Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg: Genehmigungen für die Nachrüstung liegen vor
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat als atomrechtliche Genehmigungsbehörde der BGZ die 8. Änderungsgenehmigung für das Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg erteilt. Damit kann die bautechnische Nachrüstung der Anlagensicherung umgesetzt werden. Hierzu gehört der Bau zusätzlicher Stahlbetonwände, die vor den bisherigen Außenwänden des Gebäudes errichtet werden. Die hierfür ebenfalls erforderliche baurechtliche Genehmigung hat das Landratsamt Karlsruhe als zuständige Baubehörde bereits erteilt.
Im Zuge der Arbeiten am Brennelemente-Zwischenlager errichtet die BGZ auch einen neuen Anlagensicherungszaun um das Gebäude und passt den Durchfahrschutz für Fahrzeuge an.
Hintergrund: Die Nachrüstung in der Anlagensicherung betrifft alle Zwischenlager, in denen die BGZ hochradioaktive Abfälle aufbewahrt. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums. Bis zum Abschluss der Nachrüstung gewährleisten temporäre Maßnahmen die Einhaltung aller Anforderungen an die Anlagensicherung.
BGZ steht für Podcast-Serie der Deutschen Journalistenschule Rede und Antwort
Die Deutsche Journalistenschule in München ist die angesehenste unabhängige Ausbildungsstätte für Journalismus im deutschsprachigen Raum. Nur 45 Nachwuchsjournalist*innen werden jedes Jahr aufgenommen und in einer Lehrredaktion für die ganze Vielfalt von Tätigkeiten in Online-, Print-, Radio- und Fernsehredaktionen geschult.
„In der 15-monatigen Ausbildungsphase legt die DJS großen Wert darauf, in praktischen Übungen das gesamte journalistische Handwerkszeug zu trainieren“, erläutert Schulleiterin Henriette Löwisch. Im Rahmen der Hörfunkausbildung produziert die Lehrredaktion derzeit eine mehrteilige Podcast-Serie, die sich an US-Vorbildern wie „This American Life“ orientiert. Kein reiner Rede-Podcast also, sondern ein aufwendig produziertes Storytelling-Format mit Reportergesprächen und Originaltönen.
Der aktuelle Jahrgangs-Podcast rückt dabei das Themenfeld „Atomkraft“ ins Blickfeld. Für die Folge „Atommüll“ besuchten kürzlich die DJS-Schülerinnen Carolin Rückl und Pia Saunders den BGZ-Standort Isar, um im Gespräch mit Standortkommunikator Stefan Mirbeth und LdZ Markus Luginger über die Aufgaben der BGZ sowie die Sicherheit der atomaren Abfälle in der Zwischenlagerung zu sprechen. Im Interview informierte Mirbeth auch über die proaktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BGZ und erläuterte die Informations- und Dialogangebote an den Standortgemeinden.
Die aufgezeichneten Antworten fließen nun – entsprechend dem Podcast-Konzept und nach entsprechender journalistischer Montage – in die Folge ein. Wann und wo der fertig produzierte Podcast ausgestrahlt wird, steht derzeit noch nicht fest. Denn auch die eigenverantwortliche Vermarktung des Formats durch die DJS-Schüler*innen ist Bestandteil der Übungseinheit.
Neckarwestheim: BGZ übernimmt Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
Nachdem die BGZ bereits zu Beginn des Jahres 2019 das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle am Standort übernommen hatte, wurde nun mit der Übertragung des Abfall-Zwischenlagers auf die BGZ die durch das Entsorgungsübergangsgesetz vorgesehene Neuordnung in der kerntechnischen Entsorgung weiter umgesetzt. Danach sind die Betreiber der Kernkraftwerke für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes. Die finanziellen Mittel für die Zwischen- und Endlagerung haben die Kraftwerksbetreiber dem Bund in einem öffentlich-rechtlichen Fonds zur Verfügung gestellt, in den sie rund 24 Milliarden Euro eingezahlt haben.
Errichtet wurde das Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim in den vergangenen Jahren durch den Kraftwerksbetreiber. Voraussetzung für die Übernahme des Zwischenlagers durch die BGZ war die kürzlich erfolgte Zustimmung zur Betriebsbereitschaft der Anlage durch das für die Atomaufsicht zuständige Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Digitaler Relaunch des Forums Zwischenlagerung im Frühjahr 2021
Ursprünglich hatte die Neuauflage des Forums Zwischenlagerung, bei dem Themen der Aufbewahrung radioaktiver Abfälle diskutiert werden, bereits im Mai dieses Jahres in Essen stattfinden sollen. Die BGZ sah sich jedoch gezwungen, die Vorbereitungen aufgrund der Corona-Pandemie zunächst auf Eis zu legen. Eine geplante Verlegung der Veranstaltung in den Herbst dieses Jahres war aufgrund der bundesweiten Regelungen zur Minimierung des Infektionsrisikos ebenfalls nicht realisierbar.
