsvorhaben finden Zusammenarbeiten mit Partnern aus der Behälter- und Brennelementherstellung sowie aus Forschungsinstituten, Universitäten und weiteren relevanten Unternehmen statt. Die BGZ ist bestrebt, alle wichtigen und relevanten Partner aus dem Bereich der nuklearen Entsorgung in ihre Forschung transparent miteinzubeziehen. Die projektbezogenen Zusammenarbeiten sind im Kapitel Forschungsaktivitäten für die einzelnen Projekte aufgeführt.

Auch über konkrete Forschungsvorhaben hinaus arbeitet die BGZ mit strategischen Partnern aus dem Bereich der nuklearen Entsorgung zusammen und wirkt in Programmen, Organisationen und Ausschüssen mit, die im Folgenden kurz gesondert vorgestellt werden.

EWN-Gruppe

Mit der EWN Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH, einem ebenfalls bundeseigenen Unternehmen, hat die BGZ auf nationaler Ebene einen wichtigen strategischen Partner, der sich ebenfalls auf die verlängerte Zwischenlagerung vorbereitet. Die EWN betreibt das Transportbehälterlager des ZLN bei Lubmin, das Mitte/Ende der 2020er-Jahre durch das Ersatztransportbehälterlager ESTRAL ersetzt werden soll. Außerdem betreibt das mit der EWN verbundene, 100-prozentige Tochterunternehmen Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN) das AVR-Behälterlager in Jülich.

Zudem hat das ebenfalls mit der EWN verbundene, 100-prozentige Tochterunternehmen Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE) Kernbrennstoffe in Form von verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung bestrahlter Brennelemente im ZLN eingelagert. Durch die in diesem Zusammenhang gleichgerichteten Interessen und Aufgabenschwerpunkte findet ein regelmäßiger gegenseitiger Austausch statt. Ebenso werden Forschungsvorhaben in Kooperation mit der EWN-Gruppe durchgeführt.

Bundesgesellschaft für Endlagerung

Mit der BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung, einem bundeseigenen Unternehmen, hat die BGZ einen wichtigen strategischen Partner auf nationaler Ebene. Die BGE hat unter anderem die Aufgabe, ein Endlager für hochradioaktive Abfallstoffe zu suchen, zu errichten und zu betreiben. Das schließt die endlagergerechte Verpackung der hochradioaktiven Abfälle ein. Neben der zeitlichen Abhängigkeit der Aufgaben beider Unternehmen ergeben sich auch entscheidende fachliche Schnittstellen beim Übergang von der Zwischenlagerung zur Endlagerung der radioaktiven Abfälle. Hier sind BGE und BGZ in einem regelmäßigen gegenseitigen Austausch.

DIN-Normenausschüsse

Innerhalb des DIN-Normenausschusses NA 062 Materialprüfung (NMP) ist die BGZ mit mehreren festen Mitgliedern aktiv in drei Arbeitsausschüssen des Fachbereichs 7 „Kerntechnik und Strahlenschutz“ tätig:

  • NA 062-07-54 AA „Kritikalitätssicherheit und Zerfallsleistung“: In dem Arbeitsausschuss werden die relevanten Normen erstellt und gepflegt sowie wichtige Diskussionen zu Themen der Kritikalitätssicherheit und Zerfallsleistung bestrahlter Kernbrennstoffe geführt.
  • NA 062-07-41 AA „Sicherheit von Transport-­ und Lagerbehältern für radioaktive Stoffe“: Der Arbeitsauschuss ist unter anderem für die Erarbeitung von Normen für den sicheren Transport und die Lagerung von Behältern für radioaktive Stoffe aus dem Kernbrennstoffkreislauf und der Forschung zuständig.
  • NA 062-07-43 AA „Bauteile aus Beton, Stahlbeton, Spannbeton und Stahl in kerntechnischen Einrichtungen und Einrichtungen der nuklearen Entsorgung“: Der Ausschuss befasst sich mit bautechnischen Aspekten in kerntechnischen Einrichtungen und Einrichtungen der nuklearen Entsorgung.