Daher überarbeitet die BGZ das bisherige Format des Forums Zwischenlagerung zu einem Online-Konzept, in der Mitarbeiter*innen der BGZ, Vertreter*innen von Bürgerinitiativen, Behörden und wissenschaftlichen Institutionen sowie interessierte Bürger*innen ins Gespräch kommen.
Da diese Umstellung auf ein virtuelles Veranstaltungsformat mit intensiven Vorbereitungen einhergeht, soll das Forum Zwischenlagerung nun in neuer Form im Frühjahr 2021 an den Start gehen. Über den genauen Termin wird die Gesellschaft rechtzeitig informieren.
Zum Auftakt ist ein Live-Diskussionsformat geplant, bei dem Menschen aus dem ganzen Land mitreden können. Doch bei diesem Event soll es nicht bleiben. Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der Geschäftsführung der BGZ zu den Plänen des Unternehmens: „Die Digitalisierung des Forums Zwischenlagerung ist natürlich aus der Not geboren, wie so viele digitale Formate in Zeiten von Corona. Aber wir wollen das auch als eine Chance sehen. Für uns reicht es nicht mehr aus, einmal im Jahr mit den Menschen für ein paar Stunden über unsere Arbeit zu reden, wir wollen jederzeit mit allen Interessierten und Expert*innen in Kontakt bleiben. Deshalb wollen wir das Forum Zwischenlagerung zu einer dauerhaften Plattform der Debatte ausbauen.“
Sobald es die Pandemiesituation zulässt, wird die BGZ aber zusätzlich zu den Online-Angeboten auch wieder ein Forum Zwischenlagerung als analoge Veranstaltung vor Ort anbieten.
Hintergrund: Das Forum Zwischenlagerung wurde erstmals im Juni 2018 vom damaligen Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) – heute BASE – veranstaltet. Ziel der Reihe ist es, einen Dialog zwischen Genehmigungsbehörde, Betreibern, Sachverständigen und der interessierten Öffentlichkeit zu organisieren. Eine zweite Veranstaltung fand bereits im November 2018 stand. Auf dem dritten Treffen im September 2019 übergab das BASE das Format in die Hände der bundeseigenen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung in Essen.
MdL Ruth Müller (SPD) informierte sich über das Zwischenlager Isar
Die Hauptsorge der niederbayerischen SPD-Abgeordneten, die Mitglied im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags ist: „Das Zwischenlager unweit von Niederaichbach darf kein ‚de facto‘-Endlager werden!“ Auch wenn durch das Konzept der trockenen Zwischenlagerung der Schutz von Mensch und Umwelt gewährleistet werden könne, sei die Lagerung der Abfälle am Standort Isar nur bis zu deren Ablieferung an ein Endlager bestimmt. „Das ist Teil der vereinbarten Strategie für den Atomausstieg und diese Zusagen müssen eingehalten werden“, so MdL Ruth Müller.
„Der Ausstieg aus der Atomkraft war gesellschaftlicher Konsens und ich bin froh, dass der Ausbau der regenerativen Energien voranschreitet“, zeigt sich die Abgeordnete zufrieden. Allerdings sollte allen bewusst sein, dass der entstandene atomare Abfall für eine lange Zeit zuerst sicher zwischengelagert und dann in ein tiefengeologisches Endlager entsorgt werden müsse. „Und auch dafür muss unsere Generation Verantwortung übernehmen!“
Deshalb müsse man neben der rein wissenschaftlichen Auswahl des Endlagerstandortes auch zur völkerrechtlichen Verpflichtung zur Rücknahme von Abfällen aus dem Ausland stehen. „Deutschland hat hier nicht nur eine moralische Pflicht, sondern muss verlässlich seine Verträge erfüllen. Schließlich hat auch unsere Region ihre positive Wirtschaftsentwicklung der Bereitstellung von Energie zu verdanken“, ist sich die niederbayerische Abgeordnete bewusst.
Vor dem Hintergrund einer notwendigen verlängerten Zwischenlagerung am Standort Isar informierte sich MdL Ruth Müller auch darüber, mit welchem Zeithorizont die BGZ als Betreiberin der Anlage rechnet. Nach dem Atomgesetz ist die Genehmigung für die Aufbewahrung von Brennelementen im Zwischenlager auf 40 Jahre befristet, am Standort Isar demnach bis 2047.
Gemäß Standortauswahlgesetz soll das Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Mitte des Jahrhunderts seinen Betrieb aufnehmen. Dazu erklärte BGZ-Sprecher Stefan Mirbeth, dass man sich schon heute darauf vorbereite, die Sicherheit der Zwischenlagerung auch über das Jahr 2047 hinaus nachzuweisen. Unter anderem ist die BGZ an Forschungsprojekten zur verlängerten Zwischenlagerung beteiligt.
Abschließend informierte Mirbeth darüber, dass die BGZ den offenen Dialog mit allen an der Zwischenlagerung Interessierten künftig ausbauen und intensivieren werde. „Einen regelmäßigen Austausch mit einem direkten Ansprechpartner begrüße ich sehr“, freute sich die Abgeordnete über das Kommunikationsangebot der BGZ.
Biblis: Meldepflichtiges Ereignis im Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive (LAW/MAW) Abfälle
Der sichere Einschluss des radioaktiven Inventars ist gegeben. Die Kontaminationsfreiheit des abgestürzten Behälters wurde durch so genannte Wischtests und weitere Messungen kontrolliert und festgestellt. In dem Behälter aus Beton befindet sich ein 400l-Edelstahlfass gefüllt mit Verdampferkonzentrat aus dem Atomkraftwerk Biblis.
Jeweils bis zu drei Behälter stehen im Zwischenlager übereinander gestapelt. Während des Abhebens eines in der dritten Lage stehenden Behälters durch einen Gabelstapler kam es zum Absturz auf den Hallenboden. Dabei wurde der Beton des abgestürzten Behälters sowie die darunter stehenden beiden Behälter beschädigt, ebenso wie der Hallenboden am Aufprallpunkt. Es wurde niemand verletzt.
Die BGZ hat bis zur vollständigen Klärung der Absturzursache veranlasst, dass in dem Abfallzwischenlager 1 in Biblis keine weiteren Abfallgebinde bewegt werden. Eine Expertengruppe wird die Handlungsabläufe und Handhabungseinrichtungen analysieren und bewerten.
Die BGZ hat das hessische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde über das meldepflichtige Ereignis (Kriterium N 2.2.3 der Anlage 6 der atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV)) informiert. Es handelt sich um ein Ereignis der Stufe 0 auf der achtstufigen INES-Meldeskala („keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“). Die BGZ wird die Öffentlichkeit fortlaufend informieren.
Biblis: CASTOR-Behälter aus Sellafield am Standort eingetroffen
Der Transport der sechs Behälter war Ende Oktober in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield gestartet, wo hochradioaktive Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Kraftwerken angefallen sind, in Glas eingeschmolzen und in Edelstahlkokillen abgefüllt in CASTOR-Behälter verladen worden sind. Organisiert und durchgeführt wurde der Transport im Auftrag der kernkraftwerksbetreibenden Energieversorgungsunternehmen.
Derzeit befinden sich die Behälter auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks Biblis. In den kommenden Tagen steht die Übergabe der Behälter an das Brennelemente-Zwischenlager Biblis der BGZ bevor, das sich auf dem gleichen Werksgelände befindet. Fachleute der BGZ überprüfen die Behälter dann noch einmal auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und bereiten sie technisch auf die Einlagerung im Zwischenlager vor, die voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann. Die hierfür erforderlichen Arbeitsabläufe hat die BGZ bereits im Herbst 2019 mit einem unbeladenen Behälter praktisch erprobt und der hessischen Atomaufsicht demonstriert.
„Mein Dank gilt den Kolleg*innen aller beteiligten Institutionen, die die Einlagerung professionell vorbereitet haben und jetzt gemeinsam durchführen“, sagt Dirk Jonas, Leiter des Zwischenlagers Biblis. Jonas weiter: „Besonders profitieren wir dabei von der Unterstützung durch die erfahrenen Kolleg*innen der BGZ Gorleben, die im dortigen Zwischenlager bereits 108 Behälter mit verglasten Wiederaufarbeitungsabfällen erfolgreich eingelagert haben.“ Dass alle Sicherheitsanforderungen für die Aufbewahrung der Behälter auch im Zwischenlager Biblis erfüllt sind, hat die BGZ gegenüber dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im Rahmen eines atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens dargelegt und mit Erteilung der Aufbewahrungsgenehmigung durch das BASE bestätigt bekommen.