Gesellschaft für Nuklear-Service mbH und Orano Nu­clear Packages and Services

Die zur Aufbewahrung der bestrahlten Brennelemente und verglasten Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in den Zwischenlagern der BGZ eingesetzten Transport- und Lagerbehälter stammen entweder von der in Deutschland ansässigen Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) oder von Orano Nuclear Packages and Services (Orano NPS) aus Frankreich. Beide Firmen haben eine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der nuklearen Entsorgung, insbesondere bei der Entwicklung, Zulassung und Fertigung von Transport- und Lagerbehältern für hochradioaktive Abfälle. Der von der GNS entwickelte Behältertyp CASTOR® macht mehr als 90 Prozent der bei der BGZ eingelagerten Transport- und Lagerbehälter aus, der verbleibende Anteil entfällt auf Behälter vom Typ TN® der Firma Orano NPS. Als Behälterhersteller und Inhaber der verkehrsrechtlichen Zulassungen der Transport- und Lagerbehälter sind die GNS und Orano NPS wichtige Partner der BGZ.

Schweizer Betreiber

Mit der ZWILAG Zwischenlager Würenlingen AG und deren Eigentümern BKW Energie AG, Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Kernkraftwerk Leibstadt AG und Axpo Power AG hat die BGZ in der Schweiz wichtige strategische Partner, die sich ebenfalls auf die verlängerte Zwischenlagerung vorbereiteten. Im ZWILAG sind ebenfalls bestrahlte Brennelemente und verglaste radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung bestrahlter Brennelemente in Transport- und Lagerbehältern vom Typ CASTOR® eingelagert. Mit dem CASTOR® Ic DIORIT und seinen mittlerweile 40 Betriebsjahren lagert dort zudem der dienstälteste Behälter vom Typ CASTOR®. Durch die in diesem Zusammenhang gleichgerichteten Interessen und Aufgabenschwerpunkte findet ein regelmäßiger gegenseitiger Austausch statt. Ebenso werden Forschungsvorhaben in Kooperation mit den Schweizer Betreibern durchgeführt.

Paul Scherrer Institut

Das Paul Scherrer Institut (PSI) ist das größte Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz und hat eine lange Tradition in der Energieforschung. In der Forschung zur sicheren Entsorgung bestrahlter Brennstoffe stellt das PSI für die BGZ einen wichtigen Partner dar. Dies liegt an seiner umfangreichen Forschungsinfrastruktur, unter anderem dem Betrieb von heißen Zellen, in denen ganze Brennstäbe untersucht werden können, sowie den weiteren Großanlagen wie der Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) und der Schweizer Spallations-Neutronenquelle (SINQ).

Technische Universität München

Die BGZ hat auf dem Forschungscampus der Technischen Universität München in Garching eine eigene Forschungsgruppe aufgebaut, um die Fragestellungen aus dem Forschungsprogramm im Bereich der Inventare zu beantworten. Die Technische Universität München verfügt über langjährige und umfangreiche Expertise im Bereich der Nukleartechnik, die bereits mit der Inbetriebnahme der ersten Reaktoranlage Deutschlands am Standort Garching, dem FRM, im Jahr 1957 begründet wurde. Heute ist insbesondere auf dem Forschungscampus in Garching eine inzwischen deutschlandweit einmalige Infrastruktur im nuklearen Bereich vorhanden, die neben einem breiten theoretischen Ausbildungsangebot in für die BGZ relevanten Fachgebieten wie Kern- und Reaktortechnik, Reaktorphysik, Nuklearchemie, Ingenieurwissenschaften zu Material- und Werkstofffragen, Simulation und Datenanalyse auch mit dem FRM II eine Forschungsreaktoranlage und umfangreiche radiochemische Labore inklusive heißer Zellen bietet, die bereits die erforderlichen Genehmigungen unter anderem zum Umgang mit Kernbrennstoffen besitzen.