Mit der Einlagerung der Behälter in Biblis setzt die BGZ im Rahmen des Atomausstiegs einen Auftrag um, der sich aus dem Atomgesetz ergibt. Dieses sieht vor, die noch im Ausland verbliebenen Behälter mit verglasten Abfällen aus der seit 2005 beendeten Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente dezentral in Zwischenlagern an Atomkraftwerksstandorten aufzubewahren. Nach Abschluss des Transports in das Zwischenlager Biblis (Hessen) betrifft dies noch weitere 19 Behälter, die in den kommenden Jahren in die Zwischenlager an den Standorten Philippsburg (Baden-Württemberg), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) verbracht werden. Damit wird die Rückführung hochradioaktiver Abfälle aus dem Ausland abgeschlossen sein.
Hintergrund:
Für die Rückführung der verglasten radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland in kraftwerksnahe Zwischenlager besteht seit 2015 ein Konzept, das von der Bundesregierung, den beteiligten Landesregierungen und den Energieversorgungsunternehmen als Abfallverursachern gemeinsam getragen wird.
Informationen hierzu sowie zum Ablauf bei der Einlagerung der Behälter im Zwischenlager Biblis und zur Sicherheit bei der Zwischenlagerung bietet die BGZ auf ihrer Themenseite im Internet: https://rueckfuehrung.bgz.de/
Zwischenlager Gorleben: Klimatisierung liegt im Zeitplan
Dr. Klaus-Jürgen Brammer, Bereichsleiter Zentrale Dienste, berichtete über die Fortschritte der geplanten Klimatisierung des Abfallzwischenlagers Gorleben (AZG): „Das Überwachungs- und Klimatisierungskonzept wurde mit unserer Aufsichtsbehörde, dem Niedersächsischen Umweltministerium, abgestimmt. Wir liegen im Zeitplan und setzen die einzelnen Maßnahmen wie vorgesehen um.“ Die BGZ-Vertreter informierten außerdem über den Fortschritt bei der Nachrüstung der Transportbehälterlagerhalle. Dr. Brammer machte deutlich, dass die Einhaltung der Sicherungsziele des Lagers für hochradioaktive Abfälle unabhängig vom Baufortschritt sei und die Sicherung des Transportbehälterlagers jederzeit durch temporäre Maßnahmen gewährleistet ist.
Besonders interessierte die Ausschussmitglieder die notwendige Verlängerung der Genehmigung des Zwischenlagers Gorleben. Diese ist befristet und läuft im Jahr 2034 aus. Da ein Endlager für hochradioaktive Abfälle erst Mitte dieses Jahrhunderts in Betrieb gehen wird, bereitet sich die BGZ schon heute darauf vor, die Genehmigung zu verlängern. „Die BGZ hat für die Nachweisführung der Sicherheit über den bisher genehmigten Zeitraum hinaus ein Forschungsprogramm initiiert“, erklärte Dr. Brammer: „Wir werden in diesem Programm sowohl die Behälter selbst als auch die eingelagerten hochradioaktiven Abfälle hinsichtlich der Auswirkungen auf die Sicherheitsnachweise für die verlängerte Zwischenlagerung bewerten.“ Die BGZ stehe hierzu in kontinuierlichem Austausch mit Aufsichts- und Genehmigungsbehörden sowie nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen.
Abgerundet wurde die Ausschusssitzung durch die Vorstellung von Torsten Bornschein als neuem Leiter des Zwischenlagers. Er tritt die Nachfolge von Lutz Oelschäger an, der die Leitung der BGZ-Standorte in Norddeutschland übernommen hat.
Der Ausschussvorsitzende Hans-Udo Maury freute sich über die Beantwortung der Fragen durch die BGZ und zog nach der Sitzung ein positives Fazit: „Seit dem Betreiberwechsel vor drei Jahren hat sich der regelmäßige Dialog mit der BGZ etabliert. Wir möchten diesen offenen Umgang miteinander gerne fortsetzen.“
BGZ Gorleben stellte Umgebungsüberwachungsbericht vor
„Wir freuen uns, dass wir die interessierten Bürger*innen und unsere kommunalen Vertragspartner*innen nun auch persönlich vor Ort unter Einhaltung eines Hygienekonzepts über die Ergebnisse der Umgebungsüberwachung informieren konnten“, so Heinz Engelmann, Fachbereichsleiter Strahlenschutz der BGZ in Gorleben. „Der Austausch ist uns sehr wichtig.“ Der Bericht wurde im April veröffentlicht; eine ursprünglich im Mai geplante Informationsveranstaltung musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.
„Der Umgebungsüberwachungsbericht bestätigt, dass die Anlagen am BGZ-Standort Gorleben keine radioaktiven Stoffe emittiert haben“, erklärte der stellvertretende BGZ-Strahlenschutzbeauftragte Wolfgang Busse. „Die Strahlung liegt erneut deutlich unterhalb des Genehmigungswertes von 0,3 Millisievert (mSv).“
Für das Jahr 2019 ist an der Stelle mit der höchsten Strahlung am Zaun des Zwischenlagers ein Jahreswert von 0,13 mSv ermittelt worden. Heinz Engelmann erläuterte den Sachverhalt: „Wenn sich eine Person ein Jahr lang an dieser Stelle aufhielte, würde sie diese Dosis erhalten.“ Zum Vergleich: Bei einem Flug von Frankfurt nach San Francisco erhält man ca. 0,1 mSv, bei einem Wechsel des Wohnortes von Norddeutschland in ein deutsches Mittelgebirge ca. 0,18 mSv.
In dem Vortrag mit anschließender Diskussion beantworteten die BGZ-Vertreter Fragen zum Bericht und den Berechnungsmethoden der Jahresdosisleistung. „Die BGZ hat uns Datenmaterial zur Verfügung gestellt und unsere Rückfragen beantwortet“, so Volker Schürg von der Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. „Wir können die Berechnung der Jahresdosisleistung nachvollziehen.“
Hintergrund:
Bereits seit 1983 werden am Zwischenlagerstandort Gorleben im Rahmen der Genehmigungen nach festgelegten Vorgaben umfangreiche Messungen durchgeführt. Neben der permanent überwachten Strahlung werden regelmäßig Proben aus Luft, Niederschlag, Boden, Grundwasser und Vegetation auf radioaktive Stoffe untersucht. Die Auswertung dieser Proben aus der Umgebung hat auch für 2019 keine aus dem Betrieb des Zwischenlagers stammende Radioaktivität ergeben. Lediglich aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl und von oberirdischen Kernwaffentests stammende Nuklide sowie natürliche radioaktive Stoffe wurden nachgewiesen.
Der Umgebungsüberwachungsbericht kann hier heruntergeladen werden.
MdL Radlmeier informierte sich über das Zwischenlager Isar
Bei seinem Standortbesuch brachte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier auch die Befürchtungen der Region zu Sprache, zu einem Endlagerstandort zu werden. „Seit längerem gibt es die Sorge, dass das bestehende Zwischenlager Isar ein faktisches Endlager wird“, so Radlmeier. Hier führte der BGZ-Standortkommunikator Stefan Mirbeth aus: „Das Zwischenlager Isar ist als Zwischenlager genehmigt, und die Zwischenlagerung bleibt zeitlich befristet.“
Radlmeier machte sich im Austausch mit Mirbeth auch ein eigenes Bild von der Betriebsführung des Zwischenlagers. Es verfügt über eine genehmigte Gesamtkapazität von 152 Behälter-Stellplätzen. Aktuell sind 76 davon belegt. Der Abgeordnete informierte sich konkret über das genehmigte Reparaturkonzept der Transport- und Lagerbehälter sowie über die umfangreichen Schutzmaßnahmen, die regelmäßig neuen Lagebeurteilungen angepasst werden.
Besonderes Interesse zeigte MdL Radlmeier daran, mit welchen Zeitplänen die BGZ als Betreiber der Anlage rechnet. Nach dem Atomgesetz ist die Genehmigung für die Aufbewahrung von Brennelementen im Zwischenlager auf 40 Jahre befristet, am Standort Isar demnach bis 2047. Gemäß Standortauswahlgesetz soll das Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Mitte des Jahrhunderts seinen Betrieb aufnehmen. Dazu erklärte Mirbeth, dass sich die BGZ schon heute darauf vorbereite, die Sicherheit der Zwischenlagerung am Standort Isar auch über das Jahr 2047 hinaus nachzuweisen. Unter anderem ist die BGZ an Forschungsprojekten zur verlängerten Zwischenlagerung beteiligt.
Eine große Herausforderung sei es laut Standortkommunikator Mirbeth, das Zwischenlager Isar in den kommenden Jahren in einen autarken, also unabhängigen Betrieb vom Kernkraftwerk zu überführen. Dafür werde die Zahl der Mitarbeiter schrittweise aufgebaut. Dass die BGZ die künftigen Prozesse möglichst transparent gestalten möchte und deshalb proaktiv vorangehe, begrüßte MdL Radlmeier: „Gerade die Standortkommunen müssen mit eingebunden werden. Es ist gut, dass es nun einen festen Ansprechpartner vor Ort dafür gibt.“
BGZ/C. Mick
Deutsche Journalistenschule e. V.
BGZ/C. Mick

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