Extended Storage Collaboration Program

Das Electric Power Research Institute (EPRI) ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation in den USA, die Forschung zur elektrischen Energieversorgung betreibt. Finanziert wird die Forschung hauptsächlich durch die Mitglieder und Teilnehmer*innen, die sich aus circa 1.000 Organisationen aus 40 Ländern weltweit zusammensetzen. 2009 wurde das Extended Storage Collaboration Program (ESCP) gegründet mit dem Ziel, die technische Basis zur Sicherstellung der verlängerten Zwischenlagerung bestrahlter Brennelemente sowie deren anschließenden Transport zu erweitern. Dabei steht unter anderem im Vordergrund, gemeinsame Ziele zu definieren, Informationen auszutauschen und die internationale Zusammenarbeit zu stärken. An dem ESCP-Programm nehmen circa 600 Teilnehmer*innen aus 19 Ländern teil und an den halbjährlichen Treffen jeweils mehr als 150 Teilnehmer*innen.

Die BGZ hat hier den Vorsitz der Modelling-and-Benchmark-Arbeitsgruppe, bei der es vor allem darum geht, experimentelle Daten für die Validierung bestehender Rechenprogramme aufzubereiten und zu nutzen, sowie um die Bestimmung und Quantifizierung von Unsicherheiten in den Vorhersagemodellen.

Nuclear Energy Agency

Die Nuclear Energy Agency (NEA) der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) – OECD/NEA – bietet einen Rahmen, in dem Regierungen politische Erfahrungen vergleichen, Antworten auf gemeinsame Fragestellungen suchen, bewährte Verfahren ermitteln und an der Koordinierung nationaler und internationaler Strategien arbeiten können. Zu den spezifischen Kompetenzbereichen der NEA gehören die Sicherheit und Regulierung nuklearer Aktivitäten, die Entsorgung radioaktiver Abfälle, Strahlenschutz, Nuklearwissenschaften, wirtschaftliche und technische Analysen des nuklearen Brennstoffkreislaufs, Nuklearrecht und -haftung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Die NEA Data Bank stellt nukleare Daten und Computerprogramme für die teilnehmenden Länder bereit.

Die BGZ ist Mitglied der Arbeitsgruppe zur nuklearen Kritikalitätssicherheit (Working Party on Nuclear Criticality Safety, WPNCS) und stellt ein Mitglied der Delegierten der Bundesrepublik Deutschland. Die WPNCS befasst sich mit technischen und wissenschaftlichen Fragen, die für die Kritikalitätssicherheit relevant sind. Dazu gehören auch der Transport und die Lagerung von Brennstoffen.

Internationale Atomenergie-Organisation

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit Hauptsitz in Wien unterstützt die sichere und friedliche Nutzung der Kernenergie. Sie wurde 1957 als „Atoms for Peace“-Organisation der Vereinten Nationen gegründet und hat heute 172 Mitgliedsstaaten. Sie richtet ihre Arbeit auf die nukleare Sicherheit sowie die Sicherung und Überwachung spaltbarer Kernmaterialien aus. Die IAEO fördert die Forschung und Technik für die Anwendung ionisierender Strahlung in der Medizin, Nahrungsmittelsicherheit, Landwirtschaft und Umweltüberwachung.

Das international geforderte Sicherheitsniveau wird von der IAEO erarbeitet und in den Safety Standards definiert. Diese umfassen alle Themenbereiche der Reaktorsicherheit, des Strahlenschutzes, des Transports nuklearer Güter und der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Die Commission on Safety Standards leitet die ständige Weiterentwicklung der Fachkomitees, bestehend aus Expert*innen der Mitgliedsstaaten. Die BGZ nimmt regelmäßig an den Treffen des  Transport Safety Standards Committee (TRANSSC, Transporte nuklearer Güter) teil. Zudem wirkt die BGZ in Coordinated Research Projects (CRP) und Technical Meetings (TM) der IAEO mit.

Kommunikation

Kommunikation der Fort­schritte und Ergebnisse

Die Kommunikation des Fortschritts sowie der Teil- und Endergebnisse des von der BGZ vorgestellten Forschungsprogramms erfolgt auf mehreren Ebenen durch verschiedene Akteure und mit Inhalten, die auf die jeweilige Zielgruppe angepasst sind. Sie wird sowohl durch die Wissenschaftler*innen individuell als auch von den Fachabteilungen und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geführt und findet zum Beispiel auf den Ebenen der allgemeinen Öffentlichkeit, der Fachöffentlichkeit und der wissenschaftlichen Gemeinschaft statt

An den Standorten der BGZ wie auch in der Veranstaltungsreihe „Forum Zwischenlagerung“ beantwortet und diskutiert die BGZ regelmäßig wesentliche Fragen der sicheren Zwischenlagerung mit Vertreter*innen von Bürgerinitiativen und interessierten Bürger*innen. Neben den verschiedenen Themen rund um die sichere Aufbewahrung radioaktiver Abfälle stehen auch immer wieder Fragen zur aktuellen Forschung im Fokus des Dialoges und der Diskussion.

Die Internetplattform des Forums Zwischenlagerung bietet darüber hinaus die Möglichkeit zum Austausch über die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle. Es können dort konkrete Fragen zu den Themenforen an die BGZ gerichtet werden, die dann zeitnah bearbeitet werden. Alle Fragen und die zugehörigen Antworten werden im Fragenforum veröffentlicht.

Der Fachöffentlichkeit werden in der zweijährlich stattfindenden Veranstaltung „Fachworkshop Zwischenlagerung“ das Forschungsprogramm sowie Fortschritte und Ergebnisse aus den einzelnen Vorhaben des Programms vorgestellt und mit den Teilnehmer*innen diskutiert. Die Teilnehmer*innen des Workshops kommen zum Großteil aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Behörden, aus der Gutachter*innen-Branche und relevanten Gremien sowie der Industrie aus Deutschland und der Schweiz.

Auf der wissenschaftlichen Ebene findet der Austausch direkt und permanent mit nationalen und internationalen Projektpartner*innen aus Forschungseinrichtungen und Industrie sowie in den verschiedenen nationalen und internationalen Gremien statt (siehe auch Kapitel Nationale und internationale Zusammenarbeit). Der breiten internationalen und nationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft werden die Fortschritte und Ergebnisse des BGZ-Forschungsprogramms darüber hinaus durch regelmäßige Vorträge auf Fachtagungen, Konferenzen und Workshops vorgestellt und diskutiert. Ebenso werden das Forschungsprogramm und ausgewählte Ergebnisse in Tagungsbänden und den einschlägigen wissenschaftlichen Fachjournalen mit Peer-Review-Prozess veröffentlicht. Dabei wird, wenn möglich, der anschließende freie Zugang der Öffentlichkeit zu den Veröffentlichungen (sogenannter Open Access) gewählt.

Auf gute Zusammenarbeit: Über den geschlossenen Rahmenvertrag zur Forschungskooperation zwischen der BGZ und der TU München freuen sich (v.l.) Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, Dr. Max Würtemberger, Leiter des Bereichs Zentrale Dienste bei der BGZ, Dr. Maik Stuke, Leiter des BGZ.labs in Garching, sowie Prof. Gerhard Kramer, geschäftsführender Vizepräsident der TUM für Forschung und Innovation.BGZ

Forschung: BGZ baut Kooperation mit der TU München aus

GARCHING – Die BGZ und die TU München (TUM) haben eine umfassende Forschungskooperation zur sicheren Aufbewahrung hochradioaktiver Abfälle ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kompetenzen noch stärker zu bündeln, um die Sicherheit der Zwischenlagerung über lange Zeiträume nachzuweisen. Im Rahmen der neuen Forschungskooperation (ARGUS) können Ressourcen, Infrastruktur sowie die Expertise…
Brown/Donnerkeill/BGZ

„BGZ-Forschungsprogramm hat kein Ablaufdatum“

BERLIN/ESSEN – Die BGZ hat beim Fachworkshop Zwischenlagerung den aktuellen Stand ihrer Forschung vorgestellt. Im Interview erläutert Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, was die ersten Ergebnisse für die verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland bedeuten. Herr Dr. Becker, warum muss die BGZ als Betreiberin der Zwischenlager überhaupt forschen? Die…
Brwon7Donnerkeil/BGZ

Fachworkshop Zwischenlagerung: BGZ präsentiert aktuellen Stand ihrer Forschung

BERLIN/ESSEN – Auf Einladung der BGZ haben Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie in Berlin wissenschaftliche und technische Aspekte der verlängerten Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle erörtert. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung standen erste Ergebnisse der BGZ-Forschungsprojekte. „Forschung ist für uns kein Selbstzweck“, erklärte Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung,…

Forschungsprojekt LEDA: „Verhalten von Brennelementen besser
verstehen“

Um herauszufinden, wie bestrahlte Brennstäbe altern, die die BGZ in ihren Zwischenlagern aufbewahrt, hat das bundeseigene Unternehmen das Forschungsprojekt LEDA initiiert.

Projektleiter Dr. Maik Stuke erläutert im Interview, wie die Untersuchungen laufen und warum dieses Vorhaben für die Zwischenlagerung in Deutschland wichtig ist.

Forschungsprogramm der BGZ: Zwischenlagerung weitergedacht

Die BGZ als in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft im vollständigen Eigentum des Bundes gewährleistet den sicheren und zuverlässigen Betrieb von Zwischenlagern für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle.

Die BGZ als Betreiber und Genehmigungsinhaber ist verpflichtet, den Verbleib der Transport- und Lagerbehälter und die Einhaltung der Schutzziele für die verlängerte Zwischenlagerung nach Stand von Wissenschaft und Technik dauerhaft nachzuweisen.

Das hier entwickelte Forschungsprogramm zeigt den dazu notwendigen Forschungsbedarf auf und gibt einen Überblick über die Forschungsstrategie und -aktivitäten der BGZ. Das Forschungsprogramm wird laufend fortgeschrieben und aktualisiert und an den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.

Ergebnisbericht zum Fachworkshop Zwischenlagerung
22. & 23. Oktober 2019 in Berlin

Am 22. und 23. Oktober 2019 fand in Berlin der erste Fachworkshop Zwischenlagerung der BGZ statt. Der Einladung zu dieser geplant zweijährlichen Veranstaltungsreihe folgten 101 Teilnehmer*innen aus Deutschland, sowie weitere Gäste aus dem Ausland. Der Teilnehmerkreis setzte sich aus Mitarbeiter*innen von Bundesministerien, Aufsichts- und Genehmigungsbehörden, Betreibern von Zwischenlagern, Energieversorgungsunternehmen, Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Vertreter*innen weiterer Verbände und Bürgerinitiativen zusammen.

Im Rahmen von zehn Fachvorträgen wurden Forschungsthemen der verlängerten Zwischenlagerung dargestellt und fachlich diskutiert. Der Fachworkshop hatte das Ziel, offene Forschungsfragen zu identifizieren und zukünftige Aktionsfelder, die im Zusammenhang mit der Zwischenlagerung bestrahlter Brennelemente und wärmeentwickelnder Abfälle stehen, einzugrenzen und sie in die Belange der BGZ einzuordnen. Die vielschichtigen Aspekte der verlängerten Zwischenlagerung wurden im Nachgang bewertet und in die eigenen Überlegungen zum Forschungsprogramm der BGZ einbezogen.

